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Dem´s Gourmet; Murpark Graz

Könnt Ihr euch noch an Döner erinnern, wie sie vor 35 Jahren waren? Als noch saftige Fleischstücke im Fladenbrot waren, mit Zwiebeln und Sumach und ganzen Büscheln von Petersilie? Nein? Ich schon. Und ich vermisse sie. Ich weiß nicht mehr genau, wann diese dünnen, halb durchsichtigen armlangen Streifen aufkamen, aber sie haben das Ess-Erlebnis nicht gerade verbessert. Insbesondere, wenn man plötzlich statt Rind oder Kalb nur noch Pute oder Hähnchen kriegt.
Deshalb war ich so neugierig, als jetzt immer wieder „Steak-Döner“ aus dem Boden ploppen und einer davon im Murpark in Graz. „Dem´s Gourmet“ bietet nicht nur Käseaufstriche, diverse Salate und Baklava zum dort essen oder mitnehmen sondern eben auch: Rindfleisch-Döner. Und: sie backen ihr Brot selbst. Ich weiß gar nicht, auf was ich neugieriger war.

Dem´s Gourmet im Murpark Graz

Am Samstag war es dann soweit. Wir haben uns einen Platz dort im Lokal gesucht. Da die Filiale erst seit einem kanppen halben Jahr fix dort ist, sah alles noch schick und neu aus. Unter den Getränken auf der Karte finden sich auch „selbst gemachte“ Limonaden z.b. mit Limette und Minze oder Holunder. Sie werden selber mit Sirup und Mineralwasser gemischt und garniert mit Minze serviert. Aber dafür waren wir ja nicht da.

Limetten-Minz-Limonade von Dem´s Gourmet im Murpark in Graz

Den Döner kann man entweder als Huhn oder Rind haben und als Dönerteller (16,90 € mit 160 g Rindfleisch), als Dürüm oder als Döner-„Sandwich“. Hier kommt jetzt das frisch in der Filiale gebackene Brot zum tragen. Man kann immer wieder zuschauen, wie neue Brote in bzw. aus dem Ofen kommen…

Brot von Dem´s Gourmet im Murpark in Graz

Außerdem kann ich unter mehreren verschiedenen Größen wählen und habe 4 verschiedene Saucen zur Auswahl. Vielversprechend. Wir bestellten als Vorpeise Knoblauchgarnelen. Dann zweimal Döner-Sandwich, einmal in S und einmal in L. Bekommen haben wir statt dessen allerdings ein Döner-Sandwich und einen Dönerteller. Missverständnis beim Aufnehmen der Bestellung; eine leicht verwirrte Bedienung kommt schon auch mal vor. Macht in dem Fall nichts, so konnten wir gleich sehen, wie der Döner-Teller aussieht. Ich bestellte für meinen Döner als „Füllung“ Joghurtsauce, Zwiebeln und Tomaten. Einfach, um mal den Geschmack zu testen.

Erst mal zu den Knoblauchgarnelen. Die waren lecker. Schön plump, guter Biss, viiiel Knoblauch. Kann man nichts falsch machen, wenn man die bestellt oder für später mitnimmt.

Knoblauch-Garnelen von Dem´s Gourmet im Murpark in Graz

Der Dönerteller war gut bestückt mit Fleisch, Pommes, Reis und Salat (ohne Dressing) und Brot. Sah gut aus, aber der Reis hat aus meiner Sicht noch Optimierungspotential. Er war gut gekocht und gut mit Salz gewürzt. Das war es aber auch schon. Wo sind meine Reisnudeln? Liebes Dem´s-Team, da geht wirklich noch was.

Dönerteller von Dem´s Gourmet im Murpark in Graz

Kommen wir jetzt aber zum Star des Tages: dem Döner (-Sandwich)!

Klar Rindfleisch. Saftig. Gut gewürzt. Zart. Hm, 1 Tomatenscheibe, das ist doch ein bisserle wenig. Zwiebeln etwas sparsam, ein Hauch Petersilie. Ja, normalerweise ist da noch Salat und Rotkraut etc drin. Aber wenn ich das rauslasse, mache ich halt vom anderen mehr rein… Etwas wenig Sauce. Zusammen: Ein Döner, der fast schmeckt, wie ein Döner schmecken sollte! Das Brot selber war gut. Knusprig, lecker, eigentlich passt es auch gut. Ich bin nur nicht sicher, ob ich mich an das Brot gewöhnen kann. Ein Döner nicht im Fladenbrot, das ist ungewöhnlich. Vielleicht nehme ich das nächste mal einen Dürüm. Das Fleisch war zwar immer noch maschinell geschnitten und daher seeehr dünn – aber geschmacklich echt gut. Alles in allem beißt man da rein und denkt sich: „Jap. Döner.“
Das war fast wieder ein Geschmackserlebnis wie früher und leider hat es mir damit so ziemlich jeden anderen Döner hier in Graz damit etwas verhagelt – ich fürchte, Döner kann ich ab jetzt nur noch im Murpark essen. Zumindest, bis wir die anderen „Steak-Döner“ probiert haben….

Was hat der Döner gekostet? Weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr. Es waren irgendwas um die 8 Euro. Ist das teuer? Ja. Zahle ich es? Ja. Warum? Weil das leider der beste Döner ist, den ich in den letzten Jahren irgendwo gegessen habe.
Die Tomaten hätten üppiger ausfallen dürfen, der Reis braucht noch etwas Liebe. Aber beim Fleisch kann ich nur sagen: Eline sağlık! So nah am Döner meiner Erinnerung war schon lange keiner mehr.
Wirsing, Sususi