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Sun Moon Tea Cafe, Stuttgart

Po`boy. Croque Monsieur. Chivito. Bánh mì. Überall auf der Welt hat sich die Idee vom belegten Brot – aka dem Sandwich – als schnelles, sättigendes Streetfoot etabliert. Im Grunde ist das Prinzip aber immer dasselbe: Brot + Belag = einfache, flexible Mahlzeit. Stuttgart hat das natürlich auch zu bieten. Speziell geht es heute um ein neues kleines vietnamesisches Café in der Nähe der Liederhalle im Untergrund des Bosch-Areals.

Sun Moon Tea Innenbereich

Dort hat das Sun Moon Tea Cafe eröffnet, welches sich von den klassischen Kuchen-u. Cappuccino-Cafés unterscheidet: statt dessen gibt es hier vietnamesischen Kaffee, Bubble Tea und Matcha Latte. Dazu Reisnudelgerichte oder eben: Banh mi.

Sun Moon Tea Cafe im Bosch Areal in Stuttgart

Und da wir zu der Kategorie von Leuten gehören, die auch mal Abwechslung vom ewigen Burger-Pommes-Döner wollten und gerade eh in der Nähe waren, haben wir das natürlich ausprobiert. Theoretisch hätten wir auch im Cafe essen können, es gibt innen ein paar schnuckelige Sitzplätze. Draußen vor dem Cafe könnte man auch sitzen, aber das Problem ist hier eher die Lage selbst – nämlich das Untergeschoss des Bosch-Areals. Das es dort so nach Piss.., ähm, unangenehm äh riecht, dafür kann der Laden ja nichts. Aber angenehm finde ich das nicht, und daher haben wir uns fürs Mitnehmen entschieden. Wir haben uns zwei Bánh mì bestellt, einen Matcha Latte und einen Mango-Matcha-Latte (zusätzlich mit Mangosirup).

Matcha Latte Sun Moon Tea

Alles wurde frisch nach Bestellung zubereitet und, wie in vielen asiatischen Gegenden üblich, praktisch im Beutel verpackt – nicht unbedingt umweltfreundich, aber funktional um alles zusammen heil nach Hause zu bekommen.

Wer Bánh mì nicht kennt: es handelt sich um eine Art längliches Brötchen mit Füllung aus Pate, Fleisch, Tofu, diversen Gemüsen eingelegter und nicht eingelegter Art, Koriander, eventuell Mayo und/oder Sriracha. Da es davon aber so viele Varianten gibt wie bei uns vom „belegten Brot“, kann die Füllung stark variieren. Hier bestand sie klassisch aus Pate, mariniertem Schweinefleisch, eingelegtem Gemüse (Rettich und Möhre), Gurke, Koriander, ganz wenig Sriracha. Eine Variante mit Hähnchen hätte man auch bestellen können. Entscheidend für ein gutes Bánh mì ist aber das Brot. Hier findet man schon mal Baguettes, Semmelartiges oder, auch schon gesehen: Bánh mì auf Ciabatta. Ein richtiges Brot für Bánh mì ist aber etwas Besonderes. Baguette z.B. ist außen knusprig, aber gleichzeitig etwas zäh. Eine alte Semmel ist außen bröselig, aber gleichzeitig knusprig. Bánh mì ist außen glatt splittrig und knusprig, aber ohne zäh oder bröselig zu sein. Innen hingegen ist es eher fluffig. Das wird durch den Zusatz von Reismehl im Teig erreicht. Also so, daß die Füllung saftig sein kann, ohne daß die Kruste von innen nach außen durchweicht.

Und genau so ein Bánh mì gab es im Sun Moon Tea Cafe! Daheim haben wir die Bánh mì erst mal einer optischen Prüfung unterzogen – und das sah schon sehr gut aus.

Banh mi vom Sun Moon Tea Cafe in Stuttgart

Es roch richtig lecker und der erste Biss hat es dann auch bestätigt! Fleisch war zart, Gemüse war knackig, Brot perfekt. Und die Größe war für mich ebenfalls super, danach war man satt und zufrieden, ohne zu voll zu sein. Der Matcha Latte war auch sehr gut, entgegen meiner Befürchtung nicht zu süß. Für mich war hier die Kombination aus Geschmack, Portion und Preis sehr stimmig. Es ist eine schöne Ergänzung in der Stuttgarter Streetfood-Kategorie, die gut erreichbar ist und die man definitiv ausprobieren sollte. Insbesondere, wenn der Matcha Latte hier nur 5,90 kostet und das Bánh mì um die 6 – 7 Euro!

Also, Ăn ngon miệng nhé und Wirsing, Sususi
PS: falls da jetzt nicht steht: Guten Appetit, mein Vietnamesisch beschränkt sich nun wirklich aufs Essen!

„BlockHouse“, Stuttgart

Ich liebe Steak! Am besten so blutig wie möglich. Und ich habe in meinem Leben schon jede Menge davon gegessen. Mal bessere, mal schlechtere und ein paar Mal wirklich außergewöhnlich gute. Wenn also jemand als Abendessen ein Steakhouse vorschlägt, bin ich dabei.

Deshalb war ich auch mit dabei, als wir in Stuttgart im „BlockHouse“ in der Königsstraße waren. Warum sage ich das dazu? BlockHouse ist eine Kette von Restaurants, also kann ich in diesem Fall nur für diese Filiale sprechen. Vielleicht ist es in einer der restlichen 66 Filialen ja anders.

BlockHouse in der Königsstraße Stuttgart

Was aber sicher gleich ist, ist die Speisekarte. Und schon da finde ich eine Sache nicht so prickelnd: Steaks gibt es nicht einzeln. Also ich kann nicht einfach ein Steak bestellen und sonst nix. Man wird quasi gezwungen, den Salat, die Baked Potato, die Sourcream und die Scheibe Knoblauchbrot mit dazu zu nehmen.

Baked Potato mit SourCream, Meerrettich und Knoblauchbrot

Klar, man kann extra Beilagen bestellen. Man kann auch extra Salat bestellen. Oder Saucen. Man kann auch sagen, das ganze drumherum bitte weglassen. Nur: der Steakpreis ist sozusagen der Komplettpreis. Lasse ich hier die Baked Potato, den Salat und das Brot weg und nehme z.B. Grillgemüse dazu, zahle ich den Komplettpreis + das Grillgemüse extra. Ganz ok finde ich, daß man den Salat weglassen kann, und dann für 3 Euro Aufpreis eine der Vorspeisen bestellen kann. Auf der anderen Seite ist das aber doof, wenn ich halt wirklich Steak essen gehen will.

Eingang vom BlockHouse in der Königsstraße in Stuttgart

Gut, wir wurden gesessen und dann auch irgendwann bedient.

Jetzt kommt der zweite Punkt. Ich bestellte als Vorspeise eine Bull Soup, dann ein Mr. Rumpsteak. Dann wollte die Bedienung sich schon meinem Freund zuwenden. Ich bestellte einfach weiter, denn ich wollte das Steak ohne Kartoffel, Brot und Sourcream, sondern mit Steakbutter. Ok, hat sie auch noch aufgeschrieben, dann noch nach dem Dressing für den Salat gefragt (American, French und Italian) und dann wollte sie schon wieder bei meinem Freund weiter machen. (no pun intended…) Keine Abfrage des Gargrades? Ich bestellte halt einfach weiter, ich wollte es nämlich rare haben. Das hat mich etwas irritiert. Ganz viele Restaurants, die Steak servieren, treffen den gewünschten Gargrad halt mal nicht punktgenau, damit kann ich leben, solange er nicht total daneben ist. Aber bisher bin ich immer gefragt worden, wie ich das Steak gerne hätte.

BlockHouse Beilagen-Salat mit American Dressing

Der Salat kam, da kann man nicht meckern, der war ok. Die BullSoup war auch gar nicht schlecht, heiß, gute Portion, geschmacklich auch gut, aber nichts Besonderes.

Bull Soup im BlockHouse Stuttgart
Bull Soup Einlage im BlockHouse Stuttgart

Das Steak kam.

Mr. Rumpsteak im BlockHouse Stuttgart

Meine Steakbutter nicht. Sie brauchte Nachfragen beim Kellner und dann noch mal 5 Minuten. Das Steak war vom Gargrad her allerdings sehr gut getroffen.

Rumpsteak Rare im BlockHouse Stuttgart

Nur: die Qualität des Fleisches war… meh. Das Fleisch selber war nicht besonders geschmackvoll. Ja, man macht die Augen zu und weiß, man isst Fleisch. Damit endet es aber auch schon. Tut mir leid, aber da war nicht viel Eigengeschmack da. Die Steakbutter war dann, als sie kam ok, aber auch kein Wow-Effekt. Und das schlimmste: hier war ein wirklich großes Stück Steak so voller Sehnen, daß man es nicht essen konnte. Auch nicht schneiden. Oder sonst was tun. Also wirklich kein Fett (das mag ich) sondern unkaubare, unschneidbare Sehnen. Und bei dem Preis ist das wirklich viel, was da weg musste. Das war nicht toll!

Sehnen im Rumpsteak im BlockHouse Stuttgart

Das lässt auf Folgendes schließen: erstens war das Fleisch wahrscheinlich nicht besonders lange gereift, ich gehe hier von max. 3 Tagen aus. Das könnte das flache Aroma erklären. Und zweitens handelt es sich vermutlich um einen sehr schlechten Cut, vermutlich ein günstiger Mischzuschnitt garantiert nicht aus dem Mittelstück.
Schade fand ich auch, daß hier zusätzlich zum Salz nur hauseigener Steakpfeffer und kein normaler Pfeffer zur Verfügung stand. Das ist natürlich Geschmackssache.

Steakpfeffer vom BlockHouse

Alles in allem: kann man zum schnellen Mittagessen machen. Muß man aber nicht und gerade in Stuttgart braucht man eigentlich nur ein paar Schritte weiter gehen und findet sehr viel bessere Steaks, auch welche, die sich preislich nichts nehmen. Abacco´s z.B. hat für ca. 26 Euro 200 g Rumpsteak und das von sehr viel besserer Qualität als hier. Vielleicht noch irgendwann eine andere Filiale ausprobieren, einfach um den Service und die Fleischqualität zu vergleichen, ansonsten ist das für mich ein Restaurant, in das ich nicht mehr gehen brauche.

Bis dahin: Wirsing, Sususi

Chocqlate – raw, fair, lecker?

Auch dieses Jahr gab es in Stuttgart im April die Frühjahrsmessen, unter anderem wieder die SlowFood Messe. Wir waren natürlich dort! Und haben wieder ordentlich eingekauft.

Chocqlate

Und einer der wirklich tollen Entdeckungen die ich dieses Jahr gemacht habe, ist „CHOCQLATE“. Dort gibt es, wie man sich sicher schon denken kann, Schokolade. Aber, und jetzt kommt das Besondere: die Hersteller verwenden „Virgin Cacao“. Wer sich etwas in der Schokoladenherstellung auskennt, weiß: Kakaofrucht -> ernten, öffnen, Bohne raus, fermentieren lassen, trocknen, mahlen, Zucker und Milch dazu -> Schokolade. Also ganz grob gesagt. Chocqlate trocknet die peruanische Kakaobohne aber schon direkt nach dem Ernten mitsamt dem Pulp. Durch die übersprungene Fermentation wird kaum bzw nur eine leichte Säure entwickelt. Zusammen mit dem bis zu 72-stündigem Conchierprozess sorgt diese Kombination für folgendes: die Schokolade wird einerseits sehr cremig, auch in hohen Kakaoanteilen wenig bitter und andererseits bekommt die Schokolade durch den Virgin Cacao eine irgendwie rohe und ursprüngliche Note, die zu Schokolade hervorragend passt. Es ist fast so, als würde hier eine vierte Schokoladendimension freigeschaltet.

Wir haben hier vor allem die hochprozentigen Schokoladen probiert, also ab 70 % aufwärts, wir sind dann bei der 99% pur, bei 89% pur und bei 89% mit Timut Pfeffer hängen geblieben.

Chocqlate Auswahl

Und die müßt ihr unbedingt probieren! Timut Pfeffer ist verwandt mit dem Szechuan-Pfeffer, also eigentlich kein richtiger Pfeffer. Er hat einen ganz fein zitronigen Geschmack und hinterlässt im Mund ein gaaaanz leicht bitzelndes, taubes, frisches Gefühl, und wenn die Menge wie hier perfekt passt, dann hat man das alles eingebettet in unglaublich zartschmelzende, intensiv kakao-ige (ok, das Wort gibt es jetzt einfach) Schokolade. Jeder kleine Biss ist hier wirklich ein extremer Genuß!

Die 99% pur ist einfach nur zart und gut. Probiert die bitte auch. Sie hat absolut gar nichts mit Lindt 99% zu tun, sogar die 100% von Zotter kommt hier nicht mit.
Allerdings muß man eines sagen: wenn man sich mal schnell die Zutaten von Lindt anschaut: Kakaomasse, fettarmes Kakaopulver, Kakaobutter, Vanilleextrakt. Wobei Lindt auch Kakaobohnen aus mehreren Ländern nutzt. Sieht man sich die Zutaten von Chocqolate an: Zutaten: Kakaomasse, Kakaobutter, ungeröstete & gemahlene Kakaobohnen, Kokosblütenzucker (1% = 0.7 g pro Tafel). Das heißt, Lindt ist in diesem Fall zwar die eindeutig zuckerfreie Variante.

Chocqlate 99% Pur

Aber: geschmacklich ist Chocqlate eindeutig vorne. Müssen wir über Preise sprechen? Die Chocqlate wirbt mit Nachhaltigkeit, Fairness und Qualität, das heißt, man ist mit 7 – 8 Euro pro Tafel (= 75 g) dabei. Hab ich es gezahlt? Ja. Hat es sich gelohnt. Ja. Würde ich es wieder tun? Definitiv: Ja.

Wenn ihr z.B. in München auf dem Tollwut Festival die Möglichkeit habt, vor Ort ein Stückchen zu probieren oder auf der nächsten SlowFood Messe – unbedingt zuschlagen!
In diesem Sinne:
Channel deinen inneren Oompa Loompa und iss mehr Schokolade!

Wirsing, Sususi

Veda, Bad Liebenzell

Ich glaube, ich hatte es schon einmal erwähnt: mein Lieblingsinder befindet sich in Bad Liebenzell. Nämlich das „Veda“. Und ich kenne das Restaurant schon, seit sie vor 9 Jahren dort aufgemacht haben. Was heißt: nächstes Jahr haben sie 10-jähriges Jubiläum und wir hoffen, daß der Betrieb nicht nur bis dahin sondern auch weit darüber hinaus erhalten bleibt.

Indisches Retaurant "Veda"

Warum ist es nun mein absoluter Lieblings-Inder zwischen Bad Liebenzell und Graz? Einfach, das Essen ist jedes Mal sehr gut. Seit 9 Jahren. Liegt zum einen daran, daß das „Veda“ ein absoluter Familienbetrieb ist und deshalb schon seit Jahren immer der selbe Koch hinter den leckeren Sachen steckt und zum anderen daran, daß man hier wirklich mit Leib und Seele hinter dem Restaurant und der verkauften Qualität steht. Das merkt man nicht nur am netten Umgang sondern auch an den Speisen selbst.

Schild

Schauen wir doch einmal ein wenig näher hin. Die Familie stammt aus Nordindien und damit aus einer Region, die gerne cremige Curries, Paneer und Joghurt isst, ebenso gerne wie Fleischgerichte und Tandoori-Gerichte. Sie ist normalerweise weniger scharf als die Südindische Variante. Das spiegelt sich hier auch in der Karte wieder. Nichtsdestotrotz findet man auch hier vegetarische Gerichte. Auf der Wochenkarte gibt es jeweils zwei Gerichte zur Auswahl, von denen eines mindestens vegetarisch ist, oft auch vegan. Die normalen Gerichte der Karte können auf Wunsch auch veganisiert werden.

Innen

Bei den Currys hier ist es so, daß man sich zuerst das Fleisch (also die Hauptzutat) raussucht, und danach noch die Sauce, die man gerne hätte. Man kann also Hähnchen bestellen mit Khorma. Oder lieber doch Garnelen mit Butter-Currysauce? Bei 4 Hauptzutaten und 7 Saucen sollte eigentlich jeder fündig werden. Biryanis, Tikka Masalas und Vegetarische Gerichte sind ebenfalls ausreichend vorhanden. Vorspeisen, Suppen, Salate und Desserts bieten eigentlich mehr, als man essen kann, aber genau so viel, wie man gerne essen möchte…

Essen

Wie gesagt, wir sind in Nordindien unterwegs, also ist die Frage, ob man das Gericht scharf möchte, ohne weiteres ungefährlich mit „ja“ zu beantworten. Mehr als pikant wird es trotzdem nicht, aber man bekommt dann ein Döschen Chilipulver zum selber nachwürzen.

Der Reis ist fluffig und als Beilage zum Essen perfekt gekocht.

Reis

Hier merkt man, daß man als Gast geschätzt wird. Die Portionen sind groß, aber man hat hier nie das Gefühl, daß einem die Speisen schwer im Magen lägen – nein, man fühlt sich nach dem Essen einfach nur sehr zufrieden. Gesättigt, aber nicht voll. Einfach glücklich. Deshalb gehe ich dort so gerne essen, denn das Rundum-Paket ist einfach unschlagbar und ich lege das Restaurant wirklich jedem ans Herz, der sich in der Gegend aufhält.

Namaste und Wirsing,
Sususi

P.S.: Wenn sich jetzt jemand über die fehlende Farbe im Mango-Lassi aufregt oder am Tandoori-Chicken – hier wird eben keine Lebensmittelfarbe ist Essen gekippt, indisch typisch hin oder her. Gefällt mir, denn hier sind die Lebensmittel frisch, ohne zusätzliche Geschmacksverstärker und die Qualität stimmt einfach.
P.P.S.: Das Restaurant hat übrigens sogar einen eigenen Tandoor-Ofen!

Gasthof „Zum Baum“, Weil der Stadt

Bei unserem letzten Besuch im „Ländle“ hatten wir das Glück, daß unser Stamm-Gasthof auf dem Weg Betriebsurlaub hatte. Also suchten wir nach einer Alternative und wurden in Weil der Stadt fündig. Wir fanden nämlich den Baum, genauer gesagt den Gasthof „Zum Baum“. Daß es hier kein Außenfoto gibt, liegt an der einfachen Tatsache, daß sich meine Synapsen nach dem Essen im gemeinschaftlichen Food-Koma verzückt zuckend auf dem Boden meines Gehirns wälzten und an nichts mehr denken konnten!

Eher am Stadtrand gelegen, ein wenig in einer Seitenstraße versteckt und daher ohne viel Durchgangsverkehr, sitzt man in dem kleinen Außengarten von einer Kastanie beschattet durchaus gemütlich, es gibt nämlich Sitzkissen für den empfindlichen Po. Drinnen ist es ein typisch rustikales Gasthaus, aber bei den Temperaturen war uns außen lieber.

Gastgarten

Ein Blick auf die Speisekarte lässt das Herz jeden Freundes der schwäbischen Küche ein wenig schneller schlagen; die Auswahl ist typisch und sozusagen für äll ebbes.

Karte Auszug

Schön ist, daß die Portionen in „klein“ und „groß“ zu haben sind. (Wobei das in Baden-Württemberg eher auf dem Papier so ist, denn die Portionen bewegen sich normalerweise zwischen riesig und noch riesiger). Bei mir fiel die Auswahl auf eine kleine (!) Portion Heckengäulinsen* mit ger. Bauch, Saiten und Spätzle. Für 10,50 € möchte ich hinzufügen, die anderen Preise sind ebenfalls für die heutige Zeit äußerst moderat.
Wie man sieht, ist die kleine Protion ganz schön groß!

Heckengäulinsen

Als Beilage gab es einen kleinen Salat, der für mich schon die erste positive Überraschung war, die Salate waren nämlich selber alle separat angemacht und hatten alle einen sehr guten Geschmack. Insbesondere der Karottensalat, der eine Spur Curry und Orangesaft enthielt.

Beilagensalat

Die Linsen, die waren einfach nur perfekt. Sie hatten einen ganz leichten Biss, waren sehr gut abgeschmeckt und hatten das perfekte Linsen-zu-Sauce-Verhältnis. Der Bauch war würzig und zart, die Saiten mit dem typischen „Snap“ ebenfalls ein Genuß. Wenn man auf gaaaaanz hohem Niveau jammern möchte, hätte es für mich noch ein kleiner Schuß Essig sein dürfen. Aber eben nicht müssen. Die Spätzle waren hier sehr dünn, geschmacklich aber einwandfrei.

Spätzle

Wie in Baden-Württemberg öfter üblich, bekamen wir eine Schale Spätzle für den ganzen Tisch, als Beilage einmal zu den Linsen und einmal zu den Schweinelendchen.

Schweinelendchen

Die Sauce hier war sehr gut abgeschmeckt, das Fleisch hätte meiner Begleitung gerne noch zarter sein können.
Alles in allem ein sehr schmackhafter Abend!

Bedient wurden wir sehr freundlich und schnell, und deshalb kommen wir auch gerne wieder einmal vorbei, wenn wir in der Gegend sind. Um die anderen verlockenden Sachen auf der Karte auszuprobieren.
Man kann dort wohl auch übernachten, das haben wir aber noch nicht ausprobiert.

Also, hauad nei und Wirsing,
Sususi

*Heckengäulinsen: Das Heckengäu ist eine Landschaft geprägt durch Jurakalkböden, also eher nährstoffarm, kalkhaltig und trocken. Das ist ideal für den Anbau von Linsen, die in den 50ern komplett von den Äckern im Heckengäu verschwanden und seit einigen Jahren ein ordentliches Revival erleben. Wenn es auch keine „echten“ Le Puy Linsen sind (der Name ist geschützt…) stammen die meisten Heckengäulinsen aus Saatgut eben dieser Linse.

Zum glücklichen Matthias (Wyk)

Letzten Sommer waren wir im Urlaub endlich wieder in Wyk auf Föhr. Die Insel kenne ich seit grob 40 Jahren…. und die meisten Lokale dort auch. Ein paar haben sich verändert, andere… nicht. Oder nicht viel. Eines der Restaurants, in dem man seit Jahrzehnten wirklich gut essen gehen kann, ist „Zum glücklichen Matthias“.
Zum glücklichen Matthias

2023 hat der Chef von dort auch noch ein weiteres Restaurant auf Föhr übernommen, ebenfalls ein altes Traditionslokal, nämlich „Bi de Pump“. Dort waren wir aber dieses Mal nicht.
Landkarte

Wir waren im „Matthias“, und wer dort hin möchte, der sollte unbedingt (unbedingt, unbedingt) reservieren. Ein paar Tage im Vorraus. Wenn ihr euch auch noch die Uhrzeit raussuchen wollt, ein paar Wochen im Vorraus. Es ist dort nämlich voll (zumindest in der Hauptsaison), und es gibt nicht viel Platz. Drinnen erwartet einen ein sehr interessanter Mix aus allen möglichen maritimen Deko-Stücken… Schiffe, Anker, Glocken, Landkarten, Leuchten etc. Lasst euch überraschen, man hat viel zu gucken, bis das Essen kommt.

Die Karte ist klein, aber fein, mit ein wenig Fleisch und vor allem frischem Fisch! Wir entschieden uns einmal für die Matjesfilets mit Apfel-Zwiebelsoße und Bratkartoffeln.
Matjesfilet

Das war lecker, aber für mich gab es hier eigentlich gar keine Auswahl – „Zum glücklichen Matthias“ hat nicht nur gerüchteweise sondern tatsächlich das beste Labskaus der Insel“ In „lütt“ (absolut ausreichend für mich) oder „grot“.
Labskaus
Wie man sehen kann, ist der Labskaus* hier eher von der weniger stückigen Sorte, aber nicht so fein, daß nur noch Brei übrig ist. Geschmacklich ist er hier perfekt abgeschmeckt – nicht zu salzig, nicht zu fest, nicht zu flüssig, die rote Beete kommt schön raus, die Kartoffeln auch, das gepökelte Fleisch schmeckt man auch noch, pikant abgeschmeckt. Alles eine runde Sache und der Hering, das gut gebratene Spiegelei und die rote Beete dazu – einfach mega! Die Sprossen hätte ich nicht gebraucht, gestört haben sie aber auch nicht. Es gibt auf der Insel noch mehrere Lokale, die Labskaus servieren, mal etwas rustikaler, mal etwas feiner, aber das hier ist mein absoluter Favorit!

Als Nachtisch gab es für uns dann noch einen Föhrer Manhatten (die Kirsche hat es leider nicht mehr aufs Bild geschafft), das ist sozusagen das Nationalgetränk von Föhr; Whiskey mit Wermut, und ist eigentlich einen eigenen Beitrag Wert, nicht nur, weil Föhr jetzt auch eine Whiskeybrennerei hat. Schmeckt jedenfalls und ist ein schöner Abschluss für ein gutes Essen in Wyk, also unbedingt probieren.
Föhrer Manhatten

Wenn ich wieder in Wyk bin – ein Besuch bei Matthias sollte auf alle Fälle drin sein! Zum Service im Lokal – zu uns waren sie immer freundlich. Friesisch, aber freundlich. Sie verzweifeln aber schon ein wenig, wenn Touristen nicht verstehen wollen, daß eben genau jetzt ohne Reservierung kein Platz mehr ist, aber sie verzweifeln freundlich und mir würde es da ehrlich gesagt nicht anders gehen…

Adjis und Wirsing,
Sususi

*Labskaus: ein Gericht, das aus Pökelfleisch, Kartoffeln, Zwiebeln, Roter Beete, Matjes und Gewürzgurken besteht. Meist wird ein Spiegelei dazu serviert. Ob und in welchen Mengenanteilen die Zutaten gestampft werden (und zu welcher Konsistenz) ist abhängig vom jeweiligen Koch…. meistens ist der Matjes nicht mitvermengt sondern als Beilage dabei. Es ist gar nicht so schwer zu machen, man kann als Fleisch z.b. auch Corned Beef verwenden. Und es schmeckt tausend mal besser, als es aussieht.

Sudhaus Graz

Wer aus Graz ist, der kennt sicher die Firma Anton Paar. Und wer Anton Paar kennt, der kennt sicher auch das Sudhaus. Unter der Woche dient das „Sudhaus“ als Firmenkantine; am Nachmittag und Abend dient es als Speiselokal. Zwischendrin wird dort namensecht auch noch Bier gebraut.
Sudhaus 1
Jetzt klingt eine Kantine als Speiselokal erst mal wenig animierend… aber das Sudhaus ist auch keine normale Kantine. Versprochen werden feiner Genuss, gemütliche Atmosphäre und präzise Braukunst.

An der präzisen Braukunst ist erst mal nichts auszusetzen (da die verwendeten Geräte sozusagen im Haus produziert wurden, sollte das auch so sein!), außer, daß das daraus resultierende Bier eben Geschmackssache ist und meinen Geschmack leider nicht wirklich trifft. Wer es selber probieren möchte, es finden dort auch immer wieder Braukurse statt, so daß man sich selber einmal dran versuchen kann.

Zur gemütlichen Atmosphäre sei gesagt, daß der vorherrschende Stil eher skandinavisch-modern anzusiedeln ist, und man dort nicht unbedingt gemütlich sitzt…schick sieht es aber aus, und die (2019 eröffnete) Dachterrasse ist gerade für die dort stattfindenden Veranstaltungen wie Mediterrane Abende, Grillveranstaltungen oder ähnliches schon schön. Sitzt man im Sommer im Erdgeschoss draußen, sitzt man zwar nicht direkt an der Straße, aber quer dazu und muß schon mit Verkehrslärm rechnen. Akustisch ist es innen ok. Man muß bei Veranstaltungen aber damit rechnen, sehr nahe am Lautsprecher oder der Musik selber zu sitzen, was einem das Unterhalten dann sehr schwierig bis unmöglich macht.

So, das war jetzt aber genug Kritik für heute, ab jetzt kommt nur noch Gutes:
nämlich der feine Genuss bzw. das Essen. Das ist nämlich sowohl in der Kantinenvariante als auch in der Restaurantvariante ziemlich lecker!

Meistens geht es mit einem kleinen Gedeck los (ja, das wird berechnet; das finde ich in der heutigen Zeit aber echt nicht „schlimm“; in Italien ist das Coperto schon seit Jahrzehnten üblich…). In diesem Fall war es ein kleiner lauwarmer Rindfleischsalat mit Kartoffelschaum und Zwiebelconfit. Dazu Brot und Aufstrich.
Lauwarmer Rindfleischsalat mit Kartoffelschaum und Zwiebelconfit
Mir persönlich hat es gut geschmeckt; vor allem finde ich es gut, daß man nicht immer nur Brot und Butter oder Brot und Kürbiskernaufstrich etc. bekommt, sondern sich in regelmäßigen Abständen immer etwas Neues ausgedacht wird.
Als Vorspeise hatte ich Beef Tatar:
Beef Tatar
Auch hier: die Qualität der verwendeten Produkte ist sehr gut. Geschmacklich ist das Beef Tatar im Sudhaus eines der besten in Graz (die Konsistenz ist super; nicht breiig sondern durchaus noch mit schönen Stückchen; sehr gut abgeschmeckt, nicht überwürzt)! Auch hier wechselt ab und zu die Dekoration, momentan gibt es dazu Senfkaviar, Kapernapfel, Eigelb; Pfifferlinge, Butter, etwas Kresse und als Beilage ein Bierbrot. Dem leicht getoasteten Bierbrot schmeckt man den Trester noch an, es ist schön knusprig aber nicht bröselig. Ich hatte das Beef Tatar schon mit Kürbiskernmayo dazu, das war auch eine gute Ergänzung.

Als Hauptgericht stehen wechselnde saisonale Gerichte auf der Karte, die im Internet abzurufen ist; die eigentliche Karte ist größer und enthält Gerichte, die sozusagen immer auf der Karte stehen.
Ich entschied mich hier für ein Gericht aus der saisonalen Küche:
Geröstete Lammleber mit Kartoffelpüree
Geröstete Lammleber mit Kartoffelpüree
Das Püree schön fluffig, die Leber gut geröstet, die Zwiebeln knusprig. Wenn es einen kleinen Kritikpunkt gibt, dann folgenden: Es wird im Sudhaus sehr salz-u. würzarm gekocht. Dadurch kommt einerseits der Eigengeschmack der Gerichte schön zur Geltung (so wie hier), andererseits läuft man Gefahr, daß die ganze Geschichte ziemlich fade wird (so z.b. bei den Nudelsaucen im Sudhaus).
Nach Amuse, Vorspeise und Hauptgericht war ich mehr als gut satt. Preislich ist das Sudhaus nicht günstig. Die Qualität der verwendeten Zutaten ist hoch, keine Frage, aber für ein gutes Preis-Leistungverhälnis sollte man eine der dort immer wieder stattfindenden Veranstaltungen wie beispielsweise die Brunch-Veranstaltungen aufsuchen. Und auf Nudeln verzichten. Suppen dort drüben, immer mega-lecker. Saucen dort drüben, ziemlich fade! Ich hatte schon Trüffelsauce, bei der macht man die Augen zu und schmeckt nicht raus, was es sein soll. Alle anderen Gerichte: durchaus lecker, manchmal braucht man noch etwas Salz, ansonsten immer einwandfrei bisher.

Wer noch Inspiration sucht:
Dachterrasse Grill
Mediterraner Abend 1
Dessert
Mediterraner Abend 2
Gansl Brunch Karte
Gans mit Ganslknödel

Wir sehen uns beim nächsten Brunch….
Wirsing; Sususi

Schmuckkästchen Miltenberg

Wer beim Anschauen des Filmes „Das Wirtshaus im Spessart“ genau hinschaut, kann es sehen. Das „Schmuckkästchen“, ein Hotel und eine Weinstube in einem der historischen Häuschen in der Miltenberger Altstadt.

Schmuckkästchen

Bis vor kurzem war das Haus nur als Hotel geöffnet; jetzt ist dort auch wieder eine Weinstube geöffnet! Haben wir natürlich unbedingt ausprobieren müssen. Die Öffnungszeiten sind hier Mittwoch bis Samstag ab 17:00 Uhr, das passt für ein gemütliches Glas Wein im Winter sehr gut.
Drinnen sitzt man rustikal und gemütlich; es herrscht eine angenehme Atmosphäre und eine gute Akustik, die es einem ermöglicht, trotz vollen Lokals eine Unterhaltung ohne Schreien führen zu können. Man fühlt sich wohl.

Wie es sich für ein Weinlokal in Mainfranken gehört, die Weinkarte ist sehr ausgiebig und regional gehalten. Eigentlich hat sie alles, was zu einem gemütlichen Glas Wein gehört: ca. 3 Seiten offene Weine (rot, weiß, rosé) und genügend Flaschenweine zum teilen:

Offene Rotweine

Da ich schon öfter in Miltenberg unterwegs war, wusste ich eigentlich schon, welchen Wein ich gerne wollte: nämlich einen Großheubacher Bischofsberg

Großheubacher Bischofsberg

Vom Weingut Kremer; ein Spätburgunder angebaut auf Bundsandstein und daher kräftig, nicht zu viel Tannine; leicht rauchig-würzig und etwas Säure.
Von daher für mich wunderbar passend, daß es auf der Speisekarte eine große Käseplatte gab:

Käseplatte groß

Nicht nur hübsch angerichtet sondern auch DIE perfekte Ergänzung zu einem kleinen Schluck Wein. Erstmal bin ich etwas erschrocken (jaja, die Gefahr ist bei einer nicht näher definierten Käseplatte halt immer gegeben…) – aber zwei der Käse auf der Käseplatte waren Blauschimmelkäse. Eigentlich bin ich da gar kein Freund von.. (ok, ich kann sie nicht runterkriegen…). Aber diese hier waren aus der süßlich-milden Richtung, kein scharfer Gorgonzola (der für mich auch gar nicht zum Wein gepasst hätte) sondern sehr cremig-süßlich-mild. Zwei dezente weitere Weichkäse waren noch dabei und ein würzigerer Hartkäse. Alles nicht übertrieben würzig und daher den Wein deutlich im Vordergrund stehen lassend. Es gab noch einen selber gemachten Dip dazu: ein Pflaumensenf. Passte für mich auch sehr gut, denn er war nicht zu süß. Olivenöl zum dippen und etwas Brot und eine kleine Salatgarnitur rundeten die Sache ab, waren aber nichts besonderes. Für mich eine stimmige Sache.

Es gibt aber auch noch andere Speisen auf der Karte, die je nach Hunger zum Wein genossen werden können. Zum Beispiel Fränkische Bratwürste, Schweinebraten oder: Flammkuchen! In verschiedenen Varianten. Deshalb entschied ich mich beim zweiten Besuch für die Mediterrane Variante: (mit Feta und Tomaten):

Flammkuchen Mediterran

Ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil, ich sage es ungern, aber ich habe selten so einen guten Flammkuchen gegessen! (und ich habe ca. 10 Jahre meines Lebens sozusagen im Epizentrum des Flammkuchens verbracht). Ich muß sogar leider zugeben, daß meiner lange nicht sooo gut ist. Dünn, knusprig, heiß, gut belegt, gschmackig. Alleine davon werde ich jetzt wahrscheinlich bis nächstes Silvester träumen.

Ein schöner Abschluss nach dem Wein durfte auch nicht fehlen (Doppelbockbrand hätten sie eh nicht gehabt…), ein Grappa stand zur Auswahl nebst diversen anderen Bränden.

Grappa

Auch dieser spricht für die Qualität des ganzen Abends.

Für mich: jeder Zeit gerne wieder und ich freue mich auf den nächsten Besuch. Man sollte unbedingt reservieren, es ist dort immer sehr gut besucht gewesen.

In diesem Sinne: Prost, Servus und Adeela
Wirsing; Sususi

Space Expo Noordwijk; NL

Welches Land fällt Euch als erstes ein, wenn man nach Raumfahrnationen fragt? Oder als Zweites? Drittes? Niederlande wäre da an wievielter Stelle? Wusstet Ihr, daß man in Delft Aerospace Engineering studieren kann, also Luft-u. Raumfahrttechnik? Und daß es in Noordwijk eine ESA-Niederlassung gibt, das ESTEC (Europäisches Weltraumforschungs-u. Technologiezentrum)? Und: dort gibt neben dem ESA-Gelände auch ein kleines Museum, die Space Expo. (Leider fährt momentan der „Space Train“ nicht, mit dem Besucher auch auf das ESA-Gelände geführt werden; ob oder wann er wieder fährt ist momentan unklar).

Nur, um mal schnell die Größenverhältnisse klar zu machen…das Besucherzentrum mit Museum sind die kleinen Hallen rechts neben dem Fußballplatz…der Rest ist ESA…
ESA Gelände

Die Anreise ist eigentlich recht gut ausgeschildert und nicht zu übersehen.
Space Expo
Vor dem Eingang gibt es noch einen Kinderspielplatz, der auch gut besucht war.
Innen gibt es ein kleines Cafe und einen kleinen Souvenier-Shop mit T-Shirts, Puzzeln, Käppis und diversen Spielzeugen. Die Größen der Kleidungsstücke sind allerdings Glückssache, es sind nicht unbedingt von allen Sachen alle Größen vorhanden.

Wer es noch nicht weiß, die Niederlande hatten sogar schon Astronauten im All und einen davon auf der ISS: André Kuipers
André Kuipers
Im Museum gibt es alles mögliche von ihm zu sehen; Autogramme, Fotos, sein Raumanzug… und die Soyuz-Raumkapsel, mit der er dort oben war:
Sojoez TMA-03M
(Wer die Falcon-9 mit der Dragon hat starten sehen…wahnsinn, was für ein Unterschied das ist! Und wie viel Platz die heutigen Astronauten haben… )

Es gibt eine Menge mehr zu sehen (obwohl die Ausstellung nicht besonders groß ist; in so 2 Stunden max. ist man eigentlich fertig).
Prototypen verschiedenster Satelliten…
Olympus
… die Mondlandung…
Mondlandung
… ein echtes Stück Mond…
Mond
… einen Eisenmeteoriten aus Argentinien (den man hier sogar anfassen darf)…
Argentinischer Eisenmeteorit
… und jede Menge Memorabilia
Raumanzug Kuipers
Es gibt sehr viele Infotafeln und ein paar interaktive Konsolen, auf denen man seinen eigenen Satelliten bauen kann, ausprobieren kann wie man aussähe wenn man schwerelos auf dem Mond springt, oder einen Tropomi-Filter ausprobieren kann. Der Haken an der Sache? So gut wie alles ist nur auf Niederländisch oder Englisch. Besucher mit Kindern sollten sich darauf einsellen. Man kann zwar einen Guide buchen ab 1 Person, aber auch nur auf Niederländisch oder Englisch.

Cool ist allerdings, daß es ein Modell eines Moduls der ISS gibt, durch das man hindurchgehen kann, mit einem Ausflug in die Cupola: (wenn dort grade Nacht wird, einfach ein bisserle warten, bis es wieder Tag wird)
ISS To Cupola
Ein alter russischer Spionagesatellit liegt dort auch noch rum:
Russischer Spionagesatellit
Alles in allem hat sich der Besuch für mich gelohnt, es gab eine Menge zu lesen und eine Menge zu erfahren. Ob man dafür unbedingt quer durch die Niederlande fahren muß, sei dahingestellt. Aber wenn man eh in der Gegend ist, sollte man es nicht verpassen, wenn man sich ein wenig für Raumfahrt interessiert.
Oh, und wer wissen will, wie das mit dem Klo, den Astronauten und der ISS ist… der muß dort einen Abstecher auf das Klo machen, da steht es nämlich erklärt:
Klo-Frage
Wirsing und tot ziens,
Sususi

Lu&Na Woodstone BBQ; Kelpen-Oler (NL)

2021 waren wir zum ersten Mal in den Niederlanden im Urlaub…abgesehen davon, daß wir eine super Zeit hatten, hatten wir auch noch super Essen zum Futtern. Und ich rede jetzt nicht von Frikandeln (brrr….), Bitterballen (mehr brrrr) und Fritten (Dicke. Dicke Pommes. Wer tut denn so was und warum?). Freunde sind nämlich über ein Steakhaus gestolpert und da wir auch gerne Steaks essen, mussten wir das natürlich auch ausprobieren. Und fanden es so gut, daß wir in der einen Woche Urlaub sogar noch ein zweites Mal dort waren! Jetzt ist ein gutes Steak nie zu verachten. Und wenn es aussieht, wie hier, ein Genuß:

Ribeye Steak
Aber: es ist heute nicht mehr sehr schwierig, ein gutes Steak zu bekommen und deshalb habe ich etwas anderes bestellt. Es stand nämlich auf der Empfehlungskarte ein Gericht, welches nicht sehr oft zu finden ist: Pluma vom Iberico-Schwein*
Pluma vom Iberico
Es war sooo schweinisch, so zart und sooooo saftig zubereitet, daß ich ein ganzes Jahr lang nur von diesem Schwein geträumt habe! Die Tomatensalsa als Beilage war nichts besonderes, die hätte ich gar nicht gebraucht. Aber die Fleischqualität und die perfekte Zubereitung – das mußten wir einfach wiederholen.
Wie schon gesagt, ein Steak kriege ich auch Zuhause und deshalb landeten diesmal die Schweinerippchen auf dem einen Teller: (die, laut dem Verspeiser „sehr, sehr lecker“ waren)
Armenian Ribs
Mich aber hatte das Versprechen von frischer, neapolitanischer Pasta auf der Karte fast schon genötigt, „Tagliatelle mit Scampi“ zu bestellen.
Pasta mit Meeresfrüchten
Der Teller war übrigens absurd groß/tief, deshalb sieht die Portion hier so klein aus… sie war ausreichend, um mit einem Nachtisch zusammen satt zu werden. Was soll ich sagen? Geschmacklich wirklich her-vor-ra-gend!

Nun, irgendwann ist der Urlaub leider vorbei… man träumt immer noch schweinisches…und dann hat man das Glück und kommt im nächsten Jahr wieder in die Gegend! Und stellt fest: das Restaurant ist umgezogen! Großer Schock auf den ersten Blick, Erleichterung auf den zweiten: es ist immer noch in der näheren Umgebung geblieben (jetzt in Kelpen-Oler), hat den holzbefeuerten Pizzaofen mitgenommen und serviert immer noch „Armenian Woodstone Barbeque“.
Lu&Na BBQ
Jetzt ist es direkt an einer gut erreichbaren Straße mit einem großen Außenbereich…
…einem Innenbereich mit Blick auf den riesigen Pizzaofen…
Pizzaofen + Grill
…und man kann dort schön gemütlich sitzen:
Innen2
Also, das Innen-u. Außenleben hat sich geändert, die Belegschaft auch. Und das Essen?
Ist glücklicherweise immer noch köstlich! Diesmal fingen wir mit ein paar Vorspeisen an: hier die „Soep von de Dag“, eine kalte Tomatensuppe mit Olivenöl und Paprika.
Soep van de dag
Es waren noch Stückchen in der Suppe vorhanden, sie war nicht glatt passiert, aber es waren nirgends Schalenstückchen zu finden. Es hätte allerdings ein wenig mehr Salz haben können. Ansonsten eine gute, leichte Vorspeise; bei den folgenden Portionen auch eine wirklich gute Idee… alternativ ist auch ein Tuna Tartar zu haben:
Tuna Tartar
..oder die Bruschetta LuNa nach „Art des Chefs“
Bruschetta Lu&Na
Die haben mir extrem gut gefallen: auf dem einen war eine Oliven-Tapenade mit eingelegten Tomaten, auf dem anderen eine Avocadocreme, Käse, Parmaschinken und eingelegte Paprika. Geschmacklich einfach Bombe!
Steak gibt es immer noch vom offenen Grill: (als Beilage gab es gegrilltes Gemüse und eine scharfes Kräuteröl)
Ribeye steak
Man sieht, das mit den Gargraden funktioniert hier auch; wer englisch will, der bekommt auch englisch!
Ribeye2
Was ist jetzt aber mit meinem Schwein? Gibt es auch noch! Entweder als Steak oder als…Burger:
Iberico Pork Burger
Das ist der „Iberico Pork Burger“. Ich dachte eigentlich, es ist ein normaler Burger. Halt mit einem Patty aus Iberico-Hackfleisch. Nein, sie grillen das Iberico am Spieß, wenn es fertig ist, kommt es auf das Bun. Auf welches ich tatsächlich hätte verzichten können. Die Sauce ist auch immer noch die gleiche Tomatensalsa. Aber das Fleisch! Ein außen knuspriger, innen saftiger, zartschmelzender Traum!

Die Qualität des Fleisches und der anderen Zutaten ist immer noch richtig gut! Und, nachdem der Pizza-„Koch“ krankheitsbedingt am ersten Abend nicht da war, hatten wir Glück, und beim zweiten Besuch konnten wir diese doch auch noch probieren.
Dies hier ist die Pizza Mediterana:
Pizza Mediterana
Und dies hier ist die Pizza…die Pizza…ja, hm, welche denn nun?
Pizza what
Unschwer zu erkennen ist, daß auf der Pizza Burrata Cream befindet. Theoretisch sollte es sich auch laut Bestellung um die Margherita 2.0 handeln. Witzigerweise ist sie auf der gedruckten Menükarte im Restaurant aber als vegetarisch ausgewiesen. Dem würde allerdings die Wurst auf der Pizza widersprechen. Das würde wieder besser zu der Pizza Diavola passen, diese hätte Spianata Calabrese drauf….egal wie, geschmeckt hat sie. Der Teig war geschmackvoll (das muß eine Pizza wirklich können!) und obwohl er außen so dick war, war er so fluffig, daß das nicht auffiel. Es hätte jedoch ein wenig weniger Belag bei mir sein können, durch das Pesto, die Gemüse und ja, auch das Fett vom Käse wurde der Boden dann doch weich. Nicht suppig, aber sehr weich. Geschmacklich fand ich sie jedenfalls auch gut, aber der Fokus liegt hier eindeutig auf dem Barbeque!

Leider gibt es am neuen Standort keine Pasta mehr; liegt vielleicht daran, daß es einen Wechsel am Küchenchef gab (jetzt eine Chefin; die ist aber wirklich auf Zack! Sie ist mit eingesprungen, als coronabedingt die Bedienungen ausgefallen sind…)

Dessert haben wir am neuen Standort noch keines ausprobiert, liegt vielleicht daran, daß uns das beim letzten Mal nicht so wirklich überzeugt hat:
Dessert
Dessert
Sprühsahne und Hagelslag… nicht wirklich meins.

Aber sollten wir mal wieder dort hinkommen…dann muß es diesmal ein Steak bei mir werden…außer, es gibt wieder Iberico *sabber*

Das war es für heute,

Wirsing, Sususi

Pluma: das ist das sogenannte Federstück; die Spitze vom Rücken sozusagen.

Iberico: die geilste Schweinerasse überhaupt! Da kann das schäbisch-hällische Eichelmastschwein seinen Rüssel packen und heimgehen. Keine andere Rasse schmeckt so nach Schwein. Iberico-Schweine fressen als Hauptbestandteil ihrer Nahrung Korkeicheln und sind besonders verbreitet in Spanien und Portugal. Aus ihnen kann man auch geilen Schinken machen, den Jamón Ibérico de Bellota. Solltet Ihr je die Wahl haben zwischen Duroc, Iberico oder dem Schwäbisch-Hällischem… ich wüsste, was ich nehmen würde!