Archiv für den Tag 13. August 2026

Safran, Stuttgart

Ich glaube, ich brauche eine kurze Pause vom Dönern… und ich habe euch das persische Restaurant „Safran“ noch gar nicht vorgestellt. Dort waren wir nämlich auch bei unserem letzten Aufenthalt in Stuttgart, da es nur wenige Gehminuten von der Liederhalle entfernt liegt.

Persisches Restaurant Safran in Stuttgart

Als wir dort ankamen, war ich erst unsicher, ob es überhaupt geöffnet war. Es wirkt nämlich von außen sehr unscheinbar und nach dem Betreten – war es dort sehr leer. Wir waren aber zugegeben unter der Woche dort und im Laufe des Abends füllte es sich etwas mehr. Am Wochenende soll es aber sehr gut besucht sein.

Innenbereich Restaurant Safran in Stuttgart

Für alle, die noch nie persisch essen war, gibt es eine Speisekarte, die die Zutaten der einzelnen Gerichte erklärt. Und wer trotzdem noch Fragen hat, der bekommt vom Haus gerne Hilfe und Empfehlungen.

Bei den Getränken haben wir uns natürlich für die Spezialitäten des Hauses entschieden: einmal eine Safran-Limo mit Safran, Ingwer, Pfefferminze, Chiasamen und Besenrauken (das sind Basilikumsamen…). Diese ungewöhnliche Kombination war…anders. Sehr erfrischend, leicht süßlich, würzig, ein wenig gewöhnungsbedürftig und gleichzeitig ausgesprochen lecker. Kleiner Tipp: schmeißt den Pappstrohhalm raus! Das Doogh (ähnlich wie Ayran) war geschmacklich schon vertrauter, passt aber ebenso gut zu den würzigen Gerichten und zu einem heißen Sommertag.

Als Vorspeise für zwei hatten wir Kaschke-e Bademjan, das ist eine Kombination aus gebratenen Aubergingen mit Schafskäsesauce, Pistazien, Minze und Röstzwiebeln, serviert mit Fladenbrot. Das war schon mal ein ausgezeichneter Einstieg, denn die Auberginen waren wunderbar zart, die Zwiebeln brachten einen herzhaften, süßlichen Biss und die Schafskäsesauce war cremig und einfach nur mjam. Fladenbrot dazu, und man is(s)t glücklich.

Kaschke-e Bademjan Vorspeise mit Auberginen im persischen Restaurant Safran in Stuttgart

Wenn man an persische Küche denkt, fallen den meisten zuerst Grillspieße oder Lamm ein. Mir auch. Aber ich mag mindestens genau so gerne die Gemüsegerichte und hier gab es eine schöne Auswahl davon. Daher entschied ich mich für Khoreschte Ghormeh Sabzi. Das ist ein Schmorgericht, eigentlich typisch für Persien. Hier präsentierte es sich mit fluffigem Safranreis, einer grünen Kräutersauce, die mich mit einer ausgerpägten „alliumartigen“ Note, die mich an Knoblauch, Bärlauch oder andere Lauchgewächse erinnerte. Laut Speisekarte basiert die Sauce auf Spinat, Bockshornklee und Koriander. Alles in allem ein würziges, geschmacklich schwer zu beschreibendes Gericht: Soulfood für mich.

Khoreschte Ghorme Sabzi im Restaurant Safran in Stuttgart

Der dazu servierte Musir-Dip (Joghurt mit Bärlauch und wildem Knoblauch; typisch für die persische Küche) bescherte mir allerdings eine kurze kulinarische Zeitreise! Wer sich an das Restaurant „Radio Erewan“ Ende der 90er aus Erlangen erinnert: dort habe ich diesen Geschmack das erste Mal erlebt und seit dem nie wieder – bis zum „Safran“! Musir erinnert etwas an Knoblauch-Dip; durch die namensgebende persische Wildschalotte aber deutlich runder und komplexer und weniger stechend. Eine wunderbar cremige Ergänzung zu den Hauptgerichten.

Als wären wir noch nicht satt genug gewesen, bestellten wir noch ein Dessert. Ich konnte den Baklava mit Tee nicht widerstehen während mein Begleiter sich für das Safraneis entschied.

Safraneis im persischen Restaurant Safran in Stuttgart

Und was soll ich sagen: es war ohne Einschränkung die eindeutig bessere Wahl. Es war hausgemacht und die leichte Safrannote gab dem Eis ein irgendwie luxuriöses Aroma auf wirklich hohem Niveau. Wenn ihr dort ein Dessert essen wollt, dann bitte das Eis nehmen! Die Baklava waren gut, ich hatte aber schon Varianten, die mich mehr begeistert hatten. Und meine eigenen sind ungelogen ebenfalls besser.

Baklava im Restaurant Safran in Stuttgart

Ich habe mich dort rundherum wohl gefühlt. Freundlicher Service, nette Beratung, angenehme Atmosphäre und das Wichtigste: sehr gutes Essen. Das man dort nur bar zahlen kann, ist zwar nicht mehr ganz zeitgemäß, passt aber irgendwie zum Gesamterlebnis.

Tee im Safran in Stuttgart

Also: Noosh-e jaan und Wirsing, Sususi