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Brauhaus Eins, Stuttgart

In Stuttgart gibt es gut und gerne 10 Brauhäuser. Und in den meisten davon war ich schon. In einem jetzt allerdings das erste Mal: im Brauhaus Eins im Boschareal.

Brauhaus Eins in Stuttgart

Das war eigentlich mehr eine spontane Entscheidung, aber wie sich herausstellte, eine sehr gute. Man sitzt dort nämlich im Vergleich mit anderen Brauhäusern echt gut. Ja, es war voll, wahrscheinlich war wieder eine Vorstellung in der Liederhalle dran, aber zu zweit haben wir trotzdem gleich einen Platz bekommen. Und konnten uns dort noch gut unterhalten, denn trotz des vollen Hauses war die Akustik angenehm.

Brauhaus Eins Innenbereich

Die Speisekarte brachte mich persönlich etwas in Entscheidungsnot, denn es standen da so viele Sachen drauf, die ich gerne probiert hätte. Am Ende wurde es dann der Schwabenteller. Dieser ist sozusagen von allem ein Bisschen: Unter den Röstzwiebeln versteckt sich eine selbstgemachte Maultasche. Dazu gab es eine leckere Bratensauce, cremige Käsespätzle und Kartoffelsalat.

Schwabenteller im Brauhaus Eins Stuttgart

Das war eine perfekte Entscheidung! Nicht nur war die Maultasche selber gemacht, sie hatte auch einen tollen Geschmack und eine perfekte Konsistenz, sprich: nicht zu weich und nicht zu hart. Die Bratensauce hat gut dazu gepasst, und die Röstzwiebeln waren super knusprig und perfekt gewürzt. Die Käsespätzle waren super cremig und soooo lecker! Wenn die Portion nicht eh schon so groß gewesen wäre, hätte ich hier gerne mehr davon gehabt. Außerdem mußte ich diesmal nicht nachsalzen. Der Kartoffelsalat war gut, aber da hab ich ehrlich gesagt in Stuttgart auch nichts anderes erwartet.

Obwohl ich nach diesem Riesenteller schon ziemlich satt war, stand noch etwas auf der Speisekarte, an dem ich selten vorbei gehen kann: der Kaiserschmarrn. Er stand auf der Karte mit „+ Rosinen“, ich nehme an, wenn man diese möchte, muß man sie mitbestellen. Ist mir ehrlich gesagt erst später aufgefallen, Kaiserschmarrn ist nämlich das einzige Gericht, in dem Rosinen eine Daseinsberechtigung haben. Ich habe sie nicht extra mitbestellt, und so waren auch keine drin.

Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob der Kaiserschmarrn selbst gemacht war… es gab nichts, was auf das eine oder andere hingedeutet hätte. Es war halt ein normaler Kaiserschmarrn. Das Apfelmus dazu war gefühlt nicht selber gemacht, hat aber gut dazu gepasst. Man kann damit nichts falsch machen.

Für mich war das ein super Preis-Leistungs-Verhältnis und nicht nur auf Grund der Portionsgröße sehr stimmig. Wenn wir mal wieder in der Nähe sind, möchte ich auf alle Fälle noch viel mehr von der Speisekarte probieren, denn die klingt echt gut!

Bier haben wir hier allerdings keines probiert, das gebe ich zu, es stand jetzt nichts auf der Karte, was ich unbedingt hätte testen müssen und bei Bier bin ich eh heikel und mag nicht so allzuviel.

Also Prost und Wirsing; Sususi

Sun Moon Tea Cafe, Stuttgart

Po`boy. Croque Monsieur. Chivito. Bánh mì. Überall auf der Welt hat sich die Idee vom belegten Brot – aka dem Sandwich – als schnelles, sättigendes Streetfoot etabliert. Im Grunde ist das Prinzip aber immer dasselbe: Brot + Belag = einfache, flexible Mahlzeit. Stuttgart hat das natürlich auch zu bieten. Speziell geht es heute um ein neues kleines vietnamesisches Café in der Nähe der Liederhalle im Untergrund des Bosch-Areals.

Sun Moon Tea Innenbereich

Dort hat das Sun Moon Tea Cafe eröffnet, welches sich von den klassischen Kuchen-u. Cappuccino-Cafés unterscheidet: statt dessen gibt es hier vietnamesischen Kaffee, Bubble Tea und Matcha Latte. Dazu Reisnudelgerichte oder eben: Banh mi.

Sun Moon Tea Cafe im Bosch Areal in Stuttgart

Und da wir zu der Kategorie von Leuten gehören, die auch mal Abwechslung vom ewigen Burger-Pommes-Döner wollten und gerade eh in der Nähe waren, haben wir das natürlich ausprobiert. Theoretisch hätten wir auch im Cafe essen können, es gibt innen ein paar schnuckelige Sitzplätze. Draußen vor dem Cafe könnte man auch sitzen, aber das Problem ist hier eher die Lage selbst – nämlich das Untergeschoss des Bosch-Areals. Das es dort so nach Piss.., ähm, unangenehm äh riecht, dafür kann der Laden ja nichts. Aber angenehm finde ich das nicht, und daher haben wir uns fürs Mitnehmen entschieden. Wir haben uns zwei Bánh mì bestellt, einen Matcha Latte und einen Mango-Matcha-Latte (zusätzlich mit Mangosirup).

Matcha Latte Sun Moon Tea

Alles wurde frisch nach Bestellung zubereitet und, wie in vielen asiatischen Gegenden üblich, praktisch im Beutel verpackt – nicht unbedingt umweltfreundich, aber funktional um alles zusammen heil nach Hause zu bekommen.

Wer Bánh mì nicht kennt: es handelt sich um eine Art längliches Brötchen mit Füllung aus Pate, Fleisch, Tofu, diversen Gemüsen eingelegter und nicht eingelegter Art, Koriander, eventuell Mayo und/oder Sriracha. Da es davon aber so viele Varianten gibt wie bei uns vom „belegten Brot“, kann die Füllung stark variieren. Hier bestand sie klassisch aus Pate, mariniertem Schweinefleisch, eingelegtem Gemüse (Rettich und Möhre), Gurke, Koriander, ganz wenig Sriracha. Eine Variante mit Hähnchen hätte man auch bestellen können. Entscheidend für ein gutes Bánh mì ist aber das Brot. Hier findet man schon mal Baguettes, Semmelartiges oder, auch schon gesehen: Bánh mì auf Ciabatta. Ein richtiges Brot für Bánh mì ist aber etwas Besonderes. Baguette z.B. ist außen knusprig, aber gleichzeitig etwas zäh. Eine alte Semmel ist außen bröselig, aber gleichzeitig knusprig. Bánh mì ist außen glatt splittrig und knusprig, aber ohne zäh oder bröselig zu sein. Innen hingegen ist es eher fluffig. Das wird durch den Zusatz von Reismehl im Teig erreicht. Also so, daß die Füllung saftig sein kann, ohne daß die Kruste von innen nach außen durchweicht.

Und genau so ein Bánh mì gab es im Sun Moon Tea Cafe! Daheim haben wir die Bánh mì erst mal einer optischen Prüfung unterzogen – und das sah schon sehr gut aus.

Banh mi vom Sun Moon Tea Cafe in Stuttgart

Es roch richtig lecker und der erste Biss hat es dann auch bestätigt! Fleisch war zart, Gemüse war knackig, Brot perfekt. Und die Größe war für mich ebenfalls super, danach war man satt und zufrieden, ohne zu voll zu sein. Der Matcha Latte war auch sehr gut, entgegen meiner Befürchtung nicht zu süß. Für mich war hier die Kombination aus Geschmack, Portion und Preis sehr stimmig. Es ist eine schöne Ergänzung in der Stuttgarter Streetfood-Kategorie, die gut erreichbar ist und die man definitiv ausprobieren sollte. Insbesondere, wenn der Matcha Latte hier nur 5,90 kostet und das Bánh mì um die 6 – 7 Euro!

Also, Ăn ngon miệng nhé und Wirsing, Sususi
PS: falls da jetzt nicht steht: Guten Appetit, mein Vietnamesisch beschränkt sich nun wirklich aufs Essen!