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Flann O`Brien, Graz

„A pint of plain is your only man“. Mit dieser Ode an das Guinness hat James Joyce vermutlich mehr Menschen ins Pub gelockt als jede Werbekampagne. Uns eingeschlossen. Also landeten wir am Freitag im Flann O´Brien.
Das Wetter war super, also haben wir uns draußen in den Innenhof gesetzt, der sich zwischen Kastner & Öhler und besagtem Irish Pub befindet. Und ehrlich gesagt sitzt man da auch deutlich gemütlicher und schöner als drinnen. Außerdem laufen drinnen mehrere Fernseher mit diversen Sportveranstaltungen. Wir haben um ca. 17 Uhr einen schönen Platz bekommen, aber wir haben schon gesehen, daß viele Plätze reserviert waren. Wer später dran ist, sollte das im Auge behalten.

Innenhof Flann O`Brien Irish Pub in Graz

Während ich mich an ein klassisches Guinness hielt, bestellte meine Begleitung ein Whitebird, ein White Stout. Die Craft Beer Auswahl im Flann´s wechselt immer mal wieder, daher sollte man die Gelegenheit nutzen, wenn es auf der Karte steht – es ist nämlich sehr gut und mal was anderes. Gebraut wird es übrigens in Zusammenarbeit mit dem Sudhaus Graz.

Die Auswahl zum Essen fiel mir mal wieder schwer, es standen ein Haufen Sachen auf der Karte, die ich sehr gerne esse und die auch hervorragend in ein Pub und zum Bier passen.
Wir entschieden uns dann für die BBQ Spare Ribs mit Chips und den „Good Pie“.

Good Pie im Flann O`Brien in Graz

Dieser war ein Kartoffel-Pie, also wie der Shepherd´s Pie ein mit Kartoffelpüree überbackener Auflauf. In diesem Fall fleischlos (die fleischige Variante gab es auch als Cottage Pie): verschiedene Gemüsesorten mit Pale Ale geschmort und überbacken mit Kartoffelpüree mit roter Bete. Dazu ein kleiner Beilagensalat. Der war von der Zusammenstellung ok, aber: er hatte so gut wie kein Dressing. Es waren auf dem obersten Salatblatt/Karotten ein oder zwei Spritzer Essig und das war es. Das fand ich persönlich echt schade, denn ein guter Salat hätte so gut zum Pie gepasst.
Den Pie selber fand ich gut. Ich habe etwas nachgesalzen, ansonsten war er heiß und hat mir auch von der Portion her absolut gereicht. Die rote Bete im Kartoffelpüree gab eine hübsche rote Farbe, man hatte allerdings ein wenig diesen süßlich-erdigen-säuerlichen Geschmack von roter Bete im Hintergrund. Nicht sehr stark vorschmeckend, aber wer keine rote Bete mag – könnte störend sein.

Good Pie Innenleben im Flann O`Brien in Graz

Die Spare Ribs waren der Beschreibung meiner Begleitung nach auch sehr gut; ich habe kurz von der Sauce probiert, die fand ich lecker. Dazu bekam man die üblichen Condiments und, ganz wichtig für die Fish & Chips Esser: Malzessig.

Obwohl ich eigentlich ziemlich gut satt war, wollte ich den Nachtisch nicht ausfallen lassen: die Whiskeykarte des Flann O’Brien ist nämlich ziemlich beeindruckend: rund 300 Sorten stehen zur Auswahl.

QR-Code zur Whiskeykarte vom Flann O`Brien in Graz

Ich habe von dieser Vielfalt natürlich völlig unvernünftig Gebrauch gemacht und genau den einen Whiskey bestellt, den ich ohnehin immer trinke.

Laphroaig Whiskey 10yo cask strenth im Flann O`Brien in Graz

Am Besten schreibt man der Bedienung hier auf, welchen man möchte und sucht ihn dann mit ihr am Tablet raus, so kriegt man sicher das, was man möchte. Dazu bestellte ich den Apple Crumble. Der kam warm, mit einer Kugel veganem Vanilleeis und er war soooo geil! Ernsthaft, wenn der ganze Abend Mist gewesen wäre, der Apple Crumble hätte alles rausgerissen.

Apple Crumble im Flann O`Brien in Graz

Die Apfelstückchen waren hier schön klein und gut durch, aber mit kleinen Nussstückchen in der Crumble-Kruste, nicht zu flüssig/saucig, leichte Zimtnote und mit der Crumble-Schicht drauf und dazu das wirklich gute Eis. Wenn ich nicht gewusst hätte, daß es veganes Eis ist, hätte ich es übrigens maximal an der Farbe als Vergleich zum normalen Vanilleeis erkannt, es war etwas dunkler. Aber es hatte keinerlei seltsamen oder „off“ Nachgeschmack oder Mundgefühl, wie man es bei „Milcheis“ ja manchmal in der veganen Variante hat. Die Süße vom Crumble war perfekt, die kleinen Beerenspiegel-Tupfer haben noch mal einen leicht frischen Kontrast reingebracht. Boah, da hätte ich mich reinlegen können. Das war DAS perfekte Dessert für mich. Die Schokotart muß auch gut gewesen sein, aber ich habe sie selber nicht probiert.

Zum Schluß noch ein kurzes Lob an unsere Bedienung, sie hat ungefragt ein Glas Wasser an den Tisch gebracht, nachdem sich jemand verschluckt hatte. Das fand ich sehr aufmerksam und leider heutzutage nicht mehr selbstverständlich.
Preislich sind wir für meinen Geschmack an der oberen Grenze. Ja, das Essen war sehr gut. Ja, alles ist teurer geworden. Aber für ein Pub sind wir dann doch schon etwas teurer. Es ist halt was, was man gerne zwischendurch machen kann, aber einfach nur für ein Guinness vorbeikommen und was Kleines snacken – eher nicht. Wiederkommen würde ich trotzdem, nämlich alleine schon, um einen guten Whiskey zu trinken und dazu einen Apple Crumble zu genießen.

In diesem Sinne: Slán und Wirsing, Sususi

Ganesha Graz

Bisher mussten wir für gutes indisches Essen gut 650 km weit fahren. Nach Bad Liebenzell. Dort ist das „Veda“ und es ist in der Region Stuttgart/Pforzheim/Karlsruhe für mich das beste indische Restaurant. Jetzt kann man sich ja denken, daß ich dort nicht mehr so oft essen gehe, seit ich in Graz bin. Glücklicherweise durfte ich am Freitag feststellen, daß auch Graz in dieser Hinsicht sehr gut ausgestattet ist. Da die beiden anderen ausgesuchten Inder spontan nicht auf hatten, folgten wir dem Wink des Universums und begaben uns statt dessen in die Pestalozzi-Straße ins Ganesha.
Wenn man nicht weiß, wo es ist, man muß schon drüber stolpern, sonst findet man es nicht. Einfach rein, die Stufen runter und links…. schon steht man drin…
Ganesha Eingang
…in einem Restaurant mit typisch „indischem“ Dekor und Flair: viel Gold, roter Samt, diverse Wandbilder. Ziemlich gemütlich drinnen und bequem wenn man sitzt. Die Stühle sind doppelt so schwer, wie sie aussehen.Wir wurden mega freundlich empfangen und die ganze Zeit betreut und bedient!

Getränkemäßig kriegt man hier natürlich auch einen Mango-Lassi
Mango Lassi
aber auch zur Abwechslung mal indisches Bier. Cobra oder Kingfischer steht zur Auswahl, beides passt einfach gut zum Essen, da es schöne leichte Biere sind, die die Gewürze im Essen gut auffangen.
Cobra Bier
Ein Blick in die Speisekarte verrät noch mehr Interessantes: zum einen steht hier eine Mulligatawny-Suppe auf der Karte.
Mulligattani Soup
Wer sie nicht kennt, die „Mulligattani“: es ist sozusagen ein Überbleibsel der britischen Kolonialzeit in Indien. Sozusagen ein Zugeständnis der Inder an die britische Menüfolge (eine Vorsuppe) und ein Zugeständnis der Engländer an die würzige indische Küche (mit viel Curry). Im Laufe der Zeit wanderte die Suppe dann auch mit nach England und ist dort heute noch sehr beliebt. Nur außerhalb von England findet man sie eigentlich so gut wie gar nicht. Im Ganesha kann man sie probieren. Dort ist sie sehr heiß, mit ordentlich Einlage, sehr gut und nicht scharf.
Scharf waren dafür diese hier: die Chili Pakoras mit Tamarinden-Dip:
Chili Pakoras
Der Pakora-Teig war ziemlich dick, aber vom Geschmack her gut. Die kleinen grünen Chilis da drin sind schön scharf, nicht ganz Buldak Ramen Niveau aber schön scharf, was heißt, man kann sie gut essen, der Tamarinden-Dip war lecker dazu (ich hätte ihn nicht gebraucht) und alles in allem machen sie ein klein wenig süchtig….

Als Hauptgerichte stehen viele Gerichte auf der Karte, die man woanders auch findet, z. B. das Lamm Khorma (mild):
Lamm Khorma
Aber auch wieder Gerichte, die man sonst nicht findet, zum Beispiel den Kerala Dream, ein Fisch-Curry:
Kerala Dream Fischgericht
Auch wenn hier keine Makrelen-Art für das Curry verwendet wurde (ein typischer Fisch für Kerala Fish Curry ist King Mackerel), war es ein schöner fester Fisch, der zart und nicht trocken war. Er ist nicht zerfallen und er war vorher schön angebraten worden, bevor er in die Soße kam. Diese war würzig (ich wurde zwar gefragt, ob ich es „spicy“ möchte…. da geht noch was! Wahrscheinlich muß sich auch das Restaurant erst an die Kunden rantasten, wenn man bekannter ist, wird es bestimmt auch schärfer…), cremig, rund und einfach zum reinlegen!

Als Beilage kann man diverse Brote auswählen oder Reis. Wir entschieden uns diesmal für Garlic Naan – und das war eine sehr gute Entscheidung!
Garlic Naan
Außen knusprig und splittrig, innen weich und warm und das Ganze mit einem kleinen Hauch Knoblauch. Die perfekte Ergänzung, um die ganze Sauce aufzutunken.

Das Ganze war ein rundum Wohlfühl-Paket, bei dem alles stimmte. Ambiente, Service, Essen… ein kleiner Kokosschnaps am Ende rundet die ganze Sache ab, besonders bei so netten Gastgebern. Wir waren satt und zufrieden und diesmal muß ich dem Schild am Eingang recht geben:
Ganesha Schild

Namaste und Wirsing,
Sususi