Mein Wissen über Pferde ist äußerst beschränkt. Ich weiß gerade noch, welches Ende vorne ist – und daß manche Pferde fünf Gänge haben. Das war es aber auch schon. Ich war nie das typische „mein erstes Pony“-Kind. Trotzdem fand ich mich letztes Wochenende beim Frühlingsfest des Lipizzanergestüts in Piber wieder!

Die meisten kennen Lipizzaner vermutlich als die eleganten weißen Pferde der Spanischen Hofreitschule in Wien. Was viele aber nicht wissen: diese berühmten Pferde kommen alle aus der Steiermark, genauer gesagt vom Gestüt Piber. Hier werden sie geboren, aufgezogen und dann zur Ausbildung als Kutsch-u. Reitpferde behalten, oder zur weiteren Ausbildung nach Wien geschickt.

Das Frühlingsfest ist die perfekte Gelegenheit, um alles über die Aufzucht und den weiteren Lebensweg der traditionsreichen Pferde zu erfahren, die alle einer der 6 Hengstfamilien bzw. 17 Stutenfamilien entstammen.

So erfährt man hier auch folgenden Fun fact: die Pferde sind zwar im Erwachsenenalter (fast) alle Schimmel – als Fohlen jedoch nicht.

Das liegt am sog. veränderlichen Grey-Gen, was dafür sorgt, daß sie braun, schwarz oder grau geboren werden. Mit jedem Fellwechsel werden sie immer heller und mit ca. 10 Jahren haben sie dann ihr typisch weißes Fell. Außerdem sind sie nicht besonders groß: ein Stockmaß von 153 cm bis 158 cm gilt als die perfekte Lipizzaner-Größe.

Die Ausbildung eines Lipizzaners hat es in sich – es dauert mehrere Jahre bis ein junger Hengst die berühmten Kapriolen springen kann. Da sollte man auch noch einen Besuch in Wien einplanen, um darüber mehr zu erfahren.

Am Frühlingsfest hat mit gefallen, daß die einzelnen Programmpunkte so über den Tag verteilt waren, daß man jeden interessanten Punkt sehen konnte und keinen Augenblick Langeweile hatte.

Dazu bekam man bei den einzelnen Punkten und im Museum so viele interessante Informationen, konnte Fragen stellen und hatte ausreichend Zeit, die Tiere zu beobachten und zu genießen.

Auch die Geschichte des Gestüts selber ist interessant. Das Schloss selber entstammt diesmal nicht dem Hochadel sondern hat kirchliche Ursprünge und daher gibt es auch hier viel zu erfahren.

Ein Besuch lohnt sich also auch, wenn man bisher mit Pferden nicht so viel am Hut hatte.
Der einzige Tip, den man noch geben kann ist: geht nicht genau zur Mittagspause essen – außer, ihr bringt viel Geduld mit.
Und probiert unbedingt die Pferdeäpfel (findet es raus!)… Wirsing, Sususi
