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Safran, Stuttgart

Ich glaube, ich brauche eine kurze Pause vom Dönern… und ich habe euch das persische Restaurant „Safran“ noch gar nicht vorgestellt. Dort waren wir nämlich auch bei unserem letzten Aufenthalt in Stuttgart, da es nur wenige Gehminuten von der Liederhalle entfernt liegt.

Persisches Restaurant Safran in Stuttgart

Als wir dort ankamen, war ich erst unsicher, ob es überhaupt geöffnet war. Es wirkt nämlich von außen sehr unscheinbar und nach dem Betreten – war es dort sehr leer. Wir waren aber zugegeben unter der Woche dort und im Laufe des Abends füllte es sich etwas mehr. Am Wochenende soll es aber sehr gut besucht sein.

Innenbereich Restaurant Safran in Stuttgart

Für alle, die noch nie persisch essen war, gibt es eine Speisekarte, die die Zutaten der einzelnen Gerichte erklärt. Und wer trotzdem noch Fragen hat, der bekommt vom Haus gerne Hilfe und Empfehlungen.

Bei den Getränken haben wir uns natürlich für die Spezialitäten des Hauses entschieden: einmal eine Safran-Limo mit Safran, Ingwer, Pfefferminze, Chiasamen und Besenrauken (das sind Basilikumsamen…). Diese ungewöhnliche Kombination war…anders. Sehr erfrischend, leicht süßlich, würzig, ein wenig gewöhnungsbedürftig und gleichzeitig ausgesprochen lecker. Kleiner Tipp: schmeißt den Pappstrohhalm raus! Das Doogh (ähnlich wie Ayran) war geschmacklich schon vertrauter, passt aber ebenso gut zu den würzigen Gerichten und zu einem heißen Sommertag.

Als Vorspeise für zwei hatten wir Kaschke-e Bademjan, das ist eine Kombination aus gebratenen Aubergingen mit Schafskäsesauce, Pistazien, Minze und Röstzwiebeln, serviert mit Fladenbrot. Das war schon mal ein ausgezeichneter Einstieg, denn die Auberginen waren wunderbar zart, die Zwiebeln brachten einen herzhaften, süßlichen Biss und die Schafskäsesauce war cremig und einfach nur mjam. Fladenbrot dazu, und man is(s)t glücklich.

Kaschke-e Bademjan Vorspeise mit Auberginen im persischen Restaurant Safran in Stuttgart

Wenn man an persische Küche denkt, fallen den meisten zuerst Grillspieße oder Lamm ein. Mir auch. Aber ich mag mindestens genau so gerne die Gemüsegerichte und hier gab es eine schöne Auswahl davon. Daher entschied ich mich für Khoreschte Ghormeh Sabzi. Das ist ein Schmorgericht, eigentlich typisch für Persien. Hier präsentierte es sich mit fluffigem Safranreis, einer grünen Kräutersauce, die mich mit einer ausgerpägten „alliumartigen“ Note, die mich an Knoblauch, Bärlauch oder andere Lauchgewächse erinnerte. Laut Speisekarte basiert die Sauce auf Spinat, Bockshornklee und Koriander. Alles in allem ein würziges, geschmacklich schwer zu beschreibendes Gericht: Soulfood für mich.

Khoreschte Ghorme Sabzi im Restaurant Safran in Stuttgart

Der dazu servierte Musir-Dip (Joghurt mit Bärlauch und wildem Knoblauch; typisch für die persische Küche) bescherte mir allerdings eine kurze kulinarische Zeitreise! Wer sich an das Restaurant „Radio Erewan“ Ende der 90er aus Erlangen erinnert: dort habe ich diesen Geschmack das erste Mal erlebt und seit dem nie wieder – bis zum „Safran“! Musir erinnert etwas an Knoblauch-Dip; durch die namensgebende persische Wildschalotte aber deutlich runder und komplexer und weniger stechend. Eine wunderbar cremige Ergänzung zu den Hauptgerichten.

Als wären wir noch nicht satt genug gewesen, bestellten wir noch ein Dessert. Ich konnte den Baklava mit Tee nicht widerstehen während mein Begleiter sich für das Safraneis entschied.

Safraneis im persischen Restaurant Safran in Stuttgart

Und was soll ich sagen: es war ohne Einschränkung die eindeutig bessere Wahl. Es war hausgemacht und die leichte Safrannote gab dem Eis ein irgendwie luxuriöses Aroma auf wirklich hohem Niveau. Wenn ihr dort ein Dessert essen wollt, dann bitte das Eis nehmen! Die Baklava waren gut, ich hatte aber schon Varianten, die mich mehr begeistert hatten. Und meine eigenen sind ungelogen ebenfalls besser.

Baklava im Restaurant Safran in Stuttgart

Ich habe mich dort rundherum wohl gefühlt. Freundlicher Service, nette Beratung, angenehme Atmosphäre und das Wichtigste: sehr gutes Essen. Das man dort nur bar zahlen kann, ist zwar nicht mehr ganz zeitgemäß, passt aber irgendwie zum Gesamterlebnis.

Tee im Safran in Stuttgart

Also: Noosh-e jaan und Wirsing, Sususi

Mauritius, Stuttgart

Mauritius. Weiße Sandstrände. Türkisfarbenes Meer. All-inclusive. Oder einfach nur: Stuttgart, Gerber. Ob es dort unbedingt Beach Vibes gibt, sei einmal dahingestellt. Gutes Essen und gute Cocktails kommen einem Kurzurlaub in der Karibik aber ziemlich nahe. Wobei – Moment. Das wäre grober geografischer Unsinn. Mauritius liegt schließlich im Indischen Ozean. Der Name löst trotzdem sofort Urlaubsgefühle aus, und genau darauf setzt die Restaurantkette „Mauritius“, die vor allem in Baden-Württemberg vertreten ist. In diesem Fall urlaubten wir in der Filiale im Gerber in Stuttgart.

Wir kamen gerade noch rechtzeitig, um die „Spritz O´Clock“ auszunutzen – jeder Spritz bis 18:00 Uhr nur 5 €. Damit ging der Urlaub schon gut mit einem leckeren (wenn auch optisch ausbaufähigem) Cocktail in einem netten, durchaus „exotisch“ angehauchtem Ambiente los.

Die Speisekarte (manche Gerichte sind nicht an allen Standorten verfügbar) ist nicht besonders groß, bietet aber aus nahezu jeder Kategorie etwas: Bowls, Salate, Pizza und Pasta, Fleischgerichte und Burger. Man kann sogar ein Hot Stone Steak bestellen: da bekommt man einen heißen Stein und grillt (ähnlich wie im Abacco´s) sein Steak selber fertig je nach gewünschtem Gargrad. Ich wollte allerdings etwas Exotischeres: das Port Louis Grilled Chicken: Hähnchenoberkeule ohne Knochen mit Piri-Piri-Marinade, Pommes, Cayenne-Dip und knackigem Salat. Cayenne-Dip und Piri-Piri-Marinade – das musste ich ausprobieren, denn meistens merkt man von der versprochenen Schärfe davon: genau nix.

Port Louis Grilled Chicken mit Pommes im Mauritius Beach Restaurant in Stuttgart im Gerber

Diesmal war aber sogar ein leichter Kick dabei. Nicht wirklich scharf, aber ein Hauch von pikant. Das Hähnchenfleisch war zart, gut mariniert und gut gegrillt. Die Pommes waren unspektakulär (aber ich mag die Pommes mit Schalenstückchen dran lieber und war deshalb mit diesen hier sehr einverstanden) und der Salat eine schöne Beilage. Alles schön angerichtet; appetitlich, heiß, einfach lecker. Passend zum Urlaub sozusagen. Also Cocktails gut, Essen gut, alles gut? Schlicht und einfach: ja. Ganz besonders möchte ich aber bitte mal den Service loben. Wir waren mehr als 10 Personen an zwei Tischen verteilt. Das alleine ist für die meisten Lokalitäten schon eine Herausforderung, die nicht immer gelingt. Hier hatte ich das Gefühl, daß wir alle sehr gut betreut wurden, sehr entspannt bedient wurden und rundherum einen guten Service bekamen. Also ganz so, wie es im Urlaub sein sollte. Alle wirkten sehr souverän und als wüssten sie, was sie tun. Ein so reibungsloses Zusammenspiel des Teams erlebt man heute nicht mehr allzu oft. Großes Lob!

Innenbereich Mauritius Beach Restaurant in Stuttgart im Gerber

Das Mauritius hier ist ein Ort, an dem man gerne mit Freunden geht zum Quatschen und Essen und um einen schönen Abend zu haben. Und ein Ort, an den man gerne zurückkommt. In diesem Sinne: Owar, a binto und Wirsing, Sususi!

Tokio Dining, Stuttgart

Beim letzten Besuch in Stuttgart konnte ich etwas ausprobieren, was mir schon öfter empfohlen wurde, wo ich jedoch noch nie war. Kein Wunder, denn man stolpert hier nicht so einfach drüber wie über andere Lokale. Man muß hier schon gezielt hinwollen, sonst findet man es nicht – es liegt irgendwo hinter den Mineralbädern. Es ist das „Tokio Dining“ und ich war ziemlich gespannt, was wir finden würden.

Tokio Dining Japanisches Restaurant in Stuttgart

Hat man es gefunden und betreten, fühlt man sich erst mal nicht wie in einem japanischen Lokal – man erwartet eher, daß Oma Erna gleich mit der Dröppelminna um die Ecke kommt und dazu ein Stück Streuselkuchen serviert.

Innenbereich Tokio Dining Stuttgart

Der Eindruck ist allerdings eher flüchtig. Eigentlich ist es dort nämlich ziemlich gemütlich; nur halt nicht so, wie man sich ein japanisches Restaurant vorstellt. Dafür ist es sehr leise: es lief nämlich ausnahmsweise überhaupt keine Hintergrundmusik, was ich persönlich sehr angenehm fand. Die Speisekarte ist sehr umfangreich und bietet von Sushi über Sashimi auch Onigiri, Ramen, Soba und allerlei sonstiges „typisch“ japanisches.

Bestellen kann man hier lustigerweise mittels einer Bestellkarte, wie man es öfter in asiatischen Ländern findet: auf einer Karte werden alle Gerichte inkl. Getränke geschrieben oder angekreuzt zum Bestellen. Es sollte also zumindest eine Person am Tisch leserlich schreiben können.
Wir entschieden uns für eines der gemischten Menüs mit Vorspeise, kleinen Hauptgerichten und einem Dessert und einmal für Kitsune Soba (auch mit Udon-Nudeln zu haben) mit einer Miso-Suppe vorher.

Die Miso-Suppe gefiel mit ausgesprochen gut, hier waren diesmal noch Sojasprossen mit drin. Das hatte ich bisher noch nicht, aber es passte hervorragend. Auch sonst war es eine rundherum solide Miso-Suppe. Das Menü hatte diese ebenfalls als Vorspeise dabei.

gemischte Sashimi im Tokio Dining in Stuttgart

Danach kam ein Teller gemischter Sashimi; alles sehr schön frisch und appetitlich angerichtet.

Hähnchen Yakitori Spieße im Tokio Dining in Stuttgart

Die Yakitori-Spieße kamen dann als nächstes zusammen mit meiner Schüssel Soba.

Kitsune Soba im Tokio Dining in Stuttgart

Und ich muß ehrlich sagen, ich habe selten eine so gute Soba-Brühe gehabt. Sie war schön leicht und nicht sehr salzig. Sie hatte eine leichte Süße durch Mirin und, wenn man so will, einen sehr „klaren“ Geschmack durch den Spinat und die Algen. Erfrischend und gleichzeitig wärmend, ohne schwer im Magen zu liegen. Also alles, was man von einer Schüssel Nudeln eigentlich erwartet.

Kistune Soba Tokio Dining Stuttgart

Die Soba waren leicht bissfest gegart. Es waren nicht die besten Soba meines Lebens, aber ganz weit oben auf der Skala. Man hat deutlich geschmeckt, daß es Soba-Nudeln waren, aber ich glaube nicht, daß sie selbst in-house gemacht wurden. Die Portion war übrigens ausreichend groß um satt zu werden.

Sesameis im Tokio Dining Stuttgart

Als Nachtisch zum Menü gab es eine Kugel Sesameis mit Früchten garniert. Das ist jetzt kein großes Kino, aber ein schöner und passender Abschluß. Das Eis war „normales“ Sesameis, solide, unspektakulär aber lecker.
Alles in allem war das ein Besuch, der unbedingt wiederholt gehört.

Tokio Dining Eingang zum Restaurant

Freundlicher Service und sehr gutes Essen, das lohnt tatsächlich die Anfahrt. Hier kommen authentische Küche, gute Qualität und faire Preise zusammen. Wenn man sicher gehen möchte, daß man einen Platz bekommt, sollte man allerdings besser reservieren, da das Lokal eher klein mit wenig Sitzplätzen ist.

Daher: ごちそうさまでした und Wirsing, Sususi

Brauhaus Eins, Stuttgart

In Stuttgart gibt es gut und gerne 10 Brauhäuser. Und in den meisten davon war ich schon. In einem jetzt allerdings das erste Mal: im Brauhaus Eins im Boschareal.

Brauhaus Eins in Stuttgart

Das war eigentlich mehr eine spontane Entscheidung, aber wie sich herausstellte, eine sehr gute. Man sitzt dort nämlich im Vergleich mit anderen Brauhäusern echt gut. Ja, es war voll, wahrscheinlich war wieder eine Vorstellung in der Liederhalle dran, aber zu zweit haben wir trotzdem gleich einen Platz bekommen. Und konnten uns dort noch gut unterhalten, denn trotz des vollen Hauses war die Akustik angenehm.

Brauhaus Eins Innenbereich

Die Speisekarte brachte mich persönlich etwas in Entscheidungsnot, denn es standen da so viele Sachen drauf, die ich gerne probiert hätte. Am Ende wurde es dann der Schwabenteller. Dieser ist sozusagen von allem ein Bisschen: Unter den Röstzwiebeln versteckt sich eine selbstgemachte Maultasche. Dazu gab es eine leckere Bratensauce, cremige Käsespätzle und Kartoffelsalat.

Schwabenteller im Brauhaus Eins Stuttgart

Das war eine perfekte Entscheidung! Nicht nur war die Maultasche selber gemacht, sie hatte auch einen tollen Geschmack und eine perfekte Konsistenz, sprich: nicht zu weich und nicht zu hart. Die Bratensauce hat gut dazu gepasst, und die Röstzwiebeln waren super knusprig und perfekt gewürzt. Die Käsespätzle waren super cremig und soooo lecker! Wenn die Portion nicht eh schon so groß gewesen wäre, hätte ich hier gerne mehr davon gehabt. Außerdem mußte ich diesmal nicht nachsalzen. Der Kartoffelsalat war gut, aber da hab ich ehrlich gesagt in Stuttgart auch nichts anderes erwartet.

Obwohl ich nach diesem Riesenteller schon ziemlich satt war, stand noch etwas auf der Speisekarte, an dem ich selten vorbei gehen kann: der Kaiserschmarrn. Er stand auf der Karte mit „+ Rosinen“, ich nehme an, wenn man diese möchte, muß man sie mitbestellen. Ist mir ehrlich gesagt erst später aufgefallen, Kaiserschmarrn ist nämlich das einzige Gericht, in dem Rosinen eine Daseinsberechtigung haben. Ich habe sie nicht extra mitbestellt, und so waren auch keine drin.

Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob der Kaiserschmarrn selbst gemacht war… es gab nichts, was auf das eine oder andere hingedeutet hätte. Es war halt ein normaler Kaiserschmarrn. Das Apfelmus dazu war gefühlt nicht selber gemacht, hat aber gut dazu gepasst. Man kann damit nichts falsch machen.

Für mich war das ein super Preis-Leistungs-Verhältnis und nicht nur auf Grund der Portionsgröße sehr stimmig. Wenn wir mal wieder in der Nähe sind, möchte ich auf alle Fälle noch viel mehr von der Speisekarte probieren, denn die klingt echt gut!

Bier haben wir hier allerdings keines probiert, das gebe ich zu, es stand jetzt nichts auf der Karte, was ich unbedingt hätte testen müssen und bei Bier bin ich eh heikel und mag nicht so allzuviel.

Also Prost und Wirsing; Sususi

Sun Moon Tea Cafe, Stuttgart

Po`boy. Croque Monsieur. Chivito. Bánh mì. Überall auf der Welt hat sich die Idee vom belegten Brot – aka dem Sandwich – als schnelles, sättigendes Streetfoot etabliert. Im Grunde ist das Prinzip aber immer dasselbe: Brot + Belag = einfache, flexible Mahlzeit. Stuttgart hat das natürlich auch zu bieten. Speziell geht es heute um ein neues kleines vietnamesisches Café in der Nähe der Liederhalle im Untergrund des Bosch-Areals.

Sun Moon Tea Innenbereich

Dort hat das Sun Moon Tea Cafe eröffnet, welches sich von den klassischen Kuchen-u. Cappuccino-Cafés unterscheidet: statt dessen gibt es hier vietnamesischen Kaffee, Bubble Tea und Matcha Latte. Dazu Reisnudelgerichte oder eben: Banh mi.

Sun Moon Tea Cafe im Bosch Areal in Stuttgart

Und da wir zu der Kategorie von Leuten gehören, die auch mal Abwechslung vom ewigen Burger-Pommes-Döner wollten und gerade eh in der Nähe waren, haben wir das natürlich ausprobiert. Theoretisch hätten wir auch im Cafe essen können, es gibt innen ein paar schnuckelige Sitzplätze. Draußen vor dem Cafe könnte man auch sitzen, aber das Problem ist hier eher die Lage selbst – nämlich das Untergeschoss des Bosch-Areals. Das es dort so nach Piss.., ähm, unangenehm äh riecht, dafür kann der Laden ja nichts. Aber angenehm finde ich das nicht, und daher haben wir uns fürs Mitnehmen entschieden. Wir haben uns zwei Bánh mì bestellt, einen Matcha Latte und einen Mango-Matcha-Latte (zusätzlich mit Mangosirup).

Matcha Latte Sun Moon Tea

Alles wurde frisch nach Bestellung zubereitet und, wie in vielen asiatischen Gegenden üblich, praktisch im Beutel verpackt – nicht unbedingt umweltfreundich, aber funktional um alles zusammen heil nach Hause zu bekommen.

Wer Bánh mì nicht kennt: es handelt sich um eine Art längliches Brötchen mit Füllung aus Pate, Fleisch, Tofu, diversen Gemüsen eingelegter und nicht eingelegter Art, Koriander, eventuell Mayo und/oder Sriracha. Da es davon aber so viele Varianten gibt wie bei uns vom „belegten Brot“, kann die Füllung stark variieren. Hier bestand sie klassisch aus Pate, mariniertem Schweinefleisch, eingelegtem Gemüse (Rettich und Möhre), Gurke, Koriander, ganz wenig Sriracha. Eine Variante mit Hähnchen hätte man auch bestellen können. Entscheidend für ein gutes Bánh mì ist aber das Brot. Hier findet man schon mal Baguettes, Semmelartiges oder, auch schon gesehen: Bánh mì auf Ciabatta. Ein richtiges Brot für Bánh mì ist aber etwas Besonderes. Baguette z.B. ist außen knusprig, aber gleichzeitig etwas zäh. Eine alte Semmel ist außen bröselig, aber gleichzeitig knusprig. Bánh mì ist außen glatt splittrig und knusprig, aber ohne zäh oder bröselig zu sein. Innen hingegen ist es eher fluffig. Das wird durch den Zusatz von Reismehl im Teig erreicht. Also so, daß die Füllung saftig sein kann, ohne daß die Kruste von innen nach außen durchweicht.

Und genau so ein Bánh mì gab es im Sun Moon Tea Cafe! Daheim haben wir die Bánh mì erst mal einer optischen Prüfung unterzogen – und das sah schon sehr gut aus.

Banh mi vom Sun Moon Tea Cafe in Stuttgart

Es roch richtig lecker und der erste Biss hat es dann auch bestätigt! Fleisch war zart, Gemüse war knackig, Brot perfekt. Und die Größe war für mich ebenfalls super, danach war man satt und zufrieden, ohne zu voll zu sein. Der Matcha Latte war auch sehr gut, entgegen meiner Befürchtung nicht zu süß. Für mich war hier die Kombination aus Geschmack, Portion und Preis sehr stimmig. Es ist eine schöne Ergänzung in der Stuttgarter Streetfood-Kategorie, die gut erreichbar ist und die man definitiv ausprobieren sollte. Insbesondere, wenn der Matcha Latte hier nur 5,90 kostet und das Bánh mì um die 6 – 7 Euro!

Also, Ăn ngon miệng nhé und Wirsing, Sususi
PS: falls da jetzt nicht steht: Guten Appetit, mein Vietnamesisch beschränkt sich nun wirklich aufs Essen!

„BlockHouse“, Stuttgart

Ich liebe Steak! Am besten so blutig wie möglich. Und ich habe in meinem Leben schon jede Menge davon gegessen. Mal bessere, mal schlechtere und ein paar Mal wirklich außergewöhnlich gute. Wenn also jemand als Abendessen ein Steakhouse vorschlägt, bin ich dabei.

Deshalb war ich auch mit dabei, als wir in Stuttgart im „BlockHouse“ in der Königsstraße waren. Warum sage ich das dazu? BlockHouse ist eine Kette von Restaurants, also kann ich in diesem Fall nur für diese Filiale sprechen. Vielleicht ist es in einer der restlichen 66 Filialen ja anders.

BlockHouse in der Königsstraße Stuttgart

Was aber sicher gleich ist, ist die Speisekarte. Und schon da finde ich eine Sache nicht so prickelnd: Steaks gibt es nicht einzeln. Also ich kann nicht einfach ein Steak bestellen und sonst nix. Man wird quasi gezwungen, den Salat, die Baked Potato, die Sourcream und die Scheibe Knoblauchbrot mit dazu zu nehmen.

Baked Potato mit SourCream, Meerrettich und Knoblauchbrot

Klar, man kann extra Beilagen bestellen. Man kann auch extra Salat bestellen. Oder Saucen. Man kann auch sagen, das ganze drumherum bitte weglassen. Nur: der Steakpreis ist sozusagen der Komplettpreis. Lasse ich hier die Baked Potato, den Salat und das Brot weg und nehme z.B. Grillgemüse dazu, zahle ich den Komplettpreis + das Grillgemüse extra. Ganz ok finde ich, daß man den Salat weglassen kann, und dann für 3 Euro Aufpreis eine der Vorspeisen bestellen kann. Auf der anderen Seite ist das aber doof, wenn ich halt wirklich Steak essen gehen will.

Eingang vom BlockHouse in der Königsstraße in Stuttgart

Gut, wir wurden gesessen und dann auch irgendwann bedient.

Jetzt kommt der zweite Punkt. Ich bestellte als Vorspeise eine Bull Soup, dann ein Mr. Rumpsteak. Dann wollte die Bedienung sich schon meinem Freund zuwenden. Ich bestellte einfach weiter, denn ich wollte das Steak ohne Kartoffel, Brot und Sourcream, sondern mit Steakbutter. Ok, hat sie auch noch aufgeschrieben, dann noch nach dem Dressing für den Salat gefragt (American, French und Italian) und dann wollte sie schon wieder bei meinem Freund weiter machen. (no pun intended…) Keine Abfrage des Gargrades? Ich bestellte halt einfach weiter, ich wollte es nämlich rare haben. Das hat mich etwas irritiert. Ganz viele Restaurants, die Steak servieren, treffen den gewünschten Gargrad halt mal nicht punktgenau, damit kann ich leben, solange er nicht total daneben ist. Aber bisher bin ich immer gefragt worden, wie ich das Steak gerne hätte.

BlockHouse Beilagen-Salat mit American Dressing

Der Salat kam, da kann man nicht meckern, der war ok. Die BullSoup war auch gar nicht schlecht, heiß, gute Portion, geschmacklich auch gut, aber nichts Besonderes.

Bull Soup im BlockHouse Stuttgart
Bull Soup Einlage im BlockHouse Stuttgart

Das Steak kam.

Mr. Rumpsteak im BlockHouse Stuttgart

Meine Steakbutter nicht. Sie brauchte Nachfragen beim Kellner und dann noch mal 5 Minuten. Das Steak war vom Gargrad her allerdings sehr gut getroffen.

Rumpsteak Rare im BlockHouse Stuttgart

Nur: die Qualität des Fleisches war… meh. Das Fleisch selber war nicht besonders geschmackvoll. Ja, man macht die Augen zu und weiß, man isst Fleisch. Damit endet es aber auch schon. Tut mir leid, aber da war nicht viel Eigengeschmack da. Die Steakbutter war dann, als sie kam ok, aber auch kein Wow-Effekt. Und das schlimmste: hier war ein wirklich großes Stück Steak so voller Sehnen, daß man es nicht essen konnte. Auch nicht schneiden. Oder sonst was tun. Also wirklich kein Fett (das mag ich) sondern unkaubare, unschneidbare Sehnen. Und bei dem Preis ist das wirklich viel, was da weg musste. Das war nicht toll!

Sehnen im Rumpsteak im BlockHouse Stuttgart

Das lässt auf Folgendes schließen: erstens war das Fleisch wahrscheinlich nicht besonders lange gereift, ich gehe hier von max. 3 Tagen aus. Das könnte das flache Aroma erklären. Und zweitens handelt es sich vermutlich um einen sehr schlechten Cut, vermutlich ein günstiger Mischzuschnitt garantiert nicht aus dem Mittelstück.
Schade fand ich auch, daß hier zusätzlich zum Salz nur hauseigener Steakpfeffer und kein normaler Pfeffer zur Verfügung stand. Das ist natürlich Geschmackssache.

Steakpfeffer vom BlockHouse

Alles in allem: kann man zum schnellen Mittagessen machen. Muß man aber nicht und gerade in Stuttgart braucht man eigentlich nur ein paar Schritte weiter gehen und findet sehr viel bessere Steaks, auch welche, die sich preislich nichts nehmen. Abacco´s z.B. hat für ca. 26 Euro 200 g Rumpsteak und das von sehr viel besserer Qualität als hier. Vielleicht noch irgendwann eine andere Filiale ausprobieren, einfach um den Service und die Fleischqualität zu vergleichen, ansonsten ist das für mich ein Restaurant, in das ich nicht mehr gehen brauche.

Bis dahin: Wirsing, Sususi

Chocqlate – raw, fair, lecker?

Auch dieses Jahr gab es in Stuttgart im April die Frühjahrsmessen, unter anderem wieder die SlowFood Messe. Wir waren natürlich dort! Und haben wieder ordentlich eingekauft.

Chocqlate

Und einer der wirklich tollen Entdeckungen die ich dieses Jahr gemacht habe, ist „CHOCQLATE“. Dort gibt es, wie man sich sicher schon denken kann, Schokolade. Aber, und jetzt kommt das Besondere: die Hersteller verwenden „Virgin Cacao“. Wer sich etwas in der Schokoladenherstellung auskennt, weiß: Kakaofrucht -> ernten, öffnen, Bohne raus, fermentieren lassen, trocknen, mahlen, Zucker und Milch dazu -> Schokolade. Also ganz grob gesagt. Chocqlate trocknet die peruanische Kakaobohne aber schon direkt nach dem Ernten mitsamt dem Pulp. Durch die übersprungene Fermentation wird kaum bzw nur eine leichte Säure entwickelt. Zusammen mit dem bis zu 72-stündigem Conchierprozess sorgt diese Kombination für folgendes: die Schokolade wird einerseits sehr cremig, auch in hohen Kakaoanteilen wenig bitter und andererseits bekommt die Schokolade durch den Virgin Cacao eine irgendwie rohe und ursprüngliche Note, die zu Schokolade hervorragend passt. Es ist fast so, als würde hier eine vierte Schokoladendimension freigeschaltet.

Wir haben hier vor allem die hochprozentigen Schokoladen probiert, also ab 70 % aufwärts, wir sind dann bei der 99% pur, bei 89% pur und bei 89% mit Timut Pfeffer hängen geblieben.

Chocqlate Auswahl

Und die müßt ihr unbedingt probieren! Timut Pfeffer ist verwandt mit dem Szechuan-Pfeffer, also eigentlich kein richtiger Pfeffer. Er hat einen ganz fein zitronigen Geschmack und hinterlässt im Mund ein gaaaanz leicht bitzelndes, taubes, frisches Gefühl, und wenn die Menge wie hier perfekt passt, dann hat man das alles eingebettet in unglaublich zartschmelzende, intensiv kakao-ige (ok, das Wort gibt es jetzt einfach) Schokolade. Jeder kleine Biss ist hier wirklich ein extremer Genuß!

Die 99% pur ist einfach nur zart und gut. Probiert die bitte auch. Sie hat absolut gar nichts mit Lindt 99% zu tun, sogar die 100% von Zotter kommt hier nicht mit.
Allerdings muß man eines sagen: wenn man sich mal schnell die Zutaten von Lindt anschaut: Kakaomasse, fettarmes Kakaopulver, Kakaobutter, Vanilleextrakt. Wobei Lindt auch Kakaobohnen aus mehreren Ländern nutzt. Sieht man sich die Zutaten von Chocqolate an: Zutaten: Kakaomasse, Kakaobutter, ungeröstete & gemahlene Kakaobohnen, Kokosblütenzucker (1% = 0.7 g pro Tafel). Das heißt, Lindt ist in diesem Fall zwar die eindeutig zuckerfreie Variante.

Chocqlate 99% Pur

Aber: geschmacklich ist Chocqlate eindeutig vorne. Müssen wir über Preise sprechen? Die Chocqlate wirbt mit Nachhaltigkeit, Fairness und Qualität, das heißt, man ist mit 7 – 8 Euro pro Tafel (= 75 g) dabei. Hab ich es gezahlt? Ja. Hat es sich gelohnt. Ja. Würde ich es wieder tun? Definitiv: Ja.

Wenn ihr z.B. in München auf dem Tollwut Festival die Möglichkeit habt, vor Ort ein Stückchen zu probieren oder auf der nächsten SlowFood Messe – unbedingt zuschlagen!
In diesem Sinne:
Channel deinen inneren Oompa Loompa und iss mehr Schokolade!

Wirsing, Sususi