Schweinemuseum Stuttgart

Große Schweine, kleine Schweine, Seifenschweine, Spardosenschweine, PlüschschweineKinderbücherPorzellanfigürchenschweinevornehintenobenrechtslinksüberallschweine….“Aaaaargh“

So oder so ähnlich könnte man sich fühlen, wenn man durch die inzwischen fast 50.000 Ausstellungsstücke im Schweinemuseum in Stuttgart durch ist. Passenderweise im alten Schlachthof-Verwaltungsgebäude untergebracht, beherrbergt das Museum seit 2010 Schweine in alle Formen, Farben, Größen und Materialien.
Trämli Bahn
Zwar erfährt der Besucher in drei Stockwerken ein paar Fakten zur Herkunft des Schweines und der verschiedenen Rassen, der Hauptaugenmerk der in 25 Themenzimmer gegliederten Ausstellung ist aber dennoch das Schwein in all seinen Dekorations-Formen.
China Schwein
Exotisches…
Chinesisches Porzellanschwein
…bis Erotisches…
Sexy Schweine
..verteilt sich auf knapp 1000 Quadratmetern – und es ist nicht immer hilfreich, daß man zumindest bis in den ersten Stock immer den Duft der anschließenden Gaststätte in der Nase hat (und die Schweine vor der Nase…).
Kinderreime
Allerdings muß ich zugeben, daß man sich relativ schnell ob der ganzen schweinischen Masse etwas erschlagen fühlt… spätestens im Raum mit den ganzen Setzkästen stellt sich so eine Art Schweine-Overkill-Gefühl ein:
Setzkästen Schweine
In verschiedenen Räumen hat man als Erwachsener allergings Schwierigkeiten mit den ganz untersten Ausstellungskästen, während andere sogar als Giraffenmensch ebenfalls schwer einzusehen wären… aber es gibt hier so viel zu sehen, daß es darauf letztendlich nicht wirklich ankommt. Wer kann schon sagen, er hätte alle 50.000 Exponate ausgiebig betrachtet…

Am Ende kann man nur sagen, Schwein gehabt! Es geht nämlich auch wieder raus, eventuell noch an einer Sonderausstellung vorbei (diesmal Nußknacker aus dem Erzgebirge…sogar da waren vier Schweine dabei!)
Spardose Schwein 2
Bereut habe ich den Besuch hier definitiv nicht, es ist ein wirklich humorvolles Museum. Und wer den Besuch gleich mit einem Essen im Restaurant nebenan abschließen möchte, der hat sicher einen schönen Ausflug gemacht.

Der Eintritt kostet für den normalen Erwachsenen 5,90 € (ist eine Sonderausstellung, dann einen Euro mehr) und man sollte so etwa eine Stunde einplanen. Das Museum ist übrigens bequem mit der U9 (Richtung Hedelfingen) Haltestelle Schlachthof zu erreichen.

Na, denn Prost! So viel Schwein muß man erst mal verdauen…
Rüssel-Putzer

Wirsing, Sususi

PS: Ach ja, wer sich fragt, ob man dort mit seinen Kinder hingehen soll:
Eine Mutter mit ihren zwei Kindern ist vielleicht ein gutes Beispiel. Nach dem zweiten Raum fragte das Mädchen (so um die 6 Jahre geschätzt): „Mama, was kann man denn hier machen?“ Leider antwortete die Mutter strategisch ungeschickt mit „Nichts, hier kann man nur schauen…“ Den Rest der Ausstellung verbrachte das Mädchen damit, mit seinem Bruder zwischen den Schaukästen fangen zu spielen, während die Mutter verzweifelt versuchte, die beiden für Spardose Nummer 819 zu begeistern…
Ich find Dich Saustark

Meine Kochbücher…Nr. 142

Im kulinarischen Weihnachtsgeschenk meiner Schwester war auch ein Glas Ghee dabei. Das erinnerte mich an ein kleines Kochbuch von 1993 aus dem Asfahani-Verlag: „Indische Küche – Südostasiatische Kochrezepte vom Himalaya bis zum indischen Ozean“.
Indische Küche
Es ist leider auch ohne Bilder und nur 122 Seiten stark. Bei der Auswahl der Rezepte wurde darauf geachtet, daß alle darin vorkommenden Zutaten auch in Deutschland erhältlich sind. Die meisten davon findet man sogar in jedem größeren Supermarkt. Nichtsdestotrotz sind die Rezepte nicht „eingedeutscht“ sondern noch im Original. Nur eben übersetzt.

Ein wenig schade ist, daß die Herstellung von Panir (Paneer) und Rezepte damit hierin nicht enthalten sind. Dafür sind viele andere bekanntere indische Gerichte vertreten: Pakoras, Samosas mit verschiedenen Füllungen oder Kurma Tamata Kari ( Lamm-Tomaten-Curry). Es ist übrigens immer der deutsche und der indische Name zum Rezept mit angegeben.

Wem die indische Küche geschmacklich vertraut ist, der dürfte weder mit den Rezepten noch mit der Anleitung Probleme kriegen – die anderen sollten sich mit den vielen Gewürzen wie Garam Masala, Kurkuma, Piment oder Koriander erst langsam rantasten – das kann für den europäischen Gaumen auf den ersten Bissen etwas heftig erscheinen (insbesondere, wenn man keine Ahnung hat, wie es schmecken sollte). Dazu muß man allerdings auch sagen, daß die Rezepte hier sehr einfach umzusetzen sind und keinen riesen Aufwand erfordern.

Wer an authentischen Rezepten interessiert ist, der sollte hier definitiv zugreifen, sollte er es sehen. Wer mit „exotischen“ Rezepten nichts anfangen kann, der sollte darum einen großen Bogen machen.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 141

Boah, was habt Ihr denn mit dem Goldpreis gemacht? Plötzlich wieder nach oben geschossen, werden wir gerade so mit Proben zugeschmissen, daß wir gar nicht mehr nachkommen! Soooooo viel Arbeit! Bei so viel Arbeit bin ich dann leider auch nicht mehr dazu gekommen, die Salami-Pepperoni-Muffins zu machen, auf die mein Auge letzte Woche gefallen ist. Das Rezept stammt aus diesem Werk hier (und kommt bestimmt irgendwann auch noch):
„Kleine Muffins ganz groß“ von 2000 aus dem Weltbild-Verlag.
Kleine Muffins ganz groß
Es ist ein sehr schlichtes Buch, etwas größer als A5; mit 120 Seiten ganz ohne Bild. Was hier schon wirklich schade ist, denn, was sieht denn appetitlicher aus, als Pfirsich-Melba-Muffins, Tiramisu-Muffins oder Bananen-Walnuss-Muffins? Und, wie ja oben schon gesagt, hier sind auch ein paar schöne herzhafte Varianten vertreten.

Eigentlich kann man bei Muffins jetzt nicht soooo viel falsch machen, daß die Zubereitungsanleitungen mega-genau sein müssen. Aber wenn ich in einem Rezept Butter unter die verquirlten Eier dazurühren soll – was soll ich sagen, es gibt Leute, die kommen einfach nicht von selber auf die Idee, hierzu ein Rührgerät zu nehmen – und dann wird die Sache etwas unschön. Oder wenn in der Zutatenliste „Butter“ steht und im Rezept dann die Rede von „Fett“ ist (für mich logisch, man kann ja statt Butter auch Margarine nehmen, also egal, mit welchem „Fett“ man weitermacht…), dann bringt das Anfänger manchmal zum stolpern.

Sollten diese Kleinigkeiten aber keine Probleme bereiten, dann sind die Rezepte fast alle lecker. Nicht ganz zufrieden bin ich mit den Trauben-Muffins, da finde ich die ganzen Weintrauben (obwohl kernlos) einfach irgendwie nicht ganz optimal zu verarbeiten (zu verteilen) und hinterher haben sie eine seltsame Konstistenz. Die herzhaften Rezepte muß man einfach ausprobieren und dann eventuell geschmacklich bezüglich Salz oder sonstiger Würze anpassen, da ist halt viel Geschmackssache dabei.

Wirsing, Sususi

Platnersanlage Nürnberg Revisited

Am Wochenende stand ein Besuch in Nürnberg an. Und da war eigentlich zuerst ein Italiener geplant. Wir sind dann trotzdem beim Griechen gelandet, nämlich in der Platnersanlage. Da sind wir früher ganz oft gewesen, dann nur noch oft und, ich zumindest, jetzt so gut wie gar nicht mehr. Ist von Pforzheim aus auch ein wenig weit. Das letzte Mal in der Platnersanlage kann man hier nachlesen: Platnersanlage.

Was hat sich seit dem verändert? Wenn man reinkommt, sieht man, daß sich…. absolut nichts verändert hat. Na gut, über die Jahre wurde natürlich immer mal wieder renoviert, aber man weiß immer noch, wo man ist.
Platnersanlage innen
Auch die Speisekarte ist mehr oder weniger immer noch gleich. Schaschlik-Angebots-Mittwoch und diverse Tagesangebote mal ausgenommen.
Platnersanlage Speisekarte 2
Dafür ist die Portion der gebackenen Zucchini als Vorspeise deutlich gewachsen! Bekam man früher nur ein paar runde ausgebackene Scheibchen, liegt hier bestimmt eine ganze Zucchini!
Platnersanlage Zucchini
Vielleicht waren die noch übrig, denn auf dem Vorspeisenteller für eine Person waren auch so viele drauf! Unessbar für eine Person als Vorspeise streiken die Essenden bei der Portion meistens auch als Hauptgericht schon nach der Hälfte. Gut, daß man den Rest einpacken lassen kann! Unter den Zucchini sind noch Kalamares-Salat, Tsatziki, Tiropitakia, gebackener Schafskäse, Dolmades und allerlei sonstige Köstlichkeiten versteckt.
Platnersanlage Vorspeisenteller
Große Portionen auch bei den anderen Hauptgerichten: Am Meteora-Teller mit Gyros und Lamm haben mich nur die riesigen Zwiebelringe etwas gestört. Das Fleisch war knusprig-zart und gut gewürzt; das Lamm war zart und nicht zäh. Der Reis könnte für mich ein wenig mehr Salz vertragen, aber sonst war es echt lecker. (Auch wenn das Tsatsiki nicht an das vom Gashof Mouzaki heranreicht…*g*)
Platnersanlage Meteora-Teller
Der Trikala-Teller sah auch gut aus… ich glaube, den probier ich beim nächsten Mal.
Platnersanlage Trikala-Teller
Gutes, leckeres griechisches Essen, gute Preise, große Portionen, sehr nette Bedienung und angenehmes Ambiente (mit leiser griechischer Musik im Hintergrund) – was will man mehr, um schön Essen zu gehen. Und im Sommer kann man auch noch im Garten sitzen. Hier geh ich immer wieder gerne her!

Wirsing, Sususi

Ingwer-Mandel-Igel

Also, neulich hatten wir ja die Küche der britischen Inseln. Und bei dem Wetter am Wochenende dachte ich mir, ich könnte ja mal wieder was backen. Crumpets zum Beispiel, oder Scones…oder, Ginger Biscuits…Hier also meine zugegebenermaßen nicht wirklich originale Variante, als Ingwer-Mandel-Igel:

Viel braucht man dazu nicht: 100-120 gr. kandierten Ingwer, 60 gr. Puderzucker, 175 gr. Butter (kalt, aber nicht hart, also nicht direkt aus dem Kühlschrank), 250 gr. Mehl und 70 gr. geriebene Mandeln (Haselnüsse gehen auch, aber bei der momentanen Haselnußknappheit… und mit Mandeln schmeckt es besser). Dazu eine Prise Salz. Solltet ihr eine Glasur drauf mögen, dann zusätzlich ein paar Ingwerstäbchen auf die Seite legen und ca. 100 gr. Puderzucker und den Saft von 1 Zitrone extra bereitstellen.
Ingwer-Mandel-Igel Zutaten
Wenn ihr einen Mixer habt, dann ist der folgende Schritt recht einfach: die Ingwerstäbchen zusammen mit den Mandeln im Mixer klein häckseln. Oh, und wer sich fragt, wieso er die gemahlenen Mandeln mit in den Mixer tun soll: weil euch sonst der Ingwer an den Messern kleben bleibt. Solltet ihr keinen haben, dann die Ingwerstäbchen so klein wie möglich schneiden. Wenn ihr sie vorher einfriert, geht das leichter, weil nicht alles am Messer kleben bleibt. In eine Schüssel geben. Puderzucker und Mehl dazusieben. Eine Prise Salz zugeben. Nehmt wirklich Puderzucker. Normaler Haushaltszucker ist körnig. Der muß sich irgendwo drin auflösen, aber hier habt ihr einen Teig ohne weitere Flüssigkeit. Mit Puderzucker wird die ganze Sache viel mürber als mit Haushaltszucker. Dann 175 gr. Butter in kleinen Stückchen dazugeben.
Ingwer-Mandel-Igel Butter
Das Ganze zu einem gleichmäßigen Teig verkneten. Ich fange immer gerne mit den Knethaken an, so lange, bis man merkt, daß sich der Teig verbindet. So bleibt nicht so viel unter den Fingernägeln hängen… Den Rest knete ich per Hand fertig. Nicht zu lange kneten, sondern nur so lange, bis alles gleichmäßig aussieht. Deshalb auch die nicht zu kalte Butter. Mit sehr kalter Butter müßt ihr zu lange kneten und da wir den Teig eh gleich noch mal kaltstellen, sollte die Butter schon formbar sein.
Ingwer-Mandel-Igel Teig
Den Teig in Klarsichtfolie wickeln und mindestens eine Stunde im Kühlschrank in Ruhe lassen. Länger macht natürlich nichts aus. Inzwischen könnt ihr euch überlegen, in welche Form ihr den Teig später bringen wollt (Rechtecke, Rauten, Palmen, Gürteltiere…). Dann in zwei Hälften teilen. Eine aus dem Kühlschrank nehmen, die andere noch drin lassen. Die herausgenommene Hälfte auf einer bemehlten Fläche ca. 1 – 1 1/2 cm dick ausrollen. (Pi mal Daumen, Lineal braucht ihr nun wirklich nicht!).
Ingwer-Mandel-Igel ausrollen
In die gewünschte Form bringen/schneiden/ausstechen und auf ein Backblech mit Backpapier geben. Dieses Blech auch noch mal für eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen. Die zweite Hälfte Teig genau so verarbeiten. Den Backofen vorheizen auf 180°.
Ingwer-Mandel-Igel ausgestochen
Die Igel auf der zweiten Schiene von unten ca. 15-20 min. bei 180° backen (Gasherdangabe, fragt nicht nach Elektro…). Kriegen sie an der Seite einen leicht bräunlichen Einschlag, dann sind sie fertig. Rausnehmen, auf einem Gitter etwas abkühlen lassen und nach Bedarf verzieren.
Ingwer-Mandel-Igel fertig
Zum Beispiel mit Zitronenguß und einem Stück Ingwer als Auge… Hab ich mir gespart, ohne Guß finde ich sie viel besser. Für die nächste Teestunde ist also gesorgt, denn die Kekse (alles vor Weihnachten heißt Plätzchen, alles danach nennen wir einfach mal Keks*) halten sich in einer Bleckdose gut verschlossen ein paar Wochen. Gerüchteweise. Älter als ein paar Tage sind sie nämlich noch nie geworden…
Ingwer-Mandel-Igel

Wirsing, Sususi

* Ok, das mit dem Plätzchen ist historisch nicht ganz korrekt: Plätzchen kommt vom lateinischen „Plazenta“ (Kuchen) und bezeichnete kleine, süße Gebäckstückchen für die feinen Damen und Herren zum Tee. Keks entstand aus dem Wort, mit dem der Schiffszwieback bezeichnet wurde, nämlich dem „English Cake„.

Update: Meine Mama hat das Rezept auch ausprobiert. Leider streikte zwischendurch der Mixer und deshalb wurden die Ingwer-Stückchen händisch ein wenig größer als ganz klein. Dabei trat dann später das Problem auf, daß der Teig natürlich nicht mehr 100% homogen wurde und leicht bröselig beim ausrollen war. Dann sollte man vielleicht auf das Ausstechen verzichten, und die ganze Sache in Rechtecke schneiden. Geschmeckt haben sie aber auch mit größeren Ingwer-Stückchen.

Meine Kochbücher…Nr. 140

Tja, hier haben wir so einen traurigen Fall: Mein Exemplar von „Die Küche der Britischen Inseln“ von 1977 aus dem Time Life Verlag hat keinen kleinen Begleiter… So sind mir nur die 208 Seiten des Hauptwerks in die Hände gefallen und ich hoffe darauf, daß das dazugehörige Spiralbuch irgendwann einmal vor mir auftaucht.
Die Küche der Britischen Inseln

Bis dahin muß ich mich halt leider mit Brandy Snaps, Oxtail Stew oder Finnan Haddie zufrieden geben. Diese Rezepte sind nämlich hier auch drin. Zugegeben, Plum Pudding ist nicht wirklich meins und die englische Küche hat ihren merkwürdigen Ruf nicht ganz zu unrecht – Inselvölkchen sind halt etwas eigen.

Sollte es jemanden geben, der die britische Küche nicht nur zum Frühstück schätzt, dann ist er hiermit gut beraten. Ausführliche Zubereitungsanweisungen (siehe Frankreich) sind hier ebenfalls wieder zu finden und sie führen zu einem sehr authentischen Ergebnis. Für alle anderen ist aber auch schon der ganze Rest des Buches, sprich Land und Leute mit ihren Eigenheiten, interessant.

Wirklich gut hier drin sind alle Süßspeisen und Rezepte, die irgendwie auf irgend eine Art gebacken werden: Cornish Pasty, Irish Soda Bread oder Crumpets (oh, yummy!). Die kann sogar der herkömmliche Nicht-Insulaner getrost seiner Familie vorsetzen.

Ich würde es jetzt nicht wirklich als kulinarischen Höhenflug anpreisen wollen – dazu ist die britische Küche auch außerhalb Englands schon seltsam genug. Aber wer sich damit arrangieren kann, oder sich einfach nur für einen kleinen Rundgang über die Insel interessiert, der kann hier getrost zugreifen.

Wirsing, Sususi

Kamille

Also, nach den paar Wochen Vorweihnachtszeit/Weihnachten/Silvester bin ich sooooo vollgefuttert, daß ich Essen grade nicht mehr so wirklich sehen kann…. folglich hatte ich auch keine Lust auf ein Kochbuch und dachte, wir Kräutern noch ein wenig. Heute hätte ich da Kamillenblüten anzubieten:
Kamillenblüten
Sollte man Kamille selber sammeln wollen, dann muß man aufpassen, daß man sie nicht mit der Hundskamille verwechselt – sieht fast gleich aus, hat aber keinen Wirkstoff. Das geht aber ganz einfach: die echte Kamille duftet nach Kamille und hat einen hohlen Kopf – die Hundskamille nicht.

Das zweite Wissenswerte über die Kamille ist folgendes: sie ist tückischer, als man glaubt! Immer wieder werden Empfehlungen ausgesprochen, Kamillensud bei juckenden Augen anzuwenden oder bei Erkältungen als Tee zu trinken. Dabei ist genau das eigentlich verkehrt. Die feinen Härchen der Kamille wirken nämlich äußerst reizend auf die Schleimhäute und können so sogar Bindehautentzündungen auslösen (abfiltrieren hilft nichts – Blauband vielleicht, aber schon bei Schwarzband sitzt ihr drei Tage dran, bis ihr ein paar Tassen durch habt…). Zudem wirkt Kamille auch noch austrocknend auf Schleimhäute und die Haut. Diese Wirkung ist manchmal durchaus gewünscht, z. B. bei Ekzemen, aber bei Halsschmerzen macht sie die Sache manchmal noch schlimmer…

Was macht man denn dann überhaupt mit Kamille? Zum einen wirkt sie beruhigend auf den Magen. Eine Tasse Kamillentee bei Magenschmerzen, Krämpfen, Durchfall oder Gastritis wirkt schön lindernd. Zum anderen wirkt sie entzündungshemmend. Dafür ist unter anderem das alpha-Bisabolol verantwortlich, welches oft als entzündungshemmender Wirkstoff in Kosmetikas eingesetzt wird. Bei Ekzemen, Schuppenflechte oder sonstigen Hautproblemen kann man die betroffenen Stellen mit Kamillen-Tee betupfen, bis die Probleme verschwinden.

Warum habe ich Kamille jetzt trotzdem im Erkältungstee? Also erstens, sie wirkt schon antibakteriell und entspannend. Zweitens, sie schmeckt gut. Manche Kräuter sind nicht gerade ein kulinarischer Hochgenuß und deshalb können sie ein wenig Geschmack schon vertragen. Nur, wie gesagt, aufpassen bei Halsschmerzen, dann lieber weglassen.

Wirsing, Sususi

Happy New Year!

Ok, das neue Jahr ist schon ein paar Tage alt. Zählt aber nicht, ich bin nämlich erst seit heute wieder da. Also sozusagen frisch in 2015 angekommen. Die Wäsche wäscht, der Koffer ist schon im Schrank verstaut und der Rest auch wieder aufgeräumt. Sobald sich mein Schlafrhythmus wieder auf den eines normal arbeitenden Menschens eingestellt hat, gibt es den ersten gscheiten Eintrag für dieses Jahr.

Auf ein schönes 2015 (welches bestimmt mindestens so gut wird wie 2014, wenn nicht sogar besser!),

Wirsing, Sususi

Weihnachten, Silvester und so weiter

Soooo, seit heute sind alle alten Blogeinträge wieder vorhanden… bis auf einen einzigen. Nun, der hat sich irgendwo im Äther verloren und muß eben noch mal vorgestellt werden. Aber das wird erst später passieren, denn:
Ihr habt es sicher gemerkt, es ist kurz vor Weihnachten. Und da ich schon wieder eine Woche Lehrgang vorher noch reinquetschen muß und ich nach Weihnachten auch gleich wieder unterwegs bin, müßt ihr euch bis ins neue Jahr gedulden.

Also, falls wir uns nicht mehr lesen: schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr und Hals und Beinbruch und ect. pp. Viel Spaß!

Wirsing, Sususi

Eibischwurzel

So, da der Winter sprunghaft fortschreitet, kann man neben der Erkältung auch ein bißchen Husten mitnehmen… wir hatten ja schon ein paar Zutaten für unseren Erkältungstee und heute gibt es etwas, was zwar nicht direkt mit in die Teemischung mit rein soll, aber ergänzend ziemlich gut paßt: Eibischwurzel!
Eibischwurzel
Ob Eibischwurzel in Frage kommt, richtet sich immer nach der Art des Hustens. Ist es eher ein verschleimter Husten, dann bringt Eibischwurzel nicht viel. Ist es eine Art trockener Reizhusten oder Halsschmerzen beim Schlucken oder gereizter Hals durchs Husten – dann ist Eibischwurzel richtig toll!

Die enthaltenen Schleimstoffe legen sich wie eine Schutzschicht auf die Schleimhäute und mildern so das Kratzen im Hals und das störende Gefühl, welches einem immer wieder hüsteln läßt. Diese Schleimstoffe sind aber auch der Grund, warum man Eibischwurzeltee separat zubereiten sollte: am Besten macht man davon nämlich einen sogenannten Kaltauszug (während man den restlichen Erkältungstee ja möglichst heiß trinken soll…). 1 Tl Eibischwurzel auf eine Tasse mit 150 ml Wasser geben und mind. zwei Stunden stehen lassen. Dann kann man den Tee trinken. Je länger man ihn stehen läßt, desto mehr Schleimstoffe werden freigesetzt und die Eibischwurzel wird etwas, na, wie drückt man das gefühlvoll aus… ekelig-schleimig. Also besser in einen dieser losen Teebeutel geben! Mehr als zwei bis drei Tassen sollte ein Erwachsener am Tag davon aber nicht trinken.

Nebenwirkungen sind mir jetzt keine bekannt – was aber nicht heißt, daß keine möglich sind! Also gilt hier auch, was für alle Kräuter/Heiltees gilt: Vorsicht, wenn man sich nicht sicher ist.

Gute Besserung und Wirsing,

Sususi