Meine Kochbücher… Nr. 159

Tja, wenn das Wetter diese Woche mitgespielt hätte, dann hättet Ihr jetzt das Rezept für Amarena-Kirsch-Marmelade… die gibt es halt jetzt erst nächste Woche.
In der Zwischenzeit gibt es ein „kleines“ Kochbuch *hüstel*: „Das kleine dicke Kochbuch“ aus dem Naumann und Göbel Verlag. Klein ist es, etwas größer als DIN A 5. Und dick ist es auch: 832 Seiten, um genauer zu sein.
Das kleine dicke Kochbuch
Dies ist ein Kochbuch, welches sich keinem speziellen Thema widmet sondern einfach halt mal alles aufzählt, was den Herausgebern an Rezepten so über den Weg gelaufen ist. Das können die Jakobsmuschelspießchen sein, der Papayasalat à la Mandalay, Papardelle mit Hasenragout oder Entenleberparfait mit Traubenkompott… fällt Euch was auf? Genau, die Rezepte klingen preislich etwas gehobener. Eine auffallend hohe Anzahl an Rezepten bei der Seitenanzahl ist es auch.

Auch wenn es von außen nicht so aussieht, findet man hier wirklich auch Rezepte, mit denen man Eindruck machen kann, die man zu festlichen oder besonderen Gelegenheiten servieren kann, oder wenn man sich etwas Besonderes gönnen möchte. Natürlich sind auch „normalere“ Rezepte drin, Blätterteigschnecken mit Nougat oder Bubespitzle mit Rahmsauce.

Eigentlich ist das ein Werk, wo sicher jeder was mit anfangen kann und wo auch jeder Rezepte findet, die ihm zusagen. Gerade weil es kein Themenkochbuch ist. Von traditionell bis exotisch ist eigentlich alles vertreten.

Bisher hatte ich hier weder etwas auszusetzen, noch irgendwelche seltsamen Kombinationen, die geschmacklich eher fragwürdig waren (gut, den Dattel-Zwiebel-Salat habe ich nicht ausprobiert, aber ich mag halt Datteln nicht so gerne…). Anfängertauglich ist auch vieles… wer nicht 50 einzelne Kochbücher kaufen möchte, für den sind solche Sammelbände immer eine super Idee und dieser hier taugt auch tatsächlich was.

Wirsing, Sususi

Teesirup

Seit ein paar Jahren trinken alle nur noch Hugo. Sobald die ersten Sonnenstrahlen ein weniger winterliches Wetter versprechen, kriechen die Sektgläser aus ihren Löchern und nach der Prosecco-Epidemie ein paar Jahre zuvor kommt heute nur noch Hugo ins Glas. Laaangweilig! Die Zeitschrift „kochen & genießen“ fand das wohl auch und hat schon im März 2013 ein einfaches Rezept veröffentlicht, welches statt Holunderblütensirup Jasminteesirup verwendet. Und hat das Sirup-Rezept praktischerweise auch gleich mit veröffentlicht.

Jetzt ist so ein aromatisierter Sirup wirklich nicht schwer: er funktioniert immer nach dem gleichen Prinzip: irgendwas für das Aroma, Wasser und viel Zucker. Fertig. Ihr benötigt für den Jasminteesirup: 3/4 Liter Wasser, 250 gr. Zucker und 4 Jasminteebeutel oder 8-10 Tl Grünen Tee Jasmin. Und eine leere 0,5 Liter Flasche zum Abfüllen.
Sirup Zutaten
Das Wasser heiß machen (geht schneller im Wasserkocher) und den Tee 6-8 Minuten im heißen Wasser ziehen lassen.
Sirup ziehen lassen
Den/die Teebeutel herausnehmen und gut ausdrücken. 250 gr. Zucker dazuschütten und köcheln lassen, bis die Menge von 3/4 Litern auf ungefähr 1/2 Liter reduziert ist. Das ist Pi mal Daumen.
Sirup kochen
Dann füllt Ihr den Sirup einfach in eine passende Flasche (wer merkt, daß noch nicht alles reingeht – einfach noch mal zurück in den Topf und weiter köcheln lassen…).
Jasminteesirup
Das Ganze hält sich im Kühlschrank mindestens einen Monat. Das Problem hier ist, daß Ihr im Tee immer Schwebestoffe haben werdet, die Ihr nicht rausbekommt, weil der Teefilter nicht fein genug ist. Deshalb ist hier die Haltbarkeit etwas geringer als bei anderen Sirups.

Das funktioniert natürlich auch z. B. mit Schwarztee, Yogitee und Matcha (toll für Milch!) oder mit Kräutern wie Minze, Melisse, Rosmarin, Thymian (toll für den Erkältungstee) oder mit Löwenzahn, Fichtennadeln…. Und wenn Ihr das mit Zimt oder Vanillestange oder gerösteten Haselnüssen macht – toll für den Kaffee/Latte!
Sirup
Laßt Ihr das Ganze noch weiter einkochen, dann kriegt Ihr so eine Art „Honig“ raus, auch toll für den Tee oder als Brotaufstrich!

So, jetzt aber dazu, was Ihr mit dem Sirup macht: einfach 2-3 EL Sirup in ein Sektglas geben, mit trockenem, kaltem Sekt auffüllen, Melisseblättchen dazu – fertig!
Teesirup-Cocktail
Oder, für die alkoholfreie Variante: 4 EL Sirup mit 3 Eiswürfeln in ein Glas geben und mit 200 ml Tonicwater auffüllen. 3-4 Melisseblättchen nicht vergessen.

Prost,
Sususi

Meine Kochbücher… Nr. 158

Kennt Ihr das? Ihr wundert Euch über den komischen Geruch aus der Küche, kriegt auf Nachfrage, was ER denn macht die gefährliche Antwort: „Nichts“ (das ist bei Männern genau so gefährlich wie bei Kindern!) und stellt bei Inaugenscheinnahme fest, daß jemand versucht hat, drei Tassen Reis in einem 250 ml Topf zu kochen…. So oder so ähnlich dachte sich das wohl der Autor des folgenden Werkes: „Heute koche ich! Das Kochbuch für Männer“.
Heute koche ich! Das Kochbuch für Männer
Laut Einleitung sollte hier der Hauptaugenmerk darauf liegen, daß Mann und Sohn schnöde von Mama im Stich gelassen wurden (die derweil Urlaub bei Oma macht….) und nun selber fürs Abendessen sorgen müssen. An sich ja keine schlechte Idee, für solche Fälle ein hilfreiches Werk zu schreiben, daß den Daheimgebliebenen zur Seite steht.

Leider muß man hier jedoch sagen: Ziel verfehlt. Abgesehen davon, daß sich in solch einem Fall kaum ein Mann, der bisher noch keine Ahnung vom Kochen hat, hinstellt und sagt: „Sohn, heute gibt es lecker Apfleküchle im Emmentaler-Mantel auf Rotweinschaum.“ Oder „Klare Gemüsebrühe mit Eierstich“. Oder „Zucchinipuffer mit Haferflocken“. Wenn man wenigstens Fleischküchle statt Zucchinipuffer genommen hätte… Also, die Rezeptauswahl überzeugt gar nicht.

Desweiteren sind von den 100 Seiten, wenn man die nützlichen Tipps abzieht, (die nicht wirklich nützlich sind und zum Teil auch nicht richtig…) noch rund 36 Rezepte übrig – von denen viele Fehler enthalten: bei der Spargelsuppe steht das Ei zum legieren in der Zutatenliste, taucht im Rezept aber nicht mehr auf. Die Mangomousse wird, wenn man der Anleitung so folgt wohl nur klumpige Pampe, denn Gelatine löst sich nicht in kaltem Wasser. Man weicht sie in kaltem Wasser ein und löst sie dann warm auf…. außer man nimmt Sofort-Gelatine, dann muß man das so aber bitte in die Zutatenliste schreiben! Der Puszta-Blechkuchen war geschmacklich eine einzige Katastrophe und alle anderen bisher ausprobierten Rezepte waren fade bis zum geht nicht mehr!

Weder Anfänger noch Fortgeschrittene werden mit den hier beschriebenen Rezepten glücklich – dann doch besser die Nummer vom Pizzaservice an den Kühlschrank hängen.

Nein, hiermit tut sich keiner einen Gefallen (und auch keinem anderen – nicht mal als Gag-Geschenk)! Absolut abzuraten und Finger weg davon!

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher… Nr. 157

Kennt jemand noch diese Elektro-Tisch-Hähnchen-Grills, die etwas größer waren als eine Mikrowelle? Mit Grillspieß, so daß man ein ganzen Hähnchen drin grillen konnte? Nein? Na ja, etwas unhandlich waren sie ja schon. Trotzdem müssen sie irgendwann man unheimlich beliebt gewesen sein, denn Dr. Oetker hat 1985 im Moewig Verlag dies hier rausgebracht: „Die besten Grillrezepte“. Alle Rezepte hier sind auf so ein Tischgerät ausgelegt.
Die besten Grillrezepte
Aber Dr. Oetker meint, man kann auch mit dem Backofengrill die Rezepte aus immerhin 208 Seiten nachkochen bzw. grillen.

„Wieso braucht man für Würstchen vom Grill ein Kochbuch?“, wird sich so mancher fragen. Na ja, für Würstchen vom Grill brauche ich auch keinen Hähnchen-Tischgrill. Aber für die Spanferkelkeule, den Hecht im Speck oder die gefüllte Schweinerippe, da braucht es eben schon eine Nummer größer. Nicht, daß hier nicht auch das übliche Schaschlick oder der grüne Hering vom Rost drin wäre… ganz zu schweigen von ein paar Beilagen wie dem überbackenen Fenchel, der grünen Buttersauce oder den gegrillten Himbeeren als Dessert…

Also, man kann sagen was man will, grillen kann man durch die Bank weg alle Rezepte heute noch genau so wie vor 30 Jahren. Grade das gegrillte Obst als Nachtisch oder die größeren Keulen sind heute schon wieder „in“, insbesondere nachdem schon fast jeder mindestens einen Weber-Grill betreibt, der was auf sich hält. Smoker im amerikanischen Format werden immer häufiger und damit ist wohl auch die passende Größe für alle Rezepte erreicht.

Vieles davon funktioniert aber auch im Backofen (z. B. die Toasts oder die „kleineren“ Sachen) oder tatsächlich auf einem „normalen“ Grill. Aber eben nicht alles.

Wer wirklich einen großen Grill hat, der kann sich hiermit vielleicht noch die ein oder andere Anregung holen, die man sonst nicht findet. Und da grillen ja meistens eh Gefühlssache ist, sollte man mit nicht passenden Zeitangaben auch nicht hadern. Nur mit den Beilagenempfehlungen, die sollte man etwas modernisieren. Kartoffelpüree und Rotkohl schreit für mich eben nicht unbedingt nach „Grill“, obwohl man zugeben muß, daß es als Tischgrillgutbeigabe doch wieder paßt…

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher… Nr. 156

Der Sommer ist da… hur äh, juchu! (Man muß ja nicht alles reimen). Dementsprechend geht jetzt wieder die große Frage um: Was koche ich heute NICHT? Aber immer nur Salat futtern ist auch doof. Also, einfach nachschauen, was „Die kalte Küche“ aus dem Moewig Taschenbuchverlag von Dr. Oetker 1985 so vorschlägt. Denn, wie der Klappentext wohl weiß, sie bereichert eine einfache Mahlzeit ebenso wie ein festliches Buffet.
Die kalte Küche
Hm…. (immer wenn ich so anfange, dann läßt das schon auf nichts gutes schließen…)
Die 160 Seiten bieten wirklich einen wilden Überblick über kalte Gerichte von Vorspeisen wie dem Räucherlachs „Altona“ über Rohkostsalate wie den „Ungarischen Paprikasalat“ bis zu süßen Leckereien wie dem „Melonensalat mit Himbeeren“.

Nur, irgendwie sind die Rezepte hier drin wirklich leicht verstaubt. Es gibt Werke, da fällt einem das gar nicht oder nur sehr wenig auf. Da ist der Name vielleicht ein wenig altmodisch, die Zutaten haben noch alte Markenbezeichnungen, aber was am Ende dabei rauskommt ist lecker. Als ziemlich lecker würde ich das hier drinnen nicht bezeichnen – als ok bis gut schon. Die Rezepte sind in der Anleitung knapp formuliert, aber bei einem Brot mit Kräuterquark kann man halt auch nicht viel falsch machen (dachte ich, wir werden jedoch demnächst noch eine Rezeptbeschreibung für ein Sandwich sehen, da werdet Ihr Euch wundern!).

Das Buch hier ist eher was für Leute, die denken, „Hey, wir haben schon so viel ausprobiert, lass uns doch mal Sülzkotelett machen!“ Nicht wirklich schlecht, nicht wirklich zu empfehlen, nicht wirklich nützlich…. nice to have, wenn man alles andere schon hat.

Wirsing, Sususi

Blaubeerkuchen

Ok, gibt es überhaupt eine leckerere Beere als die Heidelbeere (Blaubeere ist das selbe, klingt aber schöner…)? Gibt es nicht! Kein Wunder also, daß so ziemlich jedes Land ganz viele Varianten von Blaubeerkuchen hat. Da gibt es aus Deutschland den Plauener Heidelbeerkuchen, die USA haben Blueberry Pie und die Schweden ihre Blåbärstart.

Alle drei haben eines gemeinsam: es sind im Ursprung total einfache, schlichte Rezepte, die aus nur wenigen Zutaten bestehen: Mürbeteig, Zucker und eben Blaubeeren. Das war´s. Klar, es gibt die Varianten mit Baiser oder Quark oder Guß oben drauf… alles recht und schön, aber nirgends kommt der Blaubeergeschmack so zur Geltung wie bei dem einfachen Rezept. Und das könnt Ihr ganz leicht umsetzten. Sogar, wenn Ihr gerade erst festgestellt habt, daß unter Euren Herdplatten massig viel Stauraum ist, den man auch für Pizza verwenden kann…

Was Ihr braucht hängt so ein wenig davon ab, welche Form Euer Kuchen haben soll: für ein Blech (was ich nicht empfehlen würde – es gibt kaum eine Sache, die im Ofen mehr Sauerei anrichtet als Blaubeerkuchen auf dem Blech!) braucht Ihr etwas mehr Mürbteig als hier. Das Originalrezept von hier kriegt Ihr im P.S. Ich habe außnahmsweise mal die total faule Variante gewählt, nämlich den fertigen Mürbteig. Der reicht für eine Springform oder eine Tarteform.

Also: 1 Mürbteig, 5 Eß Zucker, 500 gr. Blaubeeren (oder etwas mehr, kauft eine TK-Packung mit 750 gr, das reicht auf alle Fälle) entweder frisch oder gefroren und Semmelbrösel. Die Semmelbrösel sorgen dafür, daß Euer Kuchenboden nicht total durchweicht. Trotzdem dürft Ihr hier keinen knusprigen Boden erwarten. Er wird weicher sein als sonst. Das liegt daran, daß Ihr auf dem Kuchen sozusagen Marmelade kocht.
Blaubeerkuchen Zutaten
Das ist auch der Trick, warum die Blaubeeren auf dem Kuchen bleiben, ohne runterzufallen: durch den Zucker kocht der Saft der Blaubeeren auf dem Kuchen geleeartig ein.

Rollt den Mürbteig rund aus. Solltet Ihr etwas Teig übrig haben, legt den einfach in Streifen oben drauf auf die Blaubeeren. Mürbteig enthält viel Fett, deshalb könnt Ihr Euch das sonstige Einfetten der Form sparen. Dann streut Ihr den Boden mit Semmelbröseln aus, bis überall eine dünne Schicht Semmelbrösel liegt.
Blaubeerkuchen Teig
Auf die Semmelbrösel verteilt Ihr die (noch gefrorenen) Blaubeeren. Entweder, bis Eure Packung leer ist, oder die Blaubeeren bis zur Oberkante Teigrand stehen.
Blaubeerkuchen Blaubeeren
Bei ca. 500 Gramm Blaubeeren kommen 5 Eß Zucker über die Blaubeeren. Also ca. 1 Eß je 100 gr. Glaubt mir, es wird nicht zu süß, aber der Zucker ist nötig, um den Saft der Beeren zum gelieren zu bringen, also nehmt nicht weniger. Legt in den Ofen unter Eure Form einen Bogen Packpapier. Auch wenn Ihr eine Springform benutzt. Ein kleiner Riß im Teig und Ihr könnt danach stundenlang den Ofen schrubben… Auch blubbert und spritzt der Beerensaft munter vor sich hin…
Blaubeerkuchen Zucker
Das ganze kommt bei 180 °C nur noch 60 Minuten in den Ofen…. fertig. Oh, und macht Euch keine Sorgen, wenn Ihr meint, es kommt vielleicht etwas viel Flüssigkeit aus den Beeren… die kocht schon ein. Spätestens 10 Minuten vor Ende der Backzeit sieht man, wie das Blubbern etwas zäher und langsamer wird… Bis zum Ende ist dann fast alles verkocht und der Rest, wenn Ihr da mit dem Löffel oder Finger (heiß) reinstippt, dann werdet Ihr sehen, daß es nicht mehr „flüssig“ ist.
Das ist vielleicht optisch nicht der schönste Kuchen, den man backen kann, aber definitiv mein Lieblingsblaubeerkuchen. Laßt ihn in der Form auskühlen und schneidet ihn dann auch drin in Stücke zum rausnehmen. Wie gesagt, der Boden wird hier nicht hart sein.
Blaubeerkuchen fertig
Am besten schmeckt er lauwarm mit Vanilleeis oder abgekühlt mit geschlagener, ungesüßter Sahne…. Mjam! Wenn Ihr Geduld habt, dann laßt ihn bis zum nächsten Tag in Ruhe, bevor Ihr ihn anschneidet… das tut ihm gut.

Wirsing, Sususi

P.S:

Hier das original Mürbeteigrezept zum Kuchen fürs Blech:
450 gr Mehl, 150 gr. Butter, 100 gr. Zucker, 3 Eigelb. Daraus einen Mürbeteig kneten, zu einer Kugel formen, in Pergamentpapier einwickeln und 1 Stunde in den Kühlschrank stellen. Dann ausrollen und ein gebuttertes Backblech damit auslegen…
Sonst weiter wie oben.

Meine Kochbücher… Nr. 155

Kochgeheimnisse und beliebte Originalrezepte von Bayern bis Schleswig-Holstein, quasi durch ganz Deuschland? Kein Problem, gibt es hier: „Deutsche Spezialitäten nach Großmutters Art“ aus dem GU Verlag von, äh, irgendwann als die Postleitzahlen noch 4-stellig waren.
Deutsche Spezialitäten nach Großmutters Art
138 Seiten mit dazwischen spärlich verteilten Farbtafeln enthalten „ausgewählte Rezepte nach den Möglichkeiten des heutigen Marktes“. Das heißt, man arbeitet mit Zutaten, die allgemein leicht zu beschaffen sind. So weit ja schon mal gut.
Die Rezepte bewegen sich im Bereich gut bürgerlich, Hausmannskost und ein paar festlichere Angelegenheiten. Wobei hier die Mengenangaben tatsächlich nicht „modernisiert“ wurden, statt vier Personen werden davon heute oft fünf oder mehr satt.

Daß sich Gerichte oft nicht kulinarisch auf Bundeslandsgrenzen festlegen lassen, ist wohl auch klar, oder? Trotzdem findet man an der Waterkant zum Beispiel den Friesischen Kohlkopf oder die Bochumer Altbiersuppe bei Rhein und Ruhr. Für jede Region sind eben „typische“ Gerichte vertreten, auch wenn man sie vielleicht in anderen Gegenden auch finden könnte.

Die Anleitungen sind leider auch nicht modernisiert worden, d.h. man sollte einigermaßen mit dem Herd und allen anderen Zubehörteilen und Zutaten umgehen können. Sonst stolpert man auch des öfteren über die Rezeptreihenfolge: wo in der Zutatenliste noch die ganze Zwiebel steht, kommt im Rezept bereits „die fein gewürfelte Zwiebel mit …. zugeben…“ Es empfiehlt sich also, das Rezept genau zu lesen, die Zutaten so vorzubereiten, wie sie im Rezept gebraucht werden und dann erst anzufangen. (Nicht, daß das für andere Kochbücher nicht auch gilt, aber manchmal schachteln die die Anleitung halt so geschickt, daß es nichts macht, wenn man Schritte so „nebenher“ ausführt…)

Abschmecken muß natürlich jeder so oder so auch.  Es kommen leckere Sachen dabei raus, allerdings eben, „nach Großmutters Art“, d.h. ein wenig angestaubt, ein wenig schwerfällig und nichts für die schlanke Linie. Da man aber ja nicht jeden Tag danach kochen wird, schadet das nicht. Für den Sonntagsbraten eignet sich das Werk hier definitiv auch heute noch, für die meisten werden die Rezepte aber zu altmodisch sein, um daran Freude zu haben.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher… Nr. 154

Kennt ihr Brösel? Also, nicht die Krümel. Sondern den Brösel von Werner? Sicher kennt ihr den. Wußtet ihr aber, daß er auch ein Kochbuch illustriert hat? Haha, hier ist es: das „Kochbuch für Stümper“ von 1990 aus dem Altamira Verlag.
Kochbuch für Stümper
Alleine dies sollte doch schon reichen, um das besagte, 160 Seiten dicke Werk zu kaufen. Bölkstoffsuppe, Gefundenes Fressen oder Chicken „Koma“ sind ein weiterer Grund. Alleine die Rezeptbeschreibungen lohnen sich: da werden Tomaten im Mixer geschraddelt, man „sucht gut gelaunt und in aufgeregter Erwartung eine Pfanne“ oder schmeckt mit „Honich“ ab. Wer den Stil mag, der lacht sich schon beim vorherigen Durchlesen des Rezeptes erst mal schief… alle anderen legen das Buch spätestens dann angewidert zur Seite, wenn sie drei Eßlöffel Bols Pfefferminzlikör in den Linseneintopf kippen sollen.

Zugegeben: haute cuisine ist das nicht. Trotzdem sind dem Autor bei aller Fertiggerichte-Zusammenmixerei hochwertige Zutaten wie Würze von Bioforce oder echter Mozzarella nicht nur bekannt – sie werden bei der Zubereitung der hier vorhandenen Rezepte sogar ausdrücklich empfohlen. Was dabei herauskommt ist eine spannende Mischung aus schnellen Fertiggerichten mit einem Hauch Qualität. Erstaunlicherweise sind die meisten Gerichte auch noch essbar bis lecker. Kochen sollte man zumindest schon mal ausprobiert haben, sonst kommt einem die flapsige Ausdrucksweise manchmal in die Quere – aber das ist hier durchaus gewollt. Absichtlich vermeidet der Autor grammgenaue Mengenangaben beim Abschmecken und sagt: Macht einfach mal. Kommt schon was bei raus. Und wenn nicht, macht auch nix, noch mal von vorne anfangen.

Ich hatte und habe meinen Spaß hiermit – nur ernst nehmen, das darf man (und sich) hier nicht.

Wirsing, Sususi

P.S.: eine Fortsetzung gibt es übrigens auch…

Ambrosia

Eigentlich wollte ich Euch das heutige Rezept ja schon gestern vorstellen – aber das Wetter war so schön, daß der Tag lieber mit Klettern verbracht wurde. Deshalb kriegt Ihr erst heute Nachtisch: Ambrosia! Klingt göttlich, gell? Das Rezept stammt aus diesem Werk hier: „Leckere Desserts„. Der Grund, warum bei mir hier nur ein Becher saure Sahne zu sehen ist, ist folgender: als Single bin ich mit 4 kleinen Portionen Nachtisch mehr als versorgt, und das ist die Menge, die ich hier rausbekommen habe, nachdem ich das Ursprungsrezept halbiert hatte. Also hier sozusagen nur die halbe Portion.

Ihr braucht: 200 ml saure Sahne; 100 gr. Zucker; 1 Tl Arrak (* lest das P.S. dazu…); 1/2 Pck. Vanillezucker; 3 Blatt rote Gelatine (weiße geht auch, sieht aber halt nicht rot aus…); 1/2 Glas Kirschen abgetropft (etwas weniger als 200 gr.); 1 Becher Schlagsahne; 1 Pck. Sahnesteif. Ihr solltet einen kleinen Topf haben und zwei hohe Rührgefäße für die Sahnemassen.
Ambrosia Zutaten Zuerst weicht man die Gelatine ein: einfach drei Blatt in einen kleinen Topf geben und mit kaltem Wasser bedeckt 5 -10 lang stehen lassen.
Ambrosia Gelatine einweichen
Während die Gelatine vor sich hin weicht könnt Ihr die Sahne schlagen. In einen hohen Becher die saure Sahne mit dem Vanillezucker, dem Arrak und dem normalen Zucker geben und so lange schlagen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dazu einfach den Finger reintauchen (Rührgerät dazu bitte ausschalten!) und abschlecken. Wenn es noch zwischen den Zähnen knirscht, ein wenig weiter schlagen.
Ambrosia Saure Sahne
Nach 5 – 10 Minuten ist die Gelatine fertig. Aus dem Topf fischen und ausdrücken (nicht zerquetschen, seid sanft..). Das Wasser wegschütten. Die Gelatine wieder in den kleinen Topf geben. Bei ganz, ganz, ganz kleiner Wärme auf den Herd stellen und schmelzen lassen. Manchmal reicht es sogar, den Topf kurz draufzustellen und dann wieder runterzunehmen, sobald die Gelatine anfängt, flüssig zu werden. Rührt dabei dauernd mit einem Schneebesen drin rum, damit sie nicht anbrennt. Gelatine verliert ihre Gelierkraft, wenn sie zu heiß wird, also aufpassen!
Gelatine ausgedrückt
Wenn sie komplett flüssig ist, dann erst unter dauerndem Rühren zwei bis drei Esslöffel der Sahnemasse zur Gelatine rühren. Das sorgt für einen Temperaturausgleich der beiden Massen. Dann die Gelatinemasse zur Sahnemasse rühren.
Ambrosia Gelatine gelöst
Im Idealfall sollte sich jetzt eine gleichmäßig rosa gefärbte Masse ohne Klümpchen gebildet haben. Sollte das nicht der Fall sein und die Gelatine vielleicht noch nicht ganz flüssig gewesen sein oder anfangen zu klumpen, könnt Ihr die Sache noch retten, indem Ihr die gesamte Masse noch mal in den Topf gebt und unter dauerndem Rühren langsam noch mal warm macht, bis alles gelöst ist. Diese Masse in den Kühlschrank stellen für ca. 1/2 Stunde. Dabei wird sie etwas fester.
Ambrosia Gelatine Creme
Jetzt könnt Ihr die Schlagsahne mit Sahnesteif zusammen aufschlagen. In ein Glas der gewünschten Größe schichtet Ihr jetzt abwechselnd rosa Sahnecreme, Kirschen und Schlagsahne. Obendrauf könnt Ihr die Sahne mit einem Spritzbeutel oder einem improvisierten Spritzbeutel aus einer Plastiktüte garnieren (kleine Tüte nehmen, Sahne rein, zusammendrehen, Ecke abschneiden – gibts bestimmt als Youtube-Video…). Drauflöffeln tut es aber auch.
Ambrosia fertig
Das war´s; schon fertig. Jetzt nur noch 1 Stunde kaltstellen und loslöffeln. Macht was her, macht wenig Mühe und schmeckt.
Abwandlungen mit Blaubeeren statt Kirschen oder mit Kirschwasser statt Arrak schmecken übrigens auch fein.

Wirsing, Sususi

P.S:
Arrak darf nicht mit Arak verwechselt werden. Arak ist ein Anisschnaps, Arrak ein rumähnlicher Schnaps aus Reis und Zuckerrohr. Die wohl bekannteste Marke hierfür ist Mendis. Bei uns gibt es den im Asia-Laden; aber auch Kaufland hat schon mal welchen. Sollte Arrak nicht zu bekommen sein (oder zu teuer – der Liter so um die 18 Euro), dann gibt es in der Backabteilung Arrak-Aroma. Bitte nicht pur probieren, das hat für meinen Geschmack nicht viel mit Arrak gemein – aber im Dessert schmeckt es gut.
Sollte jemand gar keinen Alkohol drin haben wollen, dann kann man hier auch gut drauf verzichten.

Fa Magic Oil

So, alle den Muttertag überlebt?
Dan können wir uns jetzt ja der neuen Test-Aktion von trnd.com und Fa zuwenden: Fa Magic Oil! Pflegt mit Öl und erfrischt wie ein Duschgel uhund: obwohl es mit Microölen ist, fettet es nicht. In drei Duftrichtungen kommt es: Ingwer-Orange, Blauer Lotus und Pinker Jasmin. Also, let´s „lather, rinse, repeat; and lather, rinse, repeat; as needed“ (*sing* – muß ich euch sagen, aus welcher Serie der Song stammt oder findet ihr es raus?)
Fa Magic Oil
Ein wares Wunder, äh, pure Magic halt. Also, die Flaschen gefallen mir schon mal. Glitzer. Schöööön. *räusper* Na, stimmt doch! Zumindest bei Ingwer-Orange. Doch der Reihe nach, gehen wir sie eins nach dem anderen durch.

Ingwer-Orange:
Die Farbe ist der Hammer! Grade wenn Licht auf den (auf dem Etikett der Rückseite angebrachten) Glitzer trifft. Dann ist im Badezimmer Sonne pur aufgegangen. Gefällt mir sehr gut. Riechen tut es vor allem nach Orange. Wer von Treaclemoon „Ginger Morning“ kennt… der findet bei Fa keine Spur von Ingwer. Ein wenig schade, wenn der Orangenduft nicht wirklich so toll wäre. Ich habe mich schon unter der Dusche ertappt, daß ich glatt noch mal Duschgel genommen habe, obwohl ich schon fertig war. Aber es hat so toll nach Orange gerochen! Leider blieb nach dem Duschen kaum Duft auf der Haut zurück. Der Schaum den das Duschgel erzeugt, ist sehr seidig und angenehm, definitiv kein „Bauschaum“. Dafür schäumt es aber nicht besonders stark. Nach dem Duschen fühlte sich meine Haut sehr schön an. Definitiv nicht ölig oder fettig, aber längst nicht so ausgetrocknet wie mit herkömmlichen Duschgel. Nachcremen mußte ich aber trotzdem. Alles in allem ein Duschgel, mit dem ich mich unter der Dusche sehr wohl gefühlt habe und welches wohl ab und an wieder im Badezimmer landen wird.
Fa Magic Oil Incis
Pinker Jasmin:
Ehrlich? Ich habe mir davon mehr versprochen. Es riecht zwar süßlich und ein wenig jasminig, aber nur beim dran-vorbei-riechen im Drogeriemarktregal hätte ich es nicht mitgenommen. Ich habe auch den Eindruck, es ist ein Duft, den man schnell über wird. Vielleicht fehlt mir ein wenig, um die Jasmin-Süße auszubalancieren. Außerdem muß ich gestehen, daß ich kein Fan von rosa bin, und das ist wirklich extrem seltsames rosa. Äh, pink. Für die Duscheigenschaften gilt das Selbe wie beim Ingwer-Orange. Nur nachkaufen werde ich es vermutlich nicht gleich. Vielleicht mit ein wenig warten, vielleicht probiere ich es im Winter noch mal, wenn man was blumiges braucht… Außerdem hätte ich die Farbe jetzt nicht unbedingt mit Jasmin-Duft verknüpft, obwohl, ja, es gibt pinke Jasminblüten… trotzdem ziehe ich die weißen vor.

Blauer Lotus:
Puh, der Duft ist schwierig zu definieren. Vor allem, da ich noch nie an einer lebenden Lotusblüte gerochen habe, und somit nicht sagen könnte, ob das Duft so hinkommt. Andererseits hatte ich den Eindruck, daß es riecht, wie jedes andere „blaue“ Duschgel auch (etwas süßlicher vielleicht) – und damit kommen wir schon zu meinem Problem: ich finde einfach, blau ist momentan im Kosmetiksektor total überrepräsentiert! Jeder Hersteller hat ein blaues Duschgel, meistens irgendwas mit „Ocean“ oder „Lagune“ oder so im Sortiment und oft weiß man nicht mehr, hat man Duschgel, Weichspüler oder Kloreiniger vor sich, es riecht eh alles gleich. „Blau“ halt. Das Duschgel fand ich langweilig und nichtssagend, sowohl vom Duft wie auch von der Optik.

Fazit:
Ingwer-Orange: Ja, ja, ja! Richtig tolles Duschgel. Pinker Jasmin: Tolles Duschgefühl, wenn man die Augen zumacht, sieht man das rosa nicht mehr und riechen tut es nicht schlecht. Blauer Lotus: Kann man nix falschmachen mit, duschen kann man damit.

Und jetzt: Fröhliches Duschen!

Wirsing, Sususi