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Chocqlate – raw, fair, lecker?

Auch dieses Jahr gab es in Stuttgart im April die Frühjahrsmessen, unter anderem wieder die SlowFood Messe. Wir waren natürlich dort! Und haben wieder ordentlich eingekauft.

Chocqlate

Und einer der wirklich tollen Entdeckungen die ich dieses Jahr gemacht habe, ist „CHOCQLATE“. Dort gibt es, wie man sich sicher schon denken kann, Schokolade. Aber, und jetzt kommt das Besondere: die Hersteller verwenden „Virgin Cacao“. Wer sich etwas in der Schokoladenherstellung auskennt, weiß: Kakaofrucht -> ernten, öffnen, Bohne raus, fermentieren lassen, trocknen, mahlen, Zucker und Milch dazu -> Schokolade. Also ganz grob gesagt. Chocqlate trocknet die peruanische Kakaobohne aber schon direkt nach dem Ernten mitsamt dem Pulp. Durch die übersprungene Fermentation wird kaum bzw nur eine leichte Säure entwickelt. Zusammen mit dem bis zu 72-stündigem Conchierprozess sorgt diese Kombination für folgendes: die Schokolade wird einerseits sehr cremig, auch in hohen Kakaoanteilen wenig bitter und andererseits bekommt die Schokolade durch den Virgin Cacao eine irgendwie rohe und ursprüngliche Note, die zu Schokolade hervorragend passt. Es ist fast so, als würde hier eine vierte Schokoladendimension freigeschaltet.

Wir haben hier vor allem die hochprozentigen Schokoladen probiert, also ab 70 % aufwärts, wir sind dann bei der 99% pur, bei 89% pur und bei 89% mit Timut Pfeffer hängen geblieben.

Chocqlate Auswahl

Und die müßt ihr unbedingt probieren! Timut Pfeffer ist verwandt mit dem Szechuan-Pfeffer, also eigentlich kein richtiger Pfeffer. Er hat einen ganz fein zitronigen Geschmack und hinterlässt im Mund ein gaaaanz leicht bitzelndes, taubes, frisches Gefühl, und wenn die Menge wie hier perfekt passt, dann hat man das alles eingebettet in unglaublich zartschmelzende, intensiv kakao-ige (ok, das Wort gibt es jetzt einfach) Schokolade. Jeder kleine Biss ist hier wirklich ein extremer Genuß!

Die 99% pur ist einfach nur zart und gut. Probiert die bitte auch. Sie hat absolut gar nichts mit Lindt 99% zu tun, sogar die 100% von Zotter kommt hier nicht mit.
Allerdings muß man eines sagen: wenn man sich mal schnell die Zutaten von Lindt anschaut: Kakaomasse, fettarmes Kakaopulver, Kakaobutter, Vanilleextrakt. Wobei Lindt auch Kakaobohnen aus mehreren Ländern nutzt. Sieht man sich die Zutaten von Chocqolate an: Zutaten: Kakaomasse, Kakaobutter, ungeröstete & gemahlene Kakaobohnen, Kokosblütenzucker (1% = 0.7 g pro Tafel). Das heißt, Lindt ist in diesem Fall zwar die eindeutig zuckerfreie Variante.

Chocqlate 99% Pur

Aber: geschmacklich ist Chocqlate eindeutig vorne. Müssen wir über Preise sprechen? Die Chocqlate wirbt mit Nachhaltigkeit, Fairness und Qualität, das heißt, man ist mit 7 – 8 Euro pro Tafel (= 75 g) dabei. Hab ich es gezahlt? Ja. Hat es sich gelohnt. Ja. Würde ich es wieder tun? Definitiv: Ja.

Wenn ihr z.B. in München auf dem Tollwut Festival die Möglichkeit habt, vor Ort ein Stückchen zu probieren oder auf der nächsten SlowFood Messe – unbedingt zuschlagen!
In diesem Sinne:
Channel deinen inneren Oompa Loompa und iss mehr Schokolade!

Wirsing, Sususi