Safran, Stuttgart

Ich glaube, ich brauche eine kurze Pause vom Dönern… und ich habe euch das persische Restaurant „Safran“ noch gar nicht vorgestellt. Dort waren wir nämlich auch bei unserem letzten Aufenthalt in Stuttgart, da es nur wenige Gehminuten von der Liederhalle entfernt liegt.

Persisches Restaurant Safran in Stuttgart

Als wir dort ankamen, war ich erst unsicher, ob es überhaupt geöffnet war. Es wirkt nämlich von außen sehr unscheinbar und nach dem Betreten – war es dort sehr leer. Wir waren aber zugegeben unter der Woche dort und im Laufe des Abends füllte es sich etwas mehr. Am Wochenende soll es aber sehr gut besucht sein.

Innenbereich Restaurant Safran in Stuttgart

Für alle, die noch nie persisch essen war, gibt es eine Speisekarte, die die Zutaten der einzelnen Gerichte erklärt. Und wer trotzdem noch Fragen hat, der bekommt vom Haus gerne Hilfe und Empfehlungen.

Bei den Getränken haben wir uns natürlich für die Spezialitäten des Hauses entschieden: einmal eine Safran-Limo mit Safran, Ingwer, Pfefferminze, Chiasamen und Besenrauken (das sind Basilikumsamen…). Diese ungewöhnliche Kombination war…anders. Sehr erfrischend, leicht süßlich, würzig, ein wenig gewöhnungsbedürftig und gleichzeitig ausgesprochen lecker. Kleiner Tipp: schmeißt den Pappstrohhalm raus! Das Doogh (ähnlich wie Ayran) war geschmacklich schon vertrauter, passt aber ebenso gut zu den würzigen Gerichten und zu einem heißen Sommertag.

Als Vorspeise für zwei hatten wir Kaschke-e Bademjan, das ist eine Kombination aus gebratenen Aubergingen mit Schafskäsesauce, Pistazien, Minze und Röstzwiebeln, serviert mit Fladenbrot. Das war schon mal ein ausgezeichneter Einstieg, denn die Auberginen waren wunderbar zart, die Zwiebeln brachten einen herzhaften, süßlichen Biss und die Schafskäsesauce war cremig und einfach nur mjam. Fladenbrot dazu, und man is(s)t glücklich.

Kaschke-e Bademjan Vorspeise mit Auberginen im persischen Restaurant Safran in Stuttgart

Wenn man an persische Küche denkt, fallen den meisten zuerst Grillspieße oder Lamm ein. Mir auch. Aber ich mag mindestens genau so gerne die Gemüsegerichte und hier gab es eine schöne Auswahl davon. Daher entschied ich mich für Khoreschte Ghormeh Sabzi. Das ist ein Schmorgericht, eigentlich typisch für Persien. Hier präsentierte es sich mit fluffigem Safranreis, einer grünen Kräutersauce, die mich mit einer ausgerpägten „alliumartigen“ Note, die mich an Knoblauch, Bärlauch oder andere Lauchgewächse erinnerte. Laut Speisekarte basiert die Sauce auf Spinat, Bockshornklee und Koriander. Alles in allem ein würziges, geschmacklich schwer zu beschreibendes Gericht: Soulfood für mich.

Khoreschte Ghorme Sabzi im Restaurant Safran in Stuttgart

Der dazu servierte Musir-Dip (Joghurt mit Bärlauch und wildem Knoblauch; typisch für die persische Küche) bescherte mir allerdings eine kurze kulinarische Zeitreise! Wer sich an das Restaurant „Radio Erewan“ Ende der 90er aus Erlangen erinnert: dort habe ich diesen Geschmack das erste Mal erlebt und seit dem nie wieder – bis zum „Safran“! Musir erinnert etwas an Knoblauch-Dip; durch die namensgebende persische Wildschalotte aber deutlich runder und komplexer und weniger stechend. Eine wunderbar cremige Ergänzung zu den Hauptgerichten.

Als wären wir noch nicht satt genug gewesen, bestellten wir noch ein Dessert. Ich konnte den Baklava mit Tee nicht widerstehen während mein Begleiter sich für das Safraneis entschied.

Safraneis im persischen Restaurant Safran in Stuttgart

Und was soll ich sagen: es war ohne Einschränkung die eindeutig bessere Wahl. Es war hausgemacht und die leichte Safrannote gab dem Eis ein irgendwie luxuriöses Aroma auf wirklich hohem Niveau. Wenn ihr dort ein Dessert essen wollt, dann bitte das Eis nehmen! Die Baklava waren gut, ich hatte aber schon Varianten, die mich mehr begeistert hatten. Und meine eigenen sind ungelogen ebenfalls besser.

Baklava im Restaurant Safran in Stuttgart

Ich habe mich dort rundherum wohl gefühlt. Freundlicher Service, nette Beratung, angenehme Atmosphäre und das Wichtigste: sehr gutes Essen. Das man dort nur bar zahlen kann, ist zwar nicht mehr ganz zeitgemäß, passt aber irgendwie zum Gesamterlebnis.

Tee im Safran in Stuttgart

Also: Noosh-e jaan und Wirsing, Sususi

Ali mit Alles, SCS Graz

Nach dem wir ja jetzt endlich einen guten Döner gefunden haben, was ist denn mit all den anderen hier in Graz? Ist das der einzige gute? Gibt es noch andere essbare Döner oder gibt es ansonsten nur noch die gewohnte einheitliche amorphe Masse an Kebap? Um das rauszufinden, haben wir am Wochenende einfach einen Döner im Shopping Center Seierberg gegessen. Diesmal bei „Ali mit Alles“.

Ali mit Alles im Shopping Center Seiersberg in Graz

Der hat wenigstens einen Spieß mit Kalb. Optisch sieht er aber nicht besonders aus – die typische gleichförmige Masse am Spieß, aus der man nicht wirklich ableiten kann, wieviel weniger als die erlaubten 60% Hackfleisch nun drauf sind. Alternativ natürlich, wie sollte es auch sein, auch das obligatorische Hähnchen. Zum Vergleich hatte ich meinen Döner wieder nur mit Tomaten und Zwiebeln.

Döner von Ali mit Alles im SCS in Graz

Das Brot war hier ein viertel Stück Fladenbrot, im Kontaktgrill mit Butter aufgebacken. Dadurch war das Brot von der Qualität zwar nicht besser, aber zumindest knusprig und fettig. Die Füllung war diesmal mit deutlich mehr Tomate und Zwiebel, auch mehr Soße war drin. Die, nach eigenen Angaben hausgemachte, Joghurtsauce war schön würzig, die hat mir geschmeckt. Petersilie war gar nicht vorhanden. Der Rest… die Tomaten haben wie Tomaten geschmeckt, die Zwiebeln wie Zwiebeln, das Brot wie 08/15 Fladenbrot und das Fleisch – wie ganz „typisches“ Dönerfleisch. Das ist ein Döner, der schnell gegessen ist und fast noch schneller wieder vergessen ist.

Döner mit Tomaten und Zwiebeln von Ali mit Alles im SCS Graz

Das Brot war insgesamt gut gefüllt, aber ich bezweifle, daß hier mehr Fleisch drinnen war als bei Dem´s. Man kann hier auch nicht so bequem sitzen: es gibt zwar eine handvoll Plätze drinnen und ein paar Tische draußen, aber es ist eng, laut und draußen mitten im Raucherbereich neben dem Parkplatz/Straße. Zum mitnehmen lohnt sich dieser Döner aber aus meiner Sicht überhaupt nicht. Ein hoher Durchsatz mit Kunden ist hier fast garantiert, dennoch könnte man ab und zu die Tische sauber machen und irgendwas hinstellen zum Abstellen von leerem Geschirr.

Tresen mit Zutaten von Ali mit Alles im SCS Graz

Es gibt außerdem noch Pizza und Falafel, beides haben wir nicht probiert. Trotzdem habe ich schon Leute gesehen, die die Pizzabeläge als Topping auf ihrem Kebap hatten – also so was wie Ananas. Oder Jalapeños. Derartige Sonderwünsche scheinen kein Problem darzustellen. Preislich sind wir hier mit 6,50 € für ein Grazer Shoppingcenter nicht so schlecht dran. Liegt eventuell daran, daß die Konkurrenz direkt ein paar Läden weiter ist mit „Rosamunde Kebap“. Alles in Allem (um hier mal beim Thema zu bleiben): ein typischer Shopping-Center-Kebap. Verärgert niemanden, hat aber auch keine wirklichen Ambitionen, um mehr zu bieten als die anderen. Zweckdienlich um den kleinen Hunger zwischen dem Shopping-Erlebnis zu stillen, aber leider ohne Wiedererkennungswert. Wenn man mal mit den anderen Gastro-Möglichkeiten im SCS vergleicht: es gibt Besseres.
So sieht er übrigens aus, wenn man ihn mit Salat und Rotkraut bestellt:

Döner mit Alles von Ali mit Alles im SCS Graz

Aber Graz hat ja noch mehr Dönerläden zu bieten, wir haben also noch jede Menge auszuprobieren…
Wirsing, Sususi

Dem´s Gourmet; Murpark Graz

Könnt Ihr euch noch an Döner erinnern, wie sie vor 35 Jahren waren? Als noch saftige Fleischstücke im Fladenbrot waren, mit Zwiebeln und Sumach und ganzen Büscheln von Petersilie? Nein? Ich schon. Und ich vermisse sie. Ich weiß nicht mehr genau, wann diese dünnen, halb durchsichtigen armlangen Streifen aufkamen, aber sie haben das Ess-Erlebnis nicht gerade verbessert. Insbesondere, wenn man plötzlich statt Rind oder Kalb nur noch Pute oder Hähnchen kriegt.
Deshalb war ich so neugierig, als jetzt immer wieder „Steak-Döner“ aus dem Boden ploppen und einer davon im Murpark in Graz. „Dem´s Gourmet“ bietet nicht nur Käseaufstriche, diverse Salate und Baklava zum dort essen oder mitnehmen sondern eben auch: Rindfleisch-Döner. Und: sie backen ihr Brot selbst. Ich weiß gar nicht, auf was ich neugieriger war.

Dem´s Gourmet im Murpark Graz

Am Samstag war es dann soweit. Wir haben uns einen Platz dort im Lokal gesucht. Da die Filiale erst seit einem kanppen halben Jahr fix dort ist, sah alles noch schick und neu aus. Unter den Getränken auf der Karte finden sich auch „selbst gemachte“ Limonaden z.b. mit Limette und Minze oder Holunder. Sie werden selber mit Sirup und Mineralwasser gemischt und garniert mit Minze serviert. Aber dafür waren wir ja nicht da.

Limetten-Minz-Limonade von Dem´s Gourmet im Murpark in Graz

Den Döner kann man entweder als Huhn oder Rind haben und als Dönerteller (16,90 € mit 160 g Rindfleisch), als Dürüm oder als Döner-„Sandwich“. Hier kommt jetzt das frisch in der Filiale gebackene Brot zum tragen. Man kann immer wieder zuschauen, wie neue Brote in bzw. aus dem Ofen kommen…

Brot von Dem´s Gourmet im Murpark in Graz

Außerdem kann ich unter mehreren verschiedenen Größen wählen und habe 4 verschiedene Saucen zur Auswahl. Vielversprechend. Wir bestellten als Vorpeise Knoblauchgarnelen. Dann zweimal Döner-Sandwich, einmal in S und einmal in L. Bekommen haben wir statt dessen allerdings ein Döner-Sandwich und einen Dönerteller. Missverständnis beim Aufnehmen der Bestellung; eine leicht verwirrte Bedienung kommt schon auch mal vor. Macht in dem Fall nichts, so konnten wir gleich sehen, wie der Döner-Teller aussieht. Ich bestellte für meinen Döner als „Füllung“ Joghurtsauce, Zwiebeln und Tomaten. Einfach, um mal den Geschmack zu testen.

Erst mal zu den Knoblauchgarnelen. Die waren lecker. Schön plump, guter Biss, viiiel Knoblauch. Kann man nichts falsch machen, wenn man die bestellt oder für später mitnimmt.

Knoblauch-Garnelen von Dem´s Gourmet im Murpark in Graz

Der Dönerteller war gut bestückt mit Fleisch, Pommes, Reis und Salat (ohne Dressing) und Brot. Sah gut aus, aber der Reis hat aus meiner Sicht noch Optimierungspotential. Er war gut gekocht und gut mit Salz gewürzt. Das war es aber auch schon. Wo sind meine Reisnudeln? Liebes Dem´s-Team, da geht wirklich noch was.

Dönerteller von Dem´s Gourmet im Murpark in Graz

Kommen wir jetzt aber zum Star des Tages: dem Döner (-Sandwich)!

Klar Rindfleisch. Saftig. Gut gewürzt. Zart. Hm, 1 Tomatenscheibe, das ist doch ein bisserle wenig. Zwiebeln etwas sparsam, ein Hauch Petersilie. Ja, normalerweise ist da noch Salat und Rotkraut etc drin. Aber wenn ich das rauslasse, mache ich halt vom anderen mehr rein… Etwas wenig Sauce. Zusammen: Ein Döner, der fast schmeckt, wie ein Döner schmecken sollte! Das Brot selber war gut. Knusprig, lecker, eigentlich passt es auch gut. Ich bin nur nicht sicher, ob ich mich an das Brot gewöhnen kann. Ein Döner nicht im Fladenbrot, das ist ungewöhnlich. Vielleicht nehme ich das nächste mal einen Dürüm. Das Fleisch war zwar immer noch maschinell geschnitten und daher seeehr dünn – aber geschmacklich echt gut. Alles in allem beißt man da rein und denkt sich: „Jap. Döner.“
Das war fast wieder ein Geschmackserlebnis wie früher und leider hat es mir damit so ziemlich jeden anderen Döner hier in Graz damit etwas verhagelt – ich fürchte, Döner kann ich ab jetzt nur noch im Murpark essen. Zumindest, bis wir die anderen „Steak-Döner“ probiert haben….

Was hat der Döner gekostet? Weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr. Es waren irgendwas um die 8 Euro. Ist das teuer? Ja. Zahle ich es? Ja. Warum? Weil das leider der beste Döner ist, den ich in den letzten Jahren irgendwo gegessen habe.
Die Tomaten hätten üppiger ausfallen dürfen, der Reis braucht noch etwas Liebe. Aber beim Fleisch kann ich nur sagen: Eline sağlık! So nah am Döner meiner Erinnerung war schon lange keiner mehr.
Wirsing, Sususi

Mauritius, Stuttgart

Mauritius. Weiße Sandstrände. Türkisfarbenes Meer. All-inclusive. Oder einfach nur: Stuttgart, Gerber. Ob es dort unbedingt Beach Vibes gibt, sei einmal dahingestellt. Gutes Essen und gute Cocktails kommen einem Kurzurlaub in der Karibik aber ziemlich nahe. Wobei – Moment. Das wäre grober geografischer Unsinn. Mauritius liegt schließlich im Indischen Ozean. Der Name löst trotzdem sofort Urlaubsgefühle aus, und genau darauf setzt die Restaurantkette „Mauritius“, die vor allem in Baden-Württemberg vertreten ist. In diesem Fall urlaubten wir in der Filiale im Gerber in Stuttgart.

Wir kamen gerade noch rechtzeitig, um die „Spritz O´Clock“ auszunutzen – jeder Spritz bis 18:00 Uhr nur 5 €. Damit ging der Urlaub schon gut mit einem leckeren (wenn auch optisch ausbaufähigem) Cocktail in einem netten, durchaus „exotisch“ angehauchtem Ambiente los.

Die Speisekarte (manche Gerichte sind nicht an allen Standorten verfügbar) ist nicht besonders groß, bietet aber aus nahezu jeder Kategorie etwas: Bowls, Salate, Pizza und Pasta, Fleischgerichte und Burger. Man kann sogar ein Hot Stone Steak bestellen: da bekommt man einen heißen Stein und grillt (ähnlich wie im Abacco´s) sein Steak selber fertig je nach gewünschtem Gargrad. Ich wollte allerdings etwas Exotischeres: das Port Louis Grilled Chicken: Hähnchenoberkeule ohne Knochen mit Piri-Piri-Marinade, Pommes, Cayenne-Dip und knackigem Salat. Cayenne-Dip und Piri-Piri-Marinade – das musste ich ausprobieren, denn meistens merkt man von der versprochenen Schärfe davon: genau nix.

Port Louis Grilled Chicken mit Pommes im Mauritius Beach Restaurant in Stuttgart im Gerber

Diesmal war aber sogar ein leichter Kick dabei. Nicht wirklich scharf, aber ein Hauch von pikant. Das Hähnchenfleisch war zart, gut mariniert und gut gegrillt. Die Pommes waren unspektakulär (aber ich mag die Pommes mit Schalenstückchen dran lieber und war deshalb mit diesen hier sehr einverstanden) und der Salat eine schöne Beilage. Alles schön angerichtet; appetitlich, heiß, einfach lecker. Passend zum Urlaub sozusagen. Also Cocktails gut, Essen gut, alles gut? Schlicht und einfach: ja. Ganz besonders möchte ich aber bitte mal den Service loben. Wir waren mehr als 10 Personen an zwei Tischen verteilt. Das alleine ist für die meisten Lokalitäten schon eine Herausforderung, die nicht immer gelingt. Hier hatte ich das Gefühl, daß wir alle sehr gut betreut wurden, sehr entspannt bedient wurden und rundherum einen guten Service bekamen. Also ganz so, wie es im Urlaub sein sollte. Alle wirkten sehr souverän und als wüssten sie, was sie tun. Ein so reibungsloses Zusammenspiel des Teams erlebt man heute nicht mehr allzu oft. Großes Lob!

Innenbereich Mauritius Beach Restaurant in Stuttgart im Gerber

Das Mauritius hier ist ein Ort, an dem man gerne mit Freunden geht zum Quatschen und Essen und um einen schönen Abend zu haben. Und ein Ort, an den man gerne zurückkommt. In diesem Sinne: Owar, a binto und Wirsing, Sususi!

Flann O`Brien, Graz

„A pint of plain is your only man“. Mit dieser Ode an das Guinness hat James Joyce vermutlich mehr Menschen ins Pub gelockt als jede Werbekampagne. Uns eingeschlossen. Also landeten wir am Freitag im Flann O´Brien.
Das Wetter war super, also haben wir uns draußen in den Innenhof gesetzt, der sich zwischen Kastner & Öhler und besagtem Irish Pub befindet. Und ehrlich gesagt sitzt man da auch deutlich gemütlicher und schöner als drinnen. Außerdem laufen drinnen mehrere Fernseher mit diversen Sportveranstaltungen. Wir haben um ca. 17 Uhr einen schönen Platz bekommen, aber wir haben schon gesehen, daß viele Plätze reserviert waren. Wer später dran ist, sollte das im Auge behalten.

Innenhof Flann O`Brien Irish Pub in Graz

Während ich mich an ein klassisches Guinness hielt, bestellte meine Begleitung ein Whitebird, ein White Stout. Die Craft Beer Auswahl im Flann´s wechselt immer mal wieder, daher sollte man die Gelegenheit nutzen, wenn es auf der Karte steht – es ist nämlich sehr gut und mal was anderes. Gebraut wird es übrigens in Zusammenarbeit mit dem Sudhaus Graz.

Die Auswahl zum Essen fiel mir mal wieder schwer, es standen ein Haufen Sachen auf der Karte, die ich sehr gerne esse und die auch hervorragend in ein Pub und zum Bier passen.
Wir entschieden uns dann für die BBQ Spare Ribs mit Chips und den „Good Pie“.

Good Pie im Flann O`Brien in Graz

Dieser war ein Kartoffel-Pie, also wie der Shepherd´s Pie ein mit Kartoffelpüree überbackener Auflauf. In diesem Fall fleischlos (die fleischige Variante gab es auch als Cottage Pie): verschiedene Gemüsesorten mit Pale Ale geschmort und überbacken mit Kartoffelpüree mit roter Bete. Dazu ein kleiner Beilagensalat. Der war von der Zusammenstellung ok, aber: er hatte so gut wie kein Dressing. Es waren auf dem obersten Salatblatt/Karotten ein oder zwei Spritzer Essig und das war es. Das fand ich persönlich echt schade, denn ein guter Salat hätte so gut zum Pie gepasst.
Den Pie selber fand ich gut. Ich habe etwas nachgesalzen, ansonsten war er heiß und hat mir auch von der Portion her absolut gereicht. Die rote Bete im Kartoffelpüree gab eine hübsche rote Farbe, man hatte allerdings ein wenig diesen süßlich-erdigen-säuerlichen Geschmack von roter Bete im Hintergrund. Nicht sehr stark vorschmeckend, aber wer keine rote Bete mag – könnte störend sein.

Good Pie Innenleben im Flann O`Brien in Graz

Die Spare Ribs waren der Beschreibung meiner Begleitung nach auch sehr gut; ich habe kurz von der Sauce probiert, die fand ich lecker. Dazu bekam man die üblichen Condiments und, ganz wichtig für die Fish & Chips Esser: Malzessig.

Obwohl ich eigentlich ziemlich gut satt war, wollte ich den Nachtisch nicht ausfallen lassen: die Whiskeykarte des Flann O’Brien ist nämlich ziemlich beeindruckend: rund 300 Sorten stehen zur Auswahl.

QR-Code zur Whiskeykarte vom Flann O`Brien in Graz

Ich habe von dieser Vielfalt natürlich völlig unvernünftig Gebrauch gemacht und genau den einen Whiskey bestellt, den ich ohnehin immer trinke.

Laphroaig Whiskey 10yo cask strenth im Flann O`Brien in Graz

Am Besten schreibt man der Bedienung hier auf, welchen man möchte und sucht ihn dann mit ihr am Tablet raus, so kriegt man sicher das, was man möchte. Dazu bestellte ich den Apple Crumble. Der kam warm, mit einer Kugel veganem Vanilleeis und er war soooo geil! Ernsthaft, wenn der ganze Abend Mist gewesen wäre, der Apple Crumble hätte alles rausgerissen.

Apple Crumble im Flann O`Brien in Graz

Die Apfelstückchen waren hier schön klein und gut durch, aber mit kleinen Nussstückchen in der Crumble-Kruste, nicht zu flüssig/saucig, leichte Zimtnote und mit der Crumble-Schicht drauf und dazu das wirklich gute Eis. Wenn ich nicht gewusst hätte, daß es veganes Eis ist, hätte ich es übrigens maximal an der Farbe als Vergleich zum normalen Vanilleeis erkannt, es war etwas dunkler. Aber es hatte keinerlei seltsamen oder „off“ Nachgeschmack oder Mundgefühl, wie man es bei „Milcheis“ ja manchmal in der veganen Variante hat. Die Süße vom Crumble war perfekt, die kleinen Beerenspiegel-Tupfer haben noch mal einen leicht frischen Kontrast reingebracht. Boah, da hätte ich mich reinlegen können. Das war DAS perfekte Dessert für mich. Die Schokotart muß auch gut gewesen sein, aber ich habe sie selber nicht probiert.

Zum Schluß noch ein kurzes Lob an unsere Bedienung, sie hat ungefragt ein Glas Wasser an den Tisch gebracht, nachdem sich jemand verschluckt hatte. Das fand ich sehr aufmerksam und leider heutzutage nicht mehr selbstverständlich.
Preislich sind wir für meinen Geschmack an der oberen Grenze. Ja, das Essen war sehr gut. Ja, alles ist teurer geworden. Aber für ein Pub sind wir dann doch schon etwas teurer. Es ist halt was, was man gerne zwischendurch machen kann, aber einfach nur für ein Guinness vorbeikommen und was Kleines snacken – eher nicht. Wiederkommen würde ich trotzdem, nämlich alleine schon, um einen guten Whiskey zu trinken und dazu einen Apple Crumble zu genießen.

In diesem Sinne: Slán und Wirsing, Sususi

Der Kreuzwirt, Thal

Von der Pfarrkirche in Thal ist es ca. 1/2 Stunde Fußweg bis man beim Kreuzwirt angekommen ist. Wem das zu weit ist, es gibt dort Parkplätze und es kommen auch viele mit dem Rad.

Der Kreuzwirt in Thal

Wir hatten anscheinend einen guten Tag erwischt, denn es war nichts los. Wir bekamen also ohne weiteres einen Platz auf der teilbeschatteten Terrasse.

Terasse vom Kreuzwirt in Thal

Dort sitzt man bequem und hat eine schöne Aussicht auf die Umgebung.
Wir wurden zügig bedient, wobei es gar nicht so einfach war, sich für ein Gericht zu entscheiden – es klang nämlich alles ziemlich gut. Letztendlich wurden es dann ein halbes Backhendl, ein Beilagensalat und der knusprige Saubauch mit zweierlei Kraut und Senf. Die Karte hat eine gute Mischung aus „gibt es immer“ und „wechselt saisonal“.
Das halbe Backhendl kommt mit knapp 17 Euro für ein regionales Backhendl mit einem normalen Preis für Ausflugslokale daher. Da sich die Preise momentan so zwischen 13 und 20 Euro für das halbe Backhendl bewegen, passt das schon.

Zunächst bekamen wir aber ein Gedeck mit selbst gebackenen Tomatenbrötchen, Schinken und Bärlauchbutter. Absolut nichts dran auszusetzen.

Gedeck im Kreuzwirt mit Bärlauchbutter, Schinken und Brötchen

Auf der Karte steht das halbe Hendl mit Innereien. Bekommen habe ich dazu ein Stück Leber. Das fällt jetzt zwar auch unter „Innereien“, lässt aber folgende Fragen offen: heißt „Innereien“ jetzt hier automatisch „Leber“ oder kann man sozusagen auch Pech haben und bekommt den Magen? Oder, wäre ja auch lecker, das Herz? Normalerweise hätte ich eigentlich alle drei erwartet (und auch gerne gegessen), wenn bei einem Backhendl „Innereien“ dabei steht. Was natürlich eine weitere Frage aufwirft: wenn ich ein halbes Hendl mit allen drei Innereien bekomme, wo kommen dann die Innereien des zweiten halben Hendls her? Gut, jetzt stehen hier sicher noch andere Gerichte OHNE Innereien auf der Karte, von denen diese kommen können, aber wenn ich Innereien laut Karte mit kriege, dann hätte ich sie auch gerne. Lassen wir die fehlenden Teile mal außer acht und beißen in ein gleichmäßig goldgelb-knusprig aussehendes, optisch appetitliches Backhendl.

Backhendl im Kreuzwirt in Thal

Saftig. Schöner Hähnchengeschmack. Die Panier hätte etwas mehr Geschmack haben können, die war ein wenig fade, aber das Hendl selber war tadellos. Es war knusprig und gut frittiert, überhaupt nicht fettig, sondern richtig saftig vom Fleisch her.
Der Salat dazu war sehr gut abgeschmeckt, mit Kürbiskernöl und als zusätzlichen Knack noch Kürbiskerne selber. Der hat mir sehr gut geschmeckt.

Beilagensalat im Kreuzwirt in Thal

Die Portion selber war übrigens ordentlich, der Salat auch, beides zusammen war bei der Wärme sogar etwas zu viel. Aber: auch hier hat das Restaurant eine Lösung und wir konnten die restlichen Stücke mitnehmen. Schaut mal, wie hübsch!

Mitnahme-Sackerl vom Kreuzwirt in Thal

Früher gab es diese Mitnahmesackerl überall, wo es Hendl gab, jetzt kriegt man meistens nur noch Alufolie!

Saubauch im Kreuzwirt in Thal mit Kraut und Semmelknödel

Der Saubauch war schön knusprig an der Schwarte und mit zartem Fleisch. Das Kraut war handwerklich einwandfrei, aber ich muß gestehen, es war nicht unbedingt meins. Es lag vielleicht auch daran, daß oben auf dem Kraut der Senf war und sich daher sehr mit dem Kraut vermischt hat. Da der Senf leicht süßlich war statt scharf und das Kraut auch wenig Säure hatte und leicht süßlich war, hat mir hier einfach etwas gefehlt. Ansonsten war aber auch das ein sehr schönes Gericht. Die Semmelknödelscheiben dazu, die Sauce, das Selleriepüree, alles passend und gut.

Zuerst hätte ich gerne noch einen Nachtisch gehabt, den probiere ich dann das nächste Mal, denn, wie gesagt, ich war gut satt!

Preislich etwas gehobener, ja, aber die Zutaten sind regional und saisonal. War es das beste Backhendl, welches ich je hatte? Nein. Das vom Edler in Stangerdorf ist besser. Das vom Sudhaus ungefähr gleich gut. Würde ich dort wieder essen? Ja, ohne weiteres. Vielleicht kann ich dann die Backhendl-Innereien-Frage noch mal ausdiskutieren… Bis dahin, bleibt´s knursprig und: Wirsing, Sususi

Arnold-Schwarzenegger-Museum, Thal bei Graz

„The future is not set. There is no fate but what we make for ourselves.“ Das ist einer* der 17 Sätze, die Arnold Schwarzenegger in Terminator sagt. Damit spricht er hier sogar noch weniger als in Conan und die 26 Sätze in Red Sonja machen ihn dann schon fast zur Labertasche.

Terminator Büste im Arnold Schwarzenegger Museum in Thal

Trotzdem ist dies vielleicht der Satz, der am allerbesten zur Lebensgeschichte von Arnold Schwarzenegger passt: nicht vorgegeben, sondern erarbeitet.

Telefonzelle vor dem Arnold Schwarzenegger Museum in Thal

Und in Thal bei Graz im Arnold-Schwarzenegger-Museum wird dieser Weg ein wenig nachvollziehbar: vom steirischen Dorfjungen über den Bodybuilder zum Hollywoodstar bis zum Gouverneur von Kalifornien.

Wegweiser zum Arnold Schwarzenegger Museum

Das Museum ist in seinem Geburtshaus untergebracht und liegt quasi ums Eck vom Thalersee – es bietet es sich also an, einen Abstecher dorthin zu machen. Dann kann man entweder den See genießen, Tret-Schwan fahren oder gleich eine kleine Wanderung anschließen auf dem „Arnold-Schwarzenegger-Wanderweg“. Wir haben am See geparkt und sind erstmal zum Museum spaziert.

Arnold Schwarzenegger Wanderweg Steiermark

Die Tickets sind mit 14,90€ nicht gerade günstig, aber für echte Fans gibt es hier allerlei Memorabilia aus dem Leben des inzwischen 78jährigen zu sehen. Da er seine Karriere ja sozusagen als Bodybuilder begonnen hat, gibt es hier Trainingsgeräte, Mr. Universum-Fotografien in den bekannten Posen, Pokale etc.

Heimtrainer von Arnold Schwarzenegger

Als Bodybuilder steigt er dann ja auch ins Filmgeschäft ein, und hier findet man dann diverse Filmplakate, ein paar Repliken und schließlich seine politische Karriere in Form des alten Schreibtisches des Govenors von California.

Golden Globe von Arnold Schwarzenegger

Es ist nicht das größte Museum, aber es ist immerhin das einzige offizielle Arnold-Schwarzenegger-Museum. Es gibt gratis Audioguides, die sollte man sich nicht entgehen lassen, ohne hat es uns aber auch gereicht.

Harley Davidson aus Terminator

Man muß deswegen nicht extra anfahren, wie gesagt, der Thalersee ist nebenan, und wir machten dann noch eine kleine Wanderung zur Pfarrkirche Thal,

Pfarrkirche Thal

die ebenfalls sehr sehenswert und auf einzigartige Weise wunderschön ist.

Innenraum der Pfarrkirche Thal

Wenn man dann noch zum Kreuzwirt fahren, oder in unserem Fall wandern, möchte, dann hat man einen richtig schönen Ausflugstag zusammengestellt. Unterwegs kann man noch den Golfern auf dem nahegelegenen Platz zuschauen, man findet die wohl einsamste und am wenigsten befahrenste Bushaltestelle in der Steiermark und vieles mehr.

Haltestelle Thal-Kötschberg

Wer wissen will, wie das Essen beim Kreuzwirt ist, wie sagt Arnold doch so schön? „I´ll be back“ und Wirsing, Sususi

Tretboote auf dem Thalersee

*Ja, es sind technisch gesehen ZWEI Sätze. Aber in der Filmbranche macht es einen Unterschied, ob man Screenplay Line Count, Utterance Units oder Word Count Methods verwendet, um auf eine Wort- bzw. Satzanzahl zu kommen. Daher schwankt die Angabe auch von 17 bis 20 Sätzen für z.B. Terminator (und alle anderen Filme natürlich auch).

Tokio Dining, Stuttgart

Beim letzten Besuch in Stuttgart konnte ich etwas ausprobieren, was mir schon öfter empfohlen wurde, wo ich jedoch noch nie war. Kein Wunder, denn man stolpert hier nicht so einfach drüber wie über andere Lokale. Man muß hier schon gezielt hinwollen, sonst findet man es nicht – es liegt irgendwo hinter den Mineralbädern. Es ist das „Tokio Dining“ und ich war ziemlich gespannt, was wir finden würden.

Tokio Dining Japanisches Restaurant in Stuttgart

Hat man es gefunden und betreten, fühlt man sich erst mal nicht wie in einem japanischen Lokal – man erwartet eher, daß Oma Erna gleich mit der Dröppelminna um die Ecke kommt und dazu ein Stück Streuselkuchen serviert.

Innenbereich Tokio Dining Stuttgart

Der Eindruck ist allerdings eher flüchtig. Eigentlich ist es dort nämlich ziemlich gemütlich; nur halt nicht so, wie man sich ein japanisches Restaurant vorstellt. Dafür ist es sehr leise: es lief nämlich ausnahmsweise überhaupt keine Hintergrundmusik, was ich persönlich sehr angenehm fand. Die Speisekarte ist sehr umfangreich und bietet von Sushi über Sashimi auch Onigiri, Ramen, Soba und allerlei sonstiges „typisch“ japanisches.

Bestellen kann man hier lustigerweise mittels einer Bestellkarte, wie man es öfter in asiatischen Ländern findet: auf einer Karte werden alle Gerichte inkl. Getränke geschrieben oder angekreuzt zum Bestellen. Es sollte also zumindest eine Person am Tisch leserlich schreiben können.
Wir entschieden uns für eines der gemischten Menüs mit Vorspeise, kleinen Hauptgerichten und einem Dessert und einmal für Kitsune Soba (auch mit Udon-Nudeln zu haben) mit einer Miso-Suppe vorher.

Die Miso-Suppe gefiel mit ausgesprochen gut, hier waren diesmal noch Sojasprossen mit drin. Das hatte ich bisher noch nicht, aber es passte hervorragend. Auch sonst war es eine rundherum solide Miso-Suppe. Das Menü hatte diese ebenfalls als Vorspeise dabei.

gemischte Sashimi im Tokio Dining in Stuttgart

Danach kam ein Teller gemischter Sashimi; alles sehr schön frisch und appetitlich angerichtet.

Hähnchen Yakitori Spieße im Tokio Dining in Stuttgart

Die Yakitori-Spieße kamen dann als nächstes zusammen mit meiner Schüssel Soba.

Kitsune Soba im Tokio Dining in Stuttgart

Und ich muß ehrlich sagen, ich habe selten eine so gute Soba-Brühe gehabt. Sie war schön leicht und nicht sehr salzig. Sie hatte eine leichte Süße durch Mirin und, wenn man so will, einen sehr „klaren“ Geschmack durch den Spinat und die Algen. Erfrischend und gleichzeitig wärmend, ohne schwer im Magen zu liegen. Also alles, was man von einer Schüssel Nudeln eigentlich erwartet.

Kistune Soba Tokio Dining Stuttgart

Die Soba waren leicht bissfest gegart. Es waren nicht die besten Soba meines Lebens, aber ganz weit oben auf der Skala. Man hat deutlich geschmeckt, daß es Soba-Nudeln waren, aber ich glaube nicht, daß sie selbst in-house gemacht wurden. Die Portion war übrigens ausreichend groß um satt zu werden.

Sesameis im Tokio Dining Stuttgart

Als Nachtisch zum Menü gab es eine Kugel Sesameis mit Früchten garniert. Das ist jetzt kein großes Kino, aber ein schöner und passender Abschluß. Das Eis war „normales“ Sesameis, solide, unspektakulär aber lecker.
Alles in allem war das ein Besuch, der unbedingt wiederholt gehört.

Tokio Dining Eingang zum Restaurant

Freundlicher Service und sehr gutes Essen, das lohnt tatsächlich die Anfahrt. Hier kommen authentische Küche, gute Qualität und faire Preise zusammen. Wenn man sicher gehen möchte, daß man einen Platz bekommt, sollte man allerdings besser reservieren, da das Lokal eher klein mit wenig Sitzplätzen ist.

Daher: ごちそうさまでした und Wirsing, Sususi

Buschenschank Bockmoar, Wildon

In der Steiermark kommt man an einem einfach nicht vorbei: dem Buschenschank. (für uns Süddeutsche: das ist ähnlich wie eine Besenwirtschaft). Das ist fast buchstäblich so, denn es gibt ungefähr 800 davon in der Steiermark, was bedeutet, daß auf rund 21 Quadratkilometer 1 Buschenschank kommt. Einer davon liegt eingebettet in die Weingärten am Bockberg in Wildon: der Buschenschank Bockmoar.

Buschenschank Bockmoar in Wildon

Wir sind bisher nur mit dem Auto dort hochgefahren, aber wer einer kleinen Wanderung nicht abgeneigt ist, kann dies ebenfalls tun. Da dies allerdings weithin bekannt ist, sollte man mit mehr als 2 Personen bitte eines tun: reservieren. Es ist dort am Wochenende und Abends insbesondere bei Schönwetter immer ziemlich gut besucht – was bei der schönen Aussicht auch absolut verständlich ist.

Blick vom Buschenschank Bockmoar auf Graz

Mitten zwischen den Rebstöcken hat man dann das, was einen klassischen Buschenschank ausmacht: guten Wein und eine einfache, aber gute Jause.

Sitzplatz zwischen Rebstöcken im Buschenschank Boackmoar

Hier bietet die Speisekarte die klassischen Brettljausen, die Aufstriche und Salate, die hausgemachten Säfte und Weine vom eigenen Weingut. Alles läuft in Selbstbedienung. Man bestellt, kann die Getränke gleich mitnehmen und bekommt einen dieser Piep-Dinger, die blinken und summen, wenn man das Essen holen kann. Abräumen muß man nicht selber, das wird dann übernommen.

Glas Gelber Muskateller im Buschenschank Bockmoar

Wir entschieden uns für die Hausplatte für 2 Personen, einen gespritzen Holundersaft und einen gelben Muskateller – eine meiner Lieblingsweinsorten. Dieser hier passte meiner Meinung nach sehr gut zu einem warmen Sommerabend und der herzhaften Jause. Leicht, trocken, etwas spritzig und leicht fruchtig. Wenn ihr dort oben seid, probiert ihn aus, er passt genau zu Ambiente und Essen.

Die Hausplatte kam mit ein paar Scheiben des selbstgebackenen Brotes vom Buschenschank und mit Fischkäseaufstrich, Kürbiskernaufstrich, Leberwurst und Verhackertem. Dazu verschiedene Käsescheiben, Brüstl, Schinken, rohen Schinken, Ei, Paprika, Gurke, Tomaten, Essiggürkchen, kleine Hauswürstelscheiben. Und einer großen Schale frisch geriebenen Kren (Meerrettich). Mehr als genug, um eine lange Zeit gemütlich vor sich hinzufuttern, die Aussicht zu genießen und langsam auf den Sonnenuntergang zu warten.

Hausplatte für 2 Personen im Buschenschank Bockmoar

Wenn man am richtigen Abend kommt, gibt es nach dem Sonnenuntergang sogar noch die Gelegenheit, einmal einen näheren Blick auf die Mondkrater oder auf Jupiter zu werfen – wenn Klaus Tschernitz am nächsten Sternenabend wieder sein Teleskop dort oben aufstellt. (Einfach ab und zu bei Hengist.at in den Veranstaltungen nachschauen).

Sonnenuntergang beim Buschenschank Boackmoar

Aber ob mit oder ohne Sternenabend – einen schönen Sommerabend kann man dort auf alle Fälle verbringen.

Bis dahin: Servus, pfiat di und baba.
Wirsing, Sususi

Brauhaus Eins, Stuttgart

In Stuttgart gibt es gut und gerne 10 Brauhäuser. Und in den meisten davon war ich schon. In einem jetzt allerdings das erste Mal: im Brauhaus Eins im Boschareal.

Brauhaus Eins in Stuttgart

Das war eigentlich mehr eine spontane Entscheidung, aber wie sich herausstellte, eine sehr gute. Man sitzt dort nämlich im Vergleich mit anderen Brauhäusern echt gut. Ja, es war voll, wahrscheinlich war wieder eine Vorstellung in der Liederhalle dran, aber zu zweit haben wir trotzdem gleich einen Platz bekommen. Und konnten uns dort noch gut unterhalten, denn trotz des vollen Hauses war die Akustik angenehm.

Brauhaus Eins Innenbereich

Die Speisekarte brachte mich persönlich etwas in Entscheidungsnot, denn es standen da so viele Sachen drauf, die ich gerne probiert hätte. Am Ende wurde es dann der Schwabenteller. Dieser ist sozusagen von allem ein Bisschen: Unter den Röstzwiebeln versteckt sich eine selbstgemachte Maultasche. Dazu gab es eine leckere Bratensauce, cremige Käsespätzle und Kartoffelsalat.

Schwabenteller im Brauhaus Eins Stuttgart

Das war eine perfekte Entscheidung! Nicht nur war die Maultasche selber gemacht, sie hatte auch einen tollen Geschmack und eine perfekte Konsistenz, sprich: nicht zu weich und nicht zu hart. Die Bratensauce hat gut dazu gepasst, und die Röstzwiebeln waren super knusprig und perfekt gewürzt. Die Käsespätzle waren super cremig und soooo lecker! Wenn die Portion nicht eh schon so groß gewesen wäre, hätte ich hier gerne mehr davon gehabt. Außerdem mußte ich diesmal nicht nachsalzen. Der Kartoffelsalat war gut, aber da hab ich ehrlich gesagt in Stuttgart auch nichts anderes erwartet.

Obwohl ich nach diesem Riesenteller schon ziemlich satt war, stand noch etwas auf der Speisekarte, an dem ich selten vorbei gehen kann: der Kaiserschmarrn. Er stand auf der Karte mit „+ Rosinen“, ich nehme an, wenn man diese möchte, muß man sie mitbestellen. Ist mir ehrlich gesagt erst später aufgefallen, Kaiserschmarrn ist nämlich das einzige Gericht, in dem Rosinen eine Daseinsberechtigung haben. Ich habe sie nicht extra mitbestellt, und so waren auch keine drin.

Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob der Kaiserschmarrn selbst gemacht war… es gab nichts, was auf das eine oder andere hingedeutet hätte. Es war halt ein normaler Kaiserschmarrn. Das Apfelmus dazu war gefühlt nicht selber gemacht, hat aber gut dazu gepasst. Man kann damit nichts falsch machen.

Für mich war das ein super Preis-Leistungs-Verhältnis und nicht nur auf Grund der Portionsgröße sehr stimmig. Wenn wir mal wieder in der Nähe sind, möchte ich auf alle Fälle noch viel mehr von der Speisekarte probieren, denn die klingt echt gut!

Bier haben wir hier allerdings keines probiert, das gebe ich zu, es stand jetzt nichts auf der Karte, was ich unbedingt hätte testen müssen und bei Bier bin ich eh heikel und mag nicht so allzuviel.

Also Prost und Wirsing; Sususi