Fertig… und Fix!

Gerade habe ich meine letzte Prüfung bestanden – und bin somit fertige Fachkraft für Arbeitssicherheit. Aus diesem Grund müßt ihr jetzt noch dieses Wochenende auf Beiträge verzichten bevor es dann endlich weitergeht. Erst mal ist nämlich feiern angesagt!

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher… Nr. 143

Wer kennt sie nicht, die „Brigitte“? Seit Jahrzehnten unermüdlich um Mode, Kultur und Wohnen der Haus-u. aller anderen Frauen bemüht… Natürlich dürfen Rezepte nicht fehlen. Wem das dauerende Ausschneiden eben dieser zu doof ist, der findet ab und an Sammelbände in Buchform. So auch diesen hier: „Die schnellsten Rezepte aus der Brigitte-Küche“, 2009 im Bassermann-Verlag erschienen und ursprünglich von 2006. Die schnellsten Rezepte aus der Brigitte-Küche
96 Seiten und auf den ersten wird bereits versprochen, daß „Rezepte auch für Anfänger leicht und schnell nachzukochen sind und dabei so schmecken, als hätten Sie heimlich das goldene Kochabzeichen erworben“.

Also schnell zubereitet sollen sie sein, die Rezepte? Na, ich weiß ja nicht. 20 Minuten, ok, das ist schnell. 30 Minuten laß ich mir auch noch eingehen, aber alles drüber ist bei mir nicht mehr wirklich schnell. Muß jeder selber wissen. Außerdem sind die Zeitangaben wirklich zum Teil sehr willkürlich oder ich bin schon zu geübt in manchen Sachen. Aber das Linguine mit Knoblauch und Rauke unter die Kategorie „40-Minuten-Küche“ fallen, das erschließt sich mir nicht ganz…

Ein paar der Rezepte sind wirklich ganz normal und sollten eigentlich auch jedem schmecken. Und dann gibt es noch die anderen. So wie den Mozzarella mit Mango und Rauke. Oder die Kritharaki mit Kohlrabi und Feta. Oder den Schafskäse-Endivien-Salat mit Wassermelone. Ich weiß nicht, aber dieses Jahrzehnt hat es sich wohl zur Aufgabe gemacht, alles mit allem anderen zu mischen und zu servieren.

Schön finde ich die Informationen und Tipps, die man neben den Rezepten bekommt, z. B. Infos über bestimmte nicht allen unbedingt immer bekannte Zutaten wie Bresàola oder Surimi. Oder welche Küchenutensilien für die nachfolgenden Rezepte daheim im Schrank vorhanden sein sollten. Den Rezepten selbst kann man gut folgen und zumindest das Versprechen, daß Anfänger gut damit zurechtkommen, wurde offenbar gehalten.

Es ist ein für mich sehr nichtssagendes Werk; kein einheitliches Thema; kein roter Faden; nicht alle Kategorien der 20-Minuten-Küche (wie Suppen, Vegetarisch, Kinder, ect.) finden sich bei der 30-Minuten-Küche; und irgendwie ist nicht ganz klar, wie die wenigen ausgewählten Rezepte es geschafft haben, ausgewählt zu werden. Das ist eines der Werke, worauf man auch gut verzichten kann, denn soooo toll sind die Rezepte nun auch wieder nicht.

Wirsing, Sususi

Burhans Murrhardter Hof Stuttgart

Da ich bei meinem letzten Besuch in Stuttgart Abends den Rüssel voll hatte vor lauter Schweinen, war ich froh, daß wir ein Restaurant besuchten, welches auch andere Speisen auf der Karte hatte: nämlich den „Murrhardter Hof“. Ein Blick online auf die Speiekarte brachte zwei Erkenntnisse: erstens, die Speisekarte ist nicht ganz aktuell, was Preise und Speisen betrifft. Da ich sie heute aber nicht erreichen konnte, wird sie vielleicht grade überarbeitet. Und zweitens, alle kennzeichnungspflichtigen Zusatzstoffe waren brav aufgelistet. Dabei fiehl mir ins Auge, daß z. B. bei dem Gericht „Leberwurst mit Bratkartoffeln“ E220-228 angegeben war (geschwefelt.). Autsch, das kann eigentlich nur eines heißen: Fertigkartoffeln! Jetzt gibt es aber auch hier verschiedene Möglichkeiten, von Kartoffeln aus dem Glas (geht als Restaurant gar nicht) bis hin zur Variante nur geschält und vorgeschnitten (geht, wenn man einen guten Lieferanten hat, und damit ordentlich umgehen kann). Ich war also gespannt. Und wurde tatsächlich etwas überrascht.

Betritt man den Gastraum, dann hat man den Eindruck, daß das hier herrschende Ambiente unter die Kategorie „schlicht und edel“ zu fallen versucht. Unterstützt wird das ganze durch den Parkettboden, die dunklen Holzmöbel und die ansonsten schlichte weiße Wand ohne viel Deko. Hier rutscht das Ganze aber, bedingt durch die Höhe der Decke fast schon in die Kategorie „Wartehalle“ ab. Unterstützt wird das noch durch die Deckenstrahler, die allerdings so weit unten angebracht sind, daß Licht schon sehr gedämpft am Teller ankommt.

Trotzdem nicht ungemütlich. Leider wird der Platz hier gnadenlos ausgenutzt – wie man hier sehen kann, werden die Tische sehr eng eingedeckt. Wir haben an unserer langen Tafel im Nebenraum sogar ein Gedeck übersprungen und saßen immer noch sehr eng.
Murrhardter Hof Stuttgart
Bedient wurden wir freundlich (wenn auch nicht herzlich-überschwenglich) von einer Dame aus Österreich (?) und einem älteren Herren mit erstaunlichem Gedächtnis (er konnte sich beim Rechnung schreiben an fast alle Gerichte und Personen noch ohne Hilfe erinnern…). Bestellen konnte man allerlei Schwäbisches. Und, da man es sonst auf keiner Karte mehr so einfach findet und es nicht ganz einfach ist, es lecker zuzubereiten, mußte ich natürlich die „Rieslingkutteln mit Bratkartoffeln“ bestellen!

Alle Gerichte, die als Beilage einen Salat hatten, bekamen diesen vor dem Hauptgericht. Dazu wurden für den Tisch jeweils eine große Schüssel mit Kartoffelsalat gebracht. Dieser war wirklich sehr gut. (Wer mich kennt, der weiß, daß mir ein Kartoffelsalat-Lob gar nicht so einfach aus den Rippen zu leiern ist). Selbstgemacht, noch lauwarm, gut abgeschmeckt (nachsalzen und pfeffern steht jedem frei). Dann kamen auch schon recht schnell die Hauptgerichte (auch fast alle zusammen bzw. so viel, wie ein Ober eben tragen kann).

Und jetzt war ich sogar doppelt überrascht. Zunächst einmal die Kuttel. Rieslingkutteln sollten es ja sein. Ich bezweifle jedoch, daß diese Sauce jemals viel Riesling gesehen hat. Es war mehr eine Knoblauch-Sahne-Sauce. Ein leicht säuerlicher Einschlag, wie von sauren Kutteln oder Rieslingkutteln bekannt, fehlte völlig. Die Kutteln hätten teilweise auch etwas feiner geschnitten sein können. Außerdem waren sie von der Konsistenz her gut hingekriegt (also ohne den „Gummibandfaktor“). Geschmacklich war es zwar nicht das Erwartete, aber es war auch ok. Und dann die Bratkartoffeln. Diese waren wohl tatsächlich aus bloß vorgeschälten Kartoffeln gemacht: schön knusprig, nicht in Öl schwimmend, gut abgeschmeckt und noch angenehm bißfest. Darüber hinaus alles schön angerichtet.
Teller Rieslingkutteln
Ich gebe zu, das hätte ich nicht erwartet aber ich war tatsächlich mit meinem Hauptgericht zufrieden. Preislich gibt es hier übrigens alles zwischen 10 € (wie der Teller Kutteln) und 30 Euro. Bei den Hauptgerichten bis 15 Euro kann ich guten Gewissens sagen, hier kann man nichts verkehrt machen. Ob die Gerichte mit den höheren Preisen diese rechtfertigen – das kann ich noch nicht sagen. Es würde mich aber schon interessieren, denn auch was einige andere am Teller hatten, sah ziemlich lecker aus. Ich werde es bei Zeiten mal ausprobieren.

Bei der Rechnung wurde übrigens nicht wie oft üblich alles auf einen Bon geschrieben und dann auseinanderdividiert sondern jeder bekam seinen eigenen Bon fertig gemacht. Fand ich persönlich jetzt viel besser. Die ganze Sache schreit förmlich nach einem Revisited denn so ganz sicher bin ich noch nicht, was ich von dem Restaurant halten soll. Hintergrundgedudel gab es erfreulicherweise auch nicht…

Wirsing, Sususi

Schweinemuseum Stuttgart

Große Schweine, kleine Schweine, Seifenschweine, Spardosenschweine, PlüschschweineKinderbücherPorzellanfigürchenschweinevornehintenobenrechtslinksüberallschweine….“Aaaaargh“

So oder so ähnlich könnte man sich fühlen, wenn man durch die inzwischen fast 50.000 Ausstellungsstücke im Schweinemuseum in Stuttgart durch ist. Passenderweise im alten Schlachthof-Verwaltungsgebäude untergebracht, beherrbergt das Museum seit 2010 Schweine in alle Formen, Farben, Größen und Materialien.
Trämli Bahn
Zwar erfährt der Besucher in drei Stockwerken ein paar Fakten zur Herkunft des Schweines und der verschiedenen Rassen, der Hauptaugenmerk der in 25 Themenzimmer gegliederten Ausstellung ist aber dennoch das Schwein in all seinen Dekorations-Formen.
China Schwein
Exotisches…
Chinesisches Porzellanschwein
…bis Erotisches…
Sexy Schweine
..verteilt sich auf knapp 1000 Quadratmetern – und es ist nicht immer hilfreich, daß man zumindest bis in den ersten Stock immer den Duft der anschließenden Gaststätte in der Nase hat (und die Schweine vor der Nase…).
Kinderreime
Allerdings muß ich zugeben, daß man sich relativ schnell ob der ganzen schweinischen Masse etwas erschlagen fühlt… spätestens im Raum mit den ganzen Setzkästen stellt sich so eine Art Schweine-Overkill-Gefühl ein:
Setzkästen Schweine
In verschiedenen Räumen hat man als Erwachsener allergings Schwierigkeiten mit den ganz untersten Ausstellungskästen, während andere sogar als Giraffenmensch ebenfalls schwer einzusehen wären… aber es gibt hier so viel zu sehen, daß es darauf letztendlich nicht wirklich ankommt. Wer kann schon sagen, er hätte alle 50.000 Exponate ausgiebig betrachtet…

Am Ende kann man nur sagen, Schwein gehabt! Es geht nämlich auch wieder raus, eventuell noch an einer Sonderausstellung vorbei (diesmal Nußknacker aus dem Erzgebirge…sogar da waren vier Schweine dabei!)
Spardose Schwein 2
Bereut habe ich den Besuch hier definitiv nicht, es ist ein wirklich humorvolles Museum. Und wer den Besuch gleich mit einem Essen im Restaurant nebenan abschließen möchte, der hat sicher einen schönen Ausflug gemacht.

Der Eintritt kostet für den normalen Erwachsenen 5,90 € (ist eine Sonderausstellung, dann einen Euro mehr) und man sollte so etwa eine Stunde einplanen. Das Museum ist übrigens bequem mit der U9 (Richtung Hedelfingen) Haltestelle Schlachthof zu erreichen.

Na, denn Prost! So viel Schwein muß man erst mal verdauen…
Rüssel-Putzer

Wirsing, Sususi

PS: Ach ja, wer sich fragt, ob man dort mit seinen Kinder hingehen soll:
Eine Mutter mit ihren zwei Kindern ist vielleicht ein gutes Beispiel. Nach dem zweiten Raum fragte das Mädchen (so um die 6 Jahre geschätzt): „Mama, was kann man denn hier machen?“ Leider antwortete die Mutter strategisch ungeschickt mit „Nichts, hier kann man nur schauen…“ Den Rest der Ausstellung verbrachte das Mädchen damit, mit seinem Bruder zwischen den Schaukästen fangen zu spielen, während die Mutter verzweifelt versuchte, die beiden für Spardose Nummer 819 zu begeistern…
Ich find Dich Saustark

Meine Kochbücher…Nr. 142

Im kulinarischen Weihnachtsgeschenk meiner Schwester war auch ein Glas Ghee dabei. Das erinnerte mich an ein kleines Kochbuch von 1993 aus dem Asfahani-Verlag: „Indische Küche – Südostasiatische Kochrezepte vom Himalaya bis zum indischen Ozean“.
Indische Küche
Es ist leider auch ohne Bilder und nur 122 Seiten stark. Bei der Auswahl der Rezepte wurde darauf geachtet, daß alle darin vorkommenden Zutaten auch in Deutschland erhältlich sind. Die meisten davon findet man sogar in jedem größeren Supermarkt. Nichtsdestotrotz sind die Rezepte nicht „eingedeutscht“ sondern noch im Original. Nur eben übersetzt.

Ein wenig schade ist, daß die Herstellung von Panir (Paneer) und Rezepte damit hierin nicht enthalten sind. Dafür sind viele andere bekanntere indische Gerichte vertreten: Pakoras, Samosas mit verschiedenen Füllungen oder Kurma Tamata Kari ( Lamm-Tomaten-Curry). Es ist übrigens immer der deutsche und der indische Name zum Rezept mit angegeben.

Wem die indische Küche geschmacklich vertraut ist, der dürfte weder mit den Rezepten noch mit der Anleitung Probleme kriegen – die anderen sollten sich mit den vielen Gewürzen wie Garam Masala, Kurkuma, Piment oder Koriander erst langsam rantasten – das kann für den europäischen Gaumen auf den ersten Bissen etwas heftig erscheinen (insbesondere, wenn man keine Ahnung hat, wie es schmecken sollte). Dazu muß man allerdings auch sagen, daß die Rezepte hier sehr einfach umzusetzen sind und keinen riesen Aufwand erfordern.

Wer an authentischen Rezepten interessiert ist, der sollte hier definitiv zugreifen, sollte er es sehen. Wer mit „exotischen“ Rezepten nichts anfangen kann, der sollte darum einen großen Bogen machen.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 141

Boah, was habt Ihr denn mit dem Goldpreis gemacht? Plötzlich wieder nach oben geschossen, werden wir gerade so mit Proben zugeschmissen, daß wir gar nicht mehr nachkommen! Soooooo viel Arbeit! Bei so viel Arbeit bin ich dann leider auch nicht mehr dazu gekommen, die Salami-Pepperoni-Muffins zu machen, auf die mein Auge letzte Woche gefallen ist. Das Rezept stammt aus diesem Werk hier (und kommt bestimmt irgendwann auch noch):
„Kleine Muffins ganz groß“ von 2000 aus dem Weltbild-Verlag.
Kleine Muffins ganz groß
Es ist ein sehr schlichtes Buch, etwas größer als A5; mit 120 Seiten ganz ohne Bild. Was hier schon wirklich schade ist, denn, was sieht denn appetitlicher aus, als Pfirsich-Melba-Muffins, Tiramisu-Muffins oder Bananen-Walnuss-Muffins? Und, wie ja oben schon gesagt, hier sind auch ein paar schöne herzhafte Varianten vertreten.

Eigentlich kann man bei Muffins jetzt nicht soooo viel falsch machen, daß die Zubereitungsanleitungen mega-genau sein müssen. Aber wenn ich in einem Rezept Butter unter die verquirlten Eier dazurühren soll – was soll ich sagen, es gibt Leute, die kommen einfach nicht von selber auf die Idee, hierzu ein Rührgerät zu nehmen – und dann wird die Sache etwas unschön. Oder wenn in der Zutatenliste „Butter“ steht und im Rezept dann die Rede von „Fett“ ist (für mich logisch, man kann ja statt Butter auch Margarine nehmen, also egal, mit welchem „Fett“ man weitermacht…), dann bringt das Anfänger manchmal zum stolpern.

Sollten diese Kleinigkeiten aber keine Probleme bereiten, dann sind die Rezepte fast alle lecker. Nicht ganz zufrieden bin ich mit den Trauben-Muffins, da finde ich die ganzen Weintrauben (obwohl kernlos) einfach irgendwie nicht ganz optimal zu verarbeiten (zu verteilen) und hinterher haben sie eine seltsame Konstistenz. Die herzhaften Rezepte muß man einfach ausprobieren und dann eventuell geschmacklich bezüglich Salz oder sonstiger Würze anpassen, da ist halt viel Geschmackssache dabei.

Wirsing, Sususi

Platnersanlage Nürnberg Revisited

Am Wochenende stand ein Besuch in Nürnberg an. Und da war eigentlich zuerst ein Italiener geplant. Wir sind dann trotzdem beim Griechen gelandet, nämlich in der Platnersanlage. Da sind wir früher ganz oft gewesen, dann nur noch oft und, ich zumindest, jetzt so gut wie gar nicht mehr. Ist von Pforzheim aus auch ein wenig weit. Das letzte Mal in der Platnersanlage kann man hier nachlesen: Platnersanlage.

Was hat sich seit dem verändert? Wenn man reinkommt, sieht man, daß sich…. absolut nichts verändert hat. Na gut, über die Jahre wurde natürlich immer mal wieder renoviert, aber man weiß immer noch, wo man ist.
Platnersanlage innen
Auch die Speisekarte ist mehr oder weniger immer noch gleich. Schaschlik-Angebots-Mittwoch und diverse Tagesangebote mal ausgenommen.
Platnersanlage Speisekarte 2
Dafür ist die Portion der gebackenen Zucchini als Vorspeise deutlich gewachsen! Bekam man früher nur ein paar runde ausgebackene Scheibchen, liegt hier bestimmt eine ganze Zucchini!
Platnersanlage Zucchini
Vielleicht waren die noch übrig, denn auf dem Vorspeisenteller für eine Person waren auch so viele drauf! Unessbar für eine Person als Vorspeise streiken die Essenden bei der Portion meistens auch als Hauptgericht schon nach der Hälfte. Gut, daß man den Rest einpacken lassen kann! Unter den Zucchini sind noch Kalamares-Salat, Tsatziki, Tiropitakia, gebackener Schafskäse, Dolmades und allerlei sonstige Köstlichkeiten versteckt.
Platnersanlage Vorspeisenteller
Große Portionen auch bei den anderen Hauptgerichten: Am Meteora-Teller mit Gyros und Lamm haben mich nur die riesigen Zwiebelringe etwas gestört. Das Fleisch war knusprig-zart und gut gewürzt; das Lamm war zart und nicht zäh. Der Reis könnte für mich ein wenig mehr Salz vertragen, aber sonst war es echt lecker. (Auch wenn das Tsatsiki nicht an das vom Gashof Mouzaki heranreicht…*g*)
Platnersanlage Meteora-Teller
Der Trikala-Teller sah auch gut aus… ich glaube, den probier ich beim nächsten Mal.
Platnersanlage Trikala-Teller
Gutes, leckeres griechisches Essen, gute Preise, große Portionen, sehr nette Bedienung und angenehmes Ambiente (mit leiser griechischer Musik im Hintergrund) – was will man mehr, um schön Essen zu gehen. Und im Sommer kann man auch noch im Garten sitzen. Hier geh ich immer wieder gerne her!

Wirsing, Sususi

Ingwer-Mandel-Igel

Also, neulich hatten wir ja die Küche der britischen Inseln. Und bei dem Wetter am Wochenende dachte ich mir, ich könnte ja mal wieder was backen. Crumpets zum Beispiel, oder Scones…oder, Ginger Biscuits…Hier also meine zugegebenermaßen nicht wirklich originale Variante, als Ingwer-Mandel-Igel:

Viel braucht man dazu nicht: 100-120 gr. kandierten Ingwer, 60 gr. Puderzucker, 175 gr. Butter (kalt, aber nicht hart, also nicht direkt aus dem Kühlschrank), 250 gr. Mehl und 70 gr. geriebene Mandeln (Haselnüsse gehen auch, aber bei der momentanen Haselnußknappheit… und mit Mandeln schmeckt es besser). Dazu eine Prise Salz. Solltet ihr eine Glasur drauf mögen, dann zusätzlich ein paar Ingwerstäbchen auf die Seite legen und ca. 100 gr. Puderzucker und den Saft von 1 Zitrone extra bereitstellen.
Ingwer-Mandel-Igel Zutaten
Wenn ihr einen Mixer habt, dann ist der folgende Schritt recht einfach: die Ingwerstäbchen zusammen mit den Mandeln im Mixer klein häckseln. Oh, und wer sich fragt, wieso er die gemahlenen Mandeln mit in den Mixer tun soll: weil euch sonst der Ingwer an den Messern kleben bleibt. Solltet ihr keinen haben, dann die Ingwerstäbchen so klein wie möglich schneiden. Wenn ihr sie vorher einfriert, geht das leichter, weil nicht alles am Messer kleben bleibt. In eine Schüssel geben. Puderzucker und Mehl dazusieben. Eine Prise Salz zugeben. Nehmt wirklich Puderzucker. Normaler Haushaltszucker ist körnig. Der muß sich irgendwo drin auflösen, aber hier habt ihr einen Teig ohne weitere Flüssigkeit. Mit Puderzucker wird die ganze Sache viel mürber als mit Haushaltszucker. Dann 175 gr. Butter in kleinen Stückchen dazugeben.
Ingwer-Mandel-Igel Butter
Das Ganze zu einem gleichmäßigen Teig verkneten. Ich fange immer gerne mit den Knethaken an, so lange, bis man merkt, daß sich der Teig verbindet. So bleibt nicht so viel unter den Fingernägeln hängen… Den Rest knete ich per Hand fertig. Nicht zu lange kneten, sondern nur so lange, bis alles gleichmäßig aussieht. Deshalb auch die nicht zu kalte Butter. Mit sehr kalter Butter müßt ihr zu lange kneten und da wir den Teig eh gleich noch mal kaltstellen, sollte die Butter schon formbar sein.
Ingwer-Mandel-Igel Teig
Den Teig in Klarsichtfolie wickeln und mindestens eine Stunde im Kühlschrank in Ruhe lassen. Länger macht natürlich nichts aus. Inzwischen könnt ihr euch überlegen, in welche Form ihr den Teig später bringen wollt (Rechtecke, Rauten, Palmen, Gürteltiere…). Dann in zwei Hälften teilen. Eine aus dem Kühlschrank nehmen, die andere noch drin lassen. Die herausgenommene Hälfte auf einer bemehlten Fläche ca. 1 – 1 1/2 cm dick ausrollen. (Pi mal Daumen, Lineal braucht ihr nun wirklich nicht!).
Ingwer-Mandel-Igel ausrollen
In die gewünschte Form bringen/schneiden/ausstechen und auf ein Backblech mit Backpapier geben. Dieses Blech auch noch mal für eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen. Die zweite Hälfte Teig genau so verarbeiten. Den Backofen vorheizen auf 180°.
Ingwer-Mandel-Igel ausgestochen
Die Igel auf der zweiten Schiene von unten ca. 15-20 min. bei 180° backen (Gasherdangabe, fragt nicht nach Elektro…). Kriegen sie an der Seite einen leicht bräunlichen Einschlag, dann sind sie fertig. Rausnehmen, auf einem Gitter etwas abkühlen lassen und nach Bedarf verzieren.
Ingwer-Mandel-Igel fertig
Zum Beispiel mit Zitronenguß und einem Stück Ingwer als Auge… Hab ich mir gespart, ohne Guß finde ich sie viel besser. Für die nächste Teestunde ist also gesorgt, denn die Kekse (alles vor Weihnachten heißt Plätzchen, alles danach nennen wir einfach mal Keks*) halten sich in einer Bleckdose gut verschlossen ein paar Wochen. Gerüchteweise. Älter als ein paar Tage sind sie nämlich noch nie geworden…
Ingwer-Mandel-Igel

Wirsing, Sususi

* Ok, das mit dem Plätzchen ist historisch nicht ganz korrekt: Plätzchen kommt vom lateinischen „Plazenta“ (Kuchen) und bezeichnete kleine, süße Gebäckstückchen für die feinen Damen und Herren zum Tee. Keks entstand aus dem Wort, mit dem der Schiffszwieback bezeichnet wurde, nämlich dem „English Cake„.

Update: Meine Mama hat das Rezept auch ausprobiert. Leider streikte zwischendurch der Mixer und deshalb wurden die Ingwer-Stückchen händisch ein wenig größer als ganz klein. Dabei trat dann später das Problem auf, daß der Teig natürlich nicht mehr 100% homogen wurde und leicht bröselig beim ausrollen war. Dann sollte man vielleicht auf das Ausstechen verzichten, und die ganze Sache in Rechtecke schneiden. Geschmeckt haben sie aber auch mit größeren Ingwer-Stückchen.

Meine Kochbücher…Nr. 140

Tja, hier haben wir so einen traurigen Fall: Mein Exemplar von „Die Küche der Britischen Inseln“ von 1977 aus dem Time Life Verlag hat keinen kleinen Begleiter… So sind mir nur die 208 Seiten des Hauptwerks in die Hände gefallen und ich hoffe darauf, daß das dazugehörige Spiralbuch irgendwann einmal vor mir auftaucht.
Die Küche der Britischen Inseln

Bis dahin muß ich mich halt leider mit Brandy Snaps, Oxtail Stew oder Finnan Haddie zufrieden geben. Diese Rezepte sind nämlich hier auch drin. Zugegeben, Plum Pudding ist nicht wirklich meins und die englische Küche hat ihren merkwürdigen Ruf nicht ganz zu unrecht – Inselvölkchen sind halt etwas eigen.

Sollte es jemanden geben, der die britische Küche nicht nur zum Frühstück schätzt, dann ist er hiermit gut beraten. Ausführliche Zubereitungsanweisungen (siehe Frankreich) sind hier ebenfalls wieder zu finden und sie führen zu einem sehr authentischen Ergebnis. Für alle anderen ist aber auch schon der ganze Rest des Buches, sprich Land und Leute mit ihren Eigenheiten, interessant.

Wirklich gut hier drin sind alle Süßspeisen und Rezepte, die irgendwie auf irgend eine Art gebacken werden: Cornish Pasty, Irish Soda Bread oder Crumpets (oh, yummy!). Die kann sogar der herkömmliche Nicht-Insulaner getrost seiner Familie vorsetzen.

Ich würde es jetzt nicht wirklich als kulinarischen Höhenflug anpreisen wollen – dazu ist die britische Küche auch außerhalb Englands schon seltsam genug. Aber wer sich damit arrangieren kann, oder sich einfach nur für einen kleinen Rundgang über die Insel interessiert, der kann hier getrost zugreifen.

Wirsing, Sususi

Kamille

Also, nach den paar Wochen Vorweihnachtszeit/Weihnachten/Silvester bin ich sooooo vollgefuttert, daß ich Essen grade nicht mehr so wirklich sehen kann…. folglich hatte ich auch keine Lust auf ein Kochbuch und dachte, wir Kräutern noch ein wenig. Heute hätte ich da Kamillenblüten anzubieten:
Kamillenblüten
Sollte man Kamille selber sammeln wollen, dann muß man aufpassen, daß man sie nicht mit der Hundskamille verwechselt – sieht fast gleich aus, hat aber keinen Wirkstoff. Das geht aber ganz einfach: die echte Kamille duftet nach Kamille und hat einen hohlen Kopf – die Hundskamille nicht.

Das zweite Wissenswerte über die Kamille ist folgendes: sie ist tückischer, als man glaubt! Immer wieder werden Empfehlungen ausgesprochen, Kamillensud bei juckenden Augen anzuwenden oder bei Erkältungen als Tee zu trinken. Dabei ist genau das eigentlich verkehrt. Die feinen Härchen der Kamille wirken nämlich äußerst reizend auf die Schleimhäute und können so sogar Bindehautentzündungen auslösen (abfiltrieren hilft nichts – Blauband vielleicht, aber schon bei Schwarzband sitzt ihr drei Tage dran, bis ihr ein paar Tassen durch habt…). Zudem wirkt Kamille auch noch austrocknend auf Schleimhäute und die Haut. Diese Wirkung ist manchmal durchaus gewünscht, z. B. bei Ekzemen, aber bei Halsschmerzen macht sie die Sache manchmal noch schlimmer…

Was macht man denn dann überhaupt mit Kamille? Zum einen wirkt sie beruhigend auf den Magen. Eine Tasse Kamillentee bei Magenschmerzen, Krämpfen, Durchfall oder Gastritis wirkt schön lindernd. Zum anderen wirkt sie entzündungshemmend. Dafür ist unter anderem das alpha-Bisabolol verantwortlich, welches oft als entzündungshemmender Wirkstoff in Kosmetikas eingesetzt wird. Bei Ekzemen, Schuppenflechte oder sonstigen Hautproblemen kann man die betroffenen Stellen mit Kamillen-Tee betupfen, bis die Probleme verschwinden.

Warum habe ich Kamille jetzt trotzdem im Erkältungstee? Also erstens, sie wirkt schon antibakteriell und entspannend. Zweitens, sie schmeckt gut. Manche Kräuter sind nicht gerade ein kulinarischer Hochgenuß und deshalb können sie ein wenig Geschmack schon vertragen. Nur, wie gesagt, aufpassen bei Halsschmerzen, dann lieber weglassen.

Wirsing, Sususi