Archiv der Kategorie: Ausflüge/Urlaub

Gasthaus Römming in Erlangen

Am Wochenende stand ein Kurztrip nach Nürnberg an. Normalerweise ignoriert der Nürnberger, daß es um Nürnberg herum noch anderes gibt. Manchmal jedoch verläßt der Nürnberger Nürnberg und begibt sich auf die gefährliche Reise nach…. z. B. Erlangen. Und wenn der Nürnberger dann auch noch Hunger kriegt, dann ist er fast gezwungen, dort vor Ort essen zu gehen. Zum Beispiel hier: im Gasthaus Römming.
Römming
Das kannte ich noch nicht. Gut, ich war schon lange nicht mehr da, aber auch sonst hat Erlangen so unmassig viele Restaurants, daß man locker jeden Abend des Semesters wo anders verbringen kann und bei Ende des Studiums war man trotzdem noch nicht überall. (Wobei, mich würde interessieren, ob es den Chinesen in der Nähe vom ehemaligen Murphy´s noch gibt…). In der Apfelstraße gelegen, also ziemlich zentral befindet sich jedoch eben das Römming. Böhmische und Fränkische Küche sind eine erfreuliche Abwechslung zu den überall vorhandenen Dönerbuden, Asiaten und Italienern.

Das Ambiente hier ist, wie soll ich sagen? Sehr sauber? Heimelig? Vintage? Eigen? Gewöhnungsbedürftig? Gemütlich? Wohl alles. Angefangen von der uralten Original-Decke, die schon halb runterkommt bis hin zu den Blümchenvorhängen…
Römming Innen
Der Beilagensalat kam als erstes und ließ einen nicht wirklich in Jubelrufe ausbrechen. Ein paar Dosenbohnen, ein wenig Rote Bete aus dem Glas, ein geschmackloses Tomatenachtel und fade Sahnesauce… nu ja. Die Dosenbohnen waren hier dran noch das Beste.
Römming Beilagensalat
Dann kam aber meine bestellte Rinderroulade mit Böhmischen Knödeln und versöhnte mich wieder! Das Fleisch war schön zart, die Knödelscheiben schön groß und fluffig und alles zusammen lecker. Eine große Portion mit ordentlich Sauce. Gut abgeschmeckt aber nicht zu salzig, von der Roulade hat man noch das Fleisch geschmeckt.
Römming Rinderroulade mit Böhmischen Knödeln
Die Roulade war gut gefüllt mit Senf, Speck und Zwiebeln und, das wird Gurken-Hasser freuen, ohne eben diese. Hier waren keine harten Zwiebeln oder zähes Fleisch/Speck zu finden. Da hat für mich alles gepaßt, das war mal wirklich ein schönes, bodenständiges Mittagessen. Schön war auch, daß die Sauce keine Mehlpampe war.
Römming Rinderroulade aufgeschnitten
Die Bedienung war fix und freundlich, das Essen kam schnell, aber nicht zu schnell und man konnte in Ruhe essen. Das Rindergulasch war gerüchteweise ebenfalls sehr zart und lecker. Nur die Bratkartoffeln zum Schnitzel sahen mir sehr, sehr fettig aus.
Ich denke, hier kann man ruhig essen gehen.

Wirsing, Sususi

Burhans Murrhardter Hof Stuttgart

Da ich bei meinem letzten Besuch in Stuttgart Abends den Rüssel voll hatte vor lauter Schweinen, war ich froh, daß wir ein Restaurant besuchten, welches auch andere Speisen auf der Karte hatte: nämlich den „Murrhardter Hof“. Ein Blick online auf die Speiekarte brachte zwei Erkenntnisse: erstens, die Speisekarte ist nicht ganz aktuell, was Preise und Speisen betrifft. Da ich sie heute aber nicht erreichen konnte, wird sie vielleicht grade überarbeitet. Und zweitens, alle kennzeichnungspflichtigen Zusatzstoffe waren brav aufgelistet. Dabei fiehl mir ins Auge, daß z. B. bei dem Gericht „Leberwurst mit Bratkartoffeln“ E220-228 angegeben war (geschwefelt.). Autsch, das kann eigentlich nur eines heißen: Fertigkartoffeln! Jetzt gibt es aber auch hier verschiedene Möglichkeiten, von Kartoffeln aus dem Glas (geht als Restaurant gar nicht) bis hin zur Variante nur geschält und vorgeschnitten (geht, wenn man einen guten Lieferanten hat, und damit ordentlich umgehen kann). Ich war also gespannt. Und wurde tatsächlich etwas überrascht.

Betritt man den Gastraum, dann hat man den Eindruck, daß das hier herrschende Ambiente unter die Kategorie „schlicht und edel“ zu fallen versucht. Unterstützt wird das ganze durch den Parkettboden, die dunklen Holzmöbel und die ansonsten schlichte weiße Wand ohne viel Deko. Hier rutscht das Ganze aber, bedingt durch die Höhe der Decke fast schon in die Kategorie „Wartehalle“ ab. Unterstützt wird das noch durch die Deckenstrahler, die allerdings so weit unten angebracht sind, daß Licht schon sehr gedämpft am Teller ankommt.

Trotzdem nicht ungemütlich. Leider wird der Platz hier gnadenlos ausgenutzt – wie man hier sehen kann, werden die Tische sehr eng eingedeckt. Wir haben an unserer langen Tafel im Nebenraum sogar ein Gedeck übersprungen und saßen immer noch sehr eng.
Murrhardter Hof Stuttgart
Bedient wurden wir freundlich (wenn auch nicht herzlich-überschwenglich) von einer Dame aus Österreich (?) und einem älteren Herren mit erstaunlichem Gedächtnis (er konnte sich beim Rechnung schreiben an fast alle Gerichte und Personen noch ohne Hilfe erinnern…). Bestellen konnte man allerlei Schwäbisches. Und, da man es sonst auf keiner Karte mehr so einfach findet und es nicht ganz einfach ist, es lecker zuzubereiten, mußte ich natürlich die „Rieslingkutteln mit Bratkartoffeln“ bestellen!

Alle Gerichte, die als Beilage einen Salat hatten, bekamen diesen vor dem Hauptgericht. Dazu wurden für den Tisch jeweils eine große Schüssel mit Kartoffelsalat gebracht. Dieser war wirklich sehr gut. (Wer mich kennt, der weiß, daß mir ein Kartoffelsalat-Lob gar nicht so einfach aus den Rippen zu leiern ist). Selbstgemacht, noch lauwarm, gut abgeschmeckt (nachsalzen und pfeffern steht jedem frei). Dann kamen auch schon recht schnell die Hauptgerichte (auch fast alle zusammen bzw. so viel, wie ein Ober eben tragen kann).

Und jetzt war ich sogar doppelt überrascht. Zunächst einmal die Kuttel. Rieslingkutteln sollten es ja sein. Ich bezweifle jedoch, daß diese Sauce jemals viel Riesling gesehen hat. Es war mehr eine Knoblauch-Sahne-Sauce. Ein leicht säuerlicher Einschlag, wie von sauren Kutteln oder Rieslingkutteln bekannt, fehlte völlig. Die Kutteln hätten teilweise auch etwas feiner geschnitten sein können. Außerdem waren sie von der Konsistenz her gut hingekriegt (also ohne den „Gummibandfaktor“). Geschmacklich war es zwar nicht das Erwartete, aber es war auch ok. Und dann die Bratkartoffeln. Diese waren wohl tatsächlich aus bloß vorgeschälten Kartoffeln gemacht: schön knusprig, nicht in Öl schwimmend, gut abgeschmeckt und noch angenehm bißfest. Darüber hinaus alles schön angerichtet.
Teller Rieslingkutteln
Ich gebe zu, das hätte ich nicht erwartet aber ich war tatsächlich mit meinem Hauptgericht zufrieden. Preislich gibt es hier übrigens alles zwischen 10 € (wie der Teller Kutteln) und 30 Euro. Bei den Hauptgerichten bis 15 Euro kann ich guten Gewissens sagen, hier kann man nichts verkehrt machen. Ob die Gerichte mit den höheren Preisen diese rechtfertigen – das kann ich noch nicht sagen. Es würde mich aber schon interessieren, denn auch was einige andere am Teller hatten, sah ziemlich lecker aus. Ich werde es bei Zeiten mal ausprobieren.

Bei der Rechnung wurde übrigens nicht wie oft üblich alles auf einen Bon geschrieben und dann auseinanderdividiert sondern jeder bekam seinen eigenen Bon fertig gemacht. Fand ich persönlich jetzt viel besser. Die ganze Sache schreit förmlich nach einem Revisited denn so ganz sicher bin ich noch nicht, was ich von dem Restaurant halten soll. Hintergrundgedudel gab es erfreulicherweise auch nicht…

Wirsing, Sususi

Schweinemuseum Stuttgart

Große Schweine, kleine Schweine, Seifenschweine, Spardosenschweine, PlüschschweineKinderbücherPorzellanfigürchenschweinevornehintenobenrechtslinksüberallschweine….“Aaaaargh“

So oder so ähnlich könnte man sich fühlen, wenn man durch die inzwischen fast 50.000 Ausstellungsstücke im Schweinemuseum in Stuttgart durch ist. Passenderweise im alten Schlachthof-Verwaltungsgebäude untergebracht, beherrbergt das Museum seit 2010 Schweine in alle Formen, Farben, Größen und Materialien.
Trämli Bahn
Zwar erfährt der Besucher in drei Stockwerken ein paar Fakten zur Herkunft des Schweines und der verschiedenen Rassen, der Hauptaugenmerk der in 25 Themenzimmer gegliederten Ausstellung ist aber dennoch das Schwein in all seinen Dekorations-Formen.
China Schwein
Exotisches…
Chinesisches Porzellanschwein
…bis Erotisches…
Sexy Schweine
..verteilt sich auf knapp 1000 Quadratmetern – und es ist nicht immer hilfreich, daß man zumindest bis in den ersten Stock immer den Duft der anschließenden Gaststätte in der Nase hat (und die Schweine vor der Nase…).
Kinderreime
Allerdings muß ich zugeben, daß man sich relativ schnell ob der ganzen schweinischen Masse etwas erschlagen fühlt… spätestens im Raum mit den ganzen Setzkästen stellt sich so eine Art Schweine-Overkill-Gefühl ein:
Setzkästen Schweine
In verschiedenen Räumen hat man als Erwachsener allergings Schwierigkeiten mit den ganz untersten Ausstellungskästen, während andere sogar als Giraffenmensch ebenfalls schwer einzusehen wären… aber es gibt hier so viel zu sehen, daß es darauf letztendlich nicht wirklich ankommt. Wer kann schon sagen, er hätte alle 50.000 Exponate ausgiebig betrachtet…

Am Ende kann man nur sagen, Schwein gehabt! Es geht nämlich auch wieder raus, eventuell noch an einer Sonderausstellung vorbei (diesmal Nußknacker aus dem Erzgebirge…sogar da waren vier Schweine dabei!)
Spardose Schwein 2
Bereut habe ich den Besuch hier definitiv nicht, es ist ein wirklich humorvolles Museum. Und wer den Besuch gleich mit einem Essen im Restaurant nebenan abschließen möchte, der hat sicher einen schönen Ausflug gemacht.

Der Eintritt kostet für den normalen Erwachsenen 5,90 € (ist eine Sonderausstellung, dann einen Euro mehr) und man sollte so etwa eine Stunde einplanen. Das Museum ist übrigens bequem mit der U9 (Richtung Hedelfingen) Haltestelle Schlachthof zu erreichen.

Na, denn Prost! So viel Schwein muß man erst mal verdauen…
Rüssel-Putzer

Wirsing, Sususi

PS: Ach ja, wer sich fragt, ob man dort mit seinen Kinder hingehen soll:
Eine Mutter mit ihren zwei Kindern ist vielleicht ein gutes Beispiel. Nach dem zweiten Raum fragte das Mädchen (so um die 6 Jahre geschätzt): „Mama, was kann man denn hier machen?“ Leider antwortete die Mutter strategisch ungeschickt mit „Nichts, hier kann man nur schauen…“ Den Rest der Ausstellung verbrachte das Mädchen damit, mit seinem Bruder zwischen den Schaukästen fangen zu spielen, während die Mutter verzweifelt versuchte, die beiden für Spardose Nummer 819 zu begeistern…
Ich find Dich Saustark

Platnersanlage Nürnberg Revisited

Am Wochenende stand ein Besuch in Nürnberg an. Und da war eigentlich zuerst ein Italiener geplant. Wir sind dann trotzdem beim Griechen gelandet, nämlich in der Platnersanlage. Da sind wir früher ganz oft gewesen, dann nur noch oft und, ich zumindest, jetzt so gut wie gar nicht mehr. Ist von Pforzheim aus auch ein wenig weit. Das letzte Mal in der Platnersanlage kann man hier nachlesen: Platnersanlage.

Was hat sich seit dem verändert? Wenn man reinkommt, sieht man, daß sich…. absolut nichts verändert hat. Na gut, über die Jahre wurde natürlich immer mal wieder renoviert, aber man weiß immer noch, wo man ist.
Platnersanlage innen
Auch die Speisekarte ist mehr oder weniger immer noch gleich. Schaschlik-Angebots-Mittwoch und diverse Tagesangebote mal ausgenommen.
Platnersanlage Speisekarte 2
Dafür ist die Portion der gebackenen Zucchini als Vorspeise deutlich gewachsen! Bekam man früher nur ein paar runde ausgebackene Scheibchen, liegt hier bestimmt eine ganze Zucchini!
Platnersanlage Zucchini
Vielleicht waren die noch übrig, denn auf dem Vorspeisenteller für eine Person waren auch so viele drauf! Unessbar für eine Person als Vorspeise streiken die Essenden bei der Portion meistens auch als Hauptgericht schon nach der Hälfte. Gut, daß man den Rest einpacken lassen kann! Unter den Zucchini sind noch Kalamares-Salat, Tsatziki, Tiropitakia, gebackener Schafskäse, Dolmades und allerlei sonstige Köstlichkeiten versteckt.
Platnersanlage Vorspeisenteller
Große Portionen auch bei den anderen Hauptgerichten: Am Meteora-Teller mit Gyros und Lamm haben mich nur die riesigen Zwiebelringe etwas gestört. Das Fleisch war knusprig-zart und gut gewürzt; das Lamm war zart und nicht zäh. Der Reis könnte für mich ein wenig mehr Salz vertragen, aber sonst war es echt lecker. (Auch wenn das Tsatsiki nicht an das vom Gashof Mouzaki heranreicht…*g*)
Platnersanlage Meteora-Teller
Der Trikala-Teller sah auch gut aus… ich glaube, den probier ich beim nächsten Mal.
Platnersanlage Trikala-Teller
Gutes, leckeres griechisches Essen, gute Preise, große Portionen, sehr nette Bedienung und angenehmes Ambiente (mit leiser griechischer Musik im Hintergrund) – was will man mehr, um schön Essen zu gehen. Und im Sommer kann man auch noch im Garten sitzen. Hier geh ich immer wieder gerne her!

Wirsing, Sususi

Osteria Nürnberg

Bei meinem letzten Besuch in Nürnberg hatten wir richtig Glück mit dem Wetter – es war nämlich noch mal schön angenehm sonnig und wir konnten unseren kleinen Stadtspaziergang ganz in Ruhe genießen. Wir arbeiteten uns durch eine erstaunliche Vielzahl vorweihnachtlicher Touristen bis in die Winklerstraße vor, also sozusagen bis um die Ecke vom Hauptmarkt. Dort befindet sich die „Osteria“. Nicht zu verwechseln mit „L´Osteria“ oder „Die Osteria“.
Osteria
Laut Definition (das Wort setzt sich zusammen aus „Oste“ und der italienischen Nachsilbe „eria“, also sozusagen Ort des Gastwirtes/der Gastfreundschaft) ist eine Osteria ein kleines Weinlokal, in dem zum Wein kleinere Speise serviert werden. Also nichts Pompöses, kein gemütliches Restaurant sondern das, was man hier „Besenwirtschaft“ nennen würde.

Deshalb ist das Inerieur auch genau so: funktional-praktisch ohne einem eigentlich zum langen Verweilen aufzufordern.
Osteria Innen
Besieht man sich die Speisekarte, dann hat man hier die Wahl zwischen Salat, Pizza oder Pasta. Reine Fleischgerichte sucht man hier bis auf die auf der Tageskarte vergeblich. Tragisch ist das nicht, gerade für eine Osteria sogar passend.
Osteria Speisekarte
Bedient wird man hier vom netten Italiener nebenan, der mit Charme und dem daherkommt, was man gemeinhin als „typisch italienisch“ bezeichnen würde – gute Unterhaltung ist also vorprogrammiert.
Hier sieht man das Beispiel Pizza Prosciutto Crudo. Was man nicht sieht, ist, daß die Pizza rundherum rund 3 cm über den Teller ragt – und das keineswegs, weil der Teller so klein wäre! Pizza gibt es hier also im XXL Format. Die anderen Gerichte sahen von den Portionen dann wieder normal aus.
Pizza Prosciutto Crudo Osteria
Dies war übrigens endlich mal eine Pizza, die nicht nur auf der Speisekarte mit Parmaschinken belegt war – diesmal war es tatsächlich Parmaschinken. Schön auch, daß der Schinken nicht zu Tode gebrutzelt mit unter dem Käse versteckt war, sondern erst ganz zum Schluß oben auf die Pizza kam.

Wer schnell mal eine Pizza oder Nudeln essen möchte zu normalen Preisen etwas außerhalb der sich tot trampelden Touristen, der ist hier richtig. Falsch machen kann man hier nichts, man wird freundlich und schnell bedient, kriegt ordentliches Essen und kann deshalb ruhig wieder hingehen.

Wirsing, Sususi

Eat & Style Messe Stuttgart 2014

Dieses Wochenende war fest für einen Termin eingeplant, den ich auf gar keinen Fall verpassen wollte: die Eat & Style Messe in Stuttgart. Diesmal parallel zur Heim&Familie, Hobby&Elektronik und ein paar anderen Hallen.

Auch dieses Jahr konnte man an einigen interessanten Workshops teilnehmen, die natürlich alle mit Voranmeldung funktionieren. Bei Lucki Maurer in der Perfect Meat Academy konnte man(n) sich für 29 € vom Strip Loin vom Bison bis zum Wagyu Ribeye probieren und bekam noch zusätzlich Tipps zum richtigen Zubereiten von Steak.
Maurer + Schneider
Kostenlose Workshops wurden wieder von der Miele Backstube angeboten:
Programm BackstubeFinanciers
Hier wurden gerade die Financiers & Cakes hergestellt und verziert.
Wer nicht mitmachen konnte oder wollte, der konnte immerhin noch viel sehen und probieren. Auf der Kochbühne fanden den ganzen Tag spannende Shows statt, z. B. zeigte Wolfgang Müller die relativ einfache und fixe Herstellung frischer Rehbratwurst mit Cranberry-Chutney. Das ganze durfte natürlich vom Publikum wieder verkostet werden.
Wolfgang MüllerRehbratwürste mit Cranberry Chutney

 

 

Aber auch sonst gab es viel zu entdecken. (Viele interessante Stände finden sich übrigens auch immer in einer Halle der Heim&Familie… also, da auch mal vorbeischauen). beanarella zum Beispiel trumpft mit einer kompostierbaren Kaffekapsel auf, die auch noch mit Fair Trade Kaffee gefüllt ist! Wer sich jetzt fragt, warum beanarella das kann und die anderen Hersteller nicht – beanarella hat das Pferd bzw. die Kapsel sozusagen von hinten aufgezäumt. Da das kompostierbare Material etwas störrisch zu verarbeiten ist, haben sie zuerst die Kapsel entwickelt und dann die Maschine drumgebaut. Jetzt kann man Espresso, Kaffee und entkoffeinierten Kaffee bekommen. Möglicherweise paßt die Kapsel auch in andere Maschinen (nicht Nespresso), da laufen noch Versuche…
beanarella

Ebenfalls interessant war der Aussteller von http://www.mychipsbox.de
Dieser bietet Chipsboxen zum Versand an, die natürlich in allen herkömmlichen Geschmacksrichtungen auftauchen – aber eben auch in Ingwer-Paprika, Wasabi oder, tatsächlich, Joghurt-Heidelbeere. Wer sich noch an die WM erinnert, kennt vielleicht mit Grausen an die Caipirinha-Chips, die es eine zeitlang im Angebot gab und die wirklich, wirklich, wirklich widerlich waren! Nicht so diese hier. Warum auch immer, hier wirkt die Balance zwischen Süße und Kartoffeln wirklich gut umgesetzt. Ausprobieren empfohlen.
mychipbox

Es gab natürlich noch viel mehr zu probieren und zu entdecken: Vodrock (Bayerischer Vodka), Tosca in feui (sehr flache Aioli), Himbeer-Aperitiv auf Weißweinessigbasis, Lavendelkäse, ect…
OlivenScharfe Saucen
Gewürze aus aller WeltFiensmecker Met Sauce

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sollte man vom Essen selbst erst mal genug haben, dann kann man sich durch die ganzen Küchengeräte inkl. Zubehör gucken. Der neue Thermomix, die KitchenAid, Backformen, Microplane, Reinold, und so weiter. Zwischendurch findet man sogar amüsante Teile, die ungefähr so nützlich sind wie ein Popcornmaker, ein Schokobrunnen oder eine Heim-Zuckerwatte-Analge. Dieses mal war das eindeutig der Kikeriki (der übrigens verdächtig wie der Rollie Eggmaster aussieht):
Kikeriki
Für ca. 30 Euro bekommt man ein Leuchtturmähnliches Gerät, in welches man dann Pfannkuchenteig gießen kann, oder Frühlingsrollen friemeln oder Rührei machen kann. Einfach oben einfüllen; warten, bis es hochkommt (alles mit Ei geht auf, deshalb kommt es automatisch oben raus) und fertig ist der Pancake am Spieß. Geschätzte Nutzungsdauer: maximal zwei Taga nach Kauf – dann steht es im Keller… Aber lustig sieht es aus.

Sollte man spätestens nach der Probierportion geräuchertem Lachs mit Parmesanschaumsauce noch nicht satt sein, dann hat man definitiv was falschgemacht – und kann sich an den diversen Ständen auch noch eine Spanferkelsemmel, eine Riesencurrywurst, Eis oder sonstiges gönnen.
geräucherter Lachs mit Parmesanschaum

Und so sieht die diesjährige Ausbeute aus:
Ausbeute
Zu sehen ist wieder eine Flasche Rapsöl (die alte war eh schon leer..), eine Microplane-Reibe (endlich; war schon lange nötig), eine sehr leckere Knoblauchsauce von Fiensmecker (richtig ordentlich Knoblauch-Geschmack, ohne den künstlich-süßlichen Nachgeschmack aus dem Supermarkt – und mit 3,50 auch nicht teuer), Marie Sharp´s Habanero Sauce mit Grapefruit (dadurch ist sie schön scharf, aber ohne diesen widerlichen Nachgeschmack, den scharfe Habanero-Saucen oft haben), der Safti (das Ding, was man in die Orange reinschraubt, damit der Saft rauskommt) und die allererste Flasche Amato Wiesbaden Dry Gin.
Amato Dry Gin
Nicht ganz günstig (25 € für 500 ml) ist der Amato Dry Gin ein sehr neuer Gin (erst seit Mai produziert). Nicht ganz so gut wie feel!, aber auch sehr unkonventionell. Auch hier kommt der Wacholder erst sehr spät hinten raus. Davor kommt diesmal Thymian und irgendwas frisches, was ich nicht ganz zuordnen kann. Im Gegensatz zu anderen deutschen Gins, z. B. Senft Bodensee, ist er auch sehr wenig scharf. Ich denke, daß das Rezept noch nicht komplett ausgereift ist, da wird bestimmt in den nächsten Jahren noch etwas gebastelt. Meiner Meinung nach sehr schön für Cocktails geeignet, ich würde den Hersteller sicher im Auge behalten.

So, das war es von der diesjährigen Eat & Syle,

Wirsing, Sususi

Cantina Stuttgart

Schon wieder ein Restaurant y Cocktailbar… wenn man sich so umschaut, könnte man glatt meinen, in Stuttgart gibt es nur Mexikaner… Dieser spezielle befindet sich praktischerweise nur eine U-Bahn-Station vom Hauptbahnhof weg (Haltestelle Friedrichsbau) – aus der U-Bahn raus und halbrechts abbiegen… schon steht man drin. Im Sommer kann man übrigens auch schön draußen sitzen.

Drinnen findet man das typische Cocktail-Bar/TexMex-Interieur, bestehend aus pseudo-mexikanisch/südamerikanischer Deko gepaart mit unbequemen Sitzgelegenheiten und notorisch zu kleinen Tischen… warum man hier trotzdem unbedingt hergehen muß, das folgt gleich. (Auch wenn es hier sehr leer aussieht… Reservieren sollte man.)
Cantina Stuttgart
Nun, nachdem man sich einigermaßen eingerichtet hat, dann ist man mit Glück (also zwischen 17 – 21 Uhr mitten in der Blue Hour. D. H. jeder Cocktail kostet nur 5 Euro. Ordentlich groß sind sie ja, wie man hier am Beispiel Paradise Pussy sehen kann… geschmacklich hat sich auch keiner beschwert. Die Cocktailkarte ist umfangreich und wer sich nicht sicher ist, der kann sich von der sehr nette Kellnerin fachmännisch beraten lassen.
Paradise Pussy Cantina
Dem Service kann ich übrigens ein großes Lob aussprechen. Erst mal war unsere Bedienung den ganzen Abend sehr freundlich; hat gut beraten, ging auf Sonderwünsche ein und war fix zur Stelle. Alle Hauptgerichte kamen mit nur kleinsten zeitlichen Unterschieden, alleine das ist für eine Cocktailbar schon bemerkenswert. Abgesehen von einem etwas verwirrten Kellner, der sich ein paar Mal im Tisch irrte (und dabei immer freundlich blieb…) war der Service sehr gut.

Was das Essen angeht, tja, da kann ich mich gar nicht beschweren! Diese wunderbar angerichtete Riesenportion Chili con Carne gab es für 8.90 €! Und die Nachos waren eindeutig selbst gemacht. Einzig auf die Schnittlauchfühler (was ist das neuerdings für ein merkwürdiger Trend???) und das Lorbeerblatt hätte ich verzichten können. Unter dem Chili war eine Weizentortilla, schön soft und lecker. Das Chili selber war saftig ohne flüssig zu sein, ohne Mais mit ordentlich Kidneybohnen, die erfreulicherweise nicht matschig und zerkocht waren. Zwar ohne Knoblauch aber mit einem Hauch Kreuzkümmel perfekt abgeschmeckt. Das Chili selber war gar nicht scharf, wer Schärfe wollte, konnte die Jalapenos mitessen, die andere können sie einfach aussortieren. (Wobei „scharf“ auf die auch nicht zutraf… jedenfalls nach meiner Skala.) Ein wenig Frischkäse rundete das ganze geschmacklich ab. Die Portion war wirklich riesig; ein paar Löffelchen gingen dann auch leider nicht mehr in den Magen.
Chili con Carne Cantina
Ein Löffelchen Guacamole wurde probiert – und für gut befunden. Diesmal mit ordentlich Knoblauch und schön cremig, fand man hier, wie es sich gehört, kleingeschnittene Zwiebelchen und Tomaten in der Avocadocreme. *lecker*

Der Knaller waren für mich aber die Nachos. Eindeutig geschmacklich selber gemacht! Selber gemachte Nachos ziehen immer sehr schnell Feuchtigkeit, deshalb sind die überbackenen Nachos wahrscheinlich etwas weicher als mit gekauften. Aber pur waren sie wunderbar splittrig und mit einer Gewürzmischung bestreut, die sich… ach ne, das verrate ich euch nicht direkt. Lasst den Restaurants ihre kleinen Geheimnisse! Jedenfalls gibt es da Gewürz von La Costena und würde übersetzt so viel wie „Zitronengewürz“ heißen. Tolle Sache diese Nachos, da können sich viele Restaurant ein Dreieck von abschneiden!

Zu späterere Stunde steigt der Lautstärkenpegel sehr extrem, da ist die Hintergrundmusik (lateinamerikanisches) schon fast leise dagegen. (Ob da der untere Auslösewert wohl überschritten wird… ? Ok, da kommt die SiFa durch…). Trotzdem ist es nicht so unangenehm wie z. B. im Hacienda (Hacienda Stuttgart – zwischen den beiden Locations liegen nicht nur Welten – da liegt ein ganzes Universum dazwischen!)

Sollte man doch das ein oder andere Cocktail zu viel für seinen Geldbeutel erwischen, dann kann man dort auch mit EC-Karte zahlen.

Der Vollständigkeit halber muß ich noch erwähnen, daß der Angusburger mit Pommes nicht so gut ankam – die Pommes waren etwas lätschert und der Burger wohl trocken – obwohl ich persönlich eh nicht auf die Idee gekommen wäre, aus Angus Rind unbedingt Hackfleisch machen zu wollen… die anderen Burger hatten nichts auszusetzen.

Gerne wieder, dann probiere ich mal was anderes. Hier lohnt sich ein Besuch und ich kann die Location wärmstens empfehlen.

Wirsing, Sususi

Hotel Lafonte in Karlovy Vary

Diesmal verschlug es mich im Urlaub nach Karlsbad. Also, dem anderen. Dem in Tschechien. Karlovy Vary sozusagen. Jetzt gibt es in Karlsbad eine Unmenge an Hotels, aber ich entschied mich gegen die 160-Zimmer-Riesen und freundete mich relativ schnell mit einem kleinen Hotel an, welches mit 26 Zimmern etwas außerhalb der Innenstadt im Stadtteil Rybáře (Fischern) liegt: das Hotel Lafonte.
Hotel Lafonte
Das Gebäude selber ist ein moderner großer Bau, das Hotel bewohnt aber nur den turmartigen Teil, neben an befinden sich eine Wechselstube, Versicherungen und sonstiges Finazwesen. (Geldautomaten befinden sich übrigens ungefähr hundert Meter weiter an der Hauptstraße). Da das Hotel in einem reinen Wohnviertel steht, ist es dort ziemlich ruhig. Ein wenig hört man ab und zu einen Zug oder Geräusche von der Hauptstraße, aber sehr, sehr leise und nur bei ganz offenem Fenster.

Bett Hotel LafonteAuf jedem Stockwerk
befinden sich nur rund 4 Zimmer. Diese werden über einen kleinen Vorraum betreten, in dem ein Kleiderschrank mit großer Spiegelfläche befindet. Von dort aus betritt man das Bad bzw. das Wohn/Schlafzimmer.

Einzelzimmer gibt es nicht, es sind immer Doppelzimmer zur Alleinbenutzung.

Der elektrische Zimmerschlüssel (Karte) dient wie immer auch für die Stromversorung.

Schlafzimmer Hotel Lafonte
Betritt man das Bad, fallen einem mehrere Dinge auf: erstens ist die Dusche mit dem ausreichend großem Handtuchhalter hinter der Tür wirklich geschickt: endlich mal tropft man nicht durchs ganze Zimmer nach dem Duschen. Und zweitens verstehe ich immer weniger, warum sich jemand über zu kleine Waschbecken in dem Hotel beschwert?!? (Vielleicht meinte er „niedrig“…, aber wenn man nicht 195 cm groß ist, sehe ich da auch kein Problem…). Sonst ist alles da: Fön (hinter der Tür), Steckdosen (an Euro-Stecker denken!), Licht, Lüftung, Radio (ja, sogar das…)
Dusche Hotel LafonteBad Hotel Lafonte

Da ich einen Kuraufenthalt gebucht hatte mit Halbpension und 12 Kuranwendungen, wurde ich am nächsten Tag gleich der Ärztin vorgestellt (diese spricht übrigens, wie der Rest der Personals mehr als ausreichend Deutsch). Diese diagnostizierte einen verspannten Trapezmuskel (das wußte ich) und Blockaden im unteren Wirbelsäulenbereich (das wußte ich noch nicht) und verschrieb mir darauf hin Gasumschläge, Kohlesäurebäder, Lymphdrainage, Teilmassagen, Elektrotherapie und Moorpackungen. Das Kurangebot des Hotels ist noch weit größer; es gibt auch eine Kosmetikerin (dort bitte gleich bezahlen, also Geld mitnehmen), die auch Maniküre und Pediküre anbietet.

Der Balneo-Bereich ist nicht besonders groß, aber ausreichend, hier zum Beispiel das Zimmer, in dem Moorbäder und Kohlesäurebäder ect. stattfinden. Im gesamten Bereich sind natürlich Straßenschuhe untersagt, deshalb bekommt man schicke one-size-fits-all Badeschlappen zum Bademantel aufs Zimmer. Im kompletten Hotel ist es sehr warm, d. h. man friert bei den Anwendungen auch leicht bekleidet nicht. Im Hintergrund läuft leise Entspannungsmusik (hm, gut, 1 CD. Die ganze Woche. Vielleicht wechseln sie monatlich? *g*)
Moorbad Hotel Lafonte
Wenn man zu seinem Termin kommt und noch etwas warten muß, steht ein Aufenthaltsraum mit diversen Sitzgelegenheiten und Wasser zur Verfügung, aber länger als ein paar Minuten mußte ich dort nie warten, sogar wenn ich etwas zu früh dran war. Das Personal spricht auch hier gut deutsch, alle sind sehr freundlich und führen die Anwendungen kompetent durch. Das Gerät zur Lymphdrainage war etwas älter, aber voll funktionstüchtig. Der Bereich war nicht geleckt, aber sauber und Spuren vom Vorgänger waren nie zu finden.

Einen Pool gibt es natürlich auch noch: Dieser kann mit drei Schwimmzügen problemlos durchschwommen werden, verfügt aber über eine ausreichende Gegenstromanlage. Weiterhin gibt es zwei Massagedüsenplätze und Handtücher braucht man noch nicht mal vom Zimmer mitnehmen, die stehen hier extra zur Verfügung. Die Benutzung ist außerhalb der Therapiestunden bis 22 Uhr möglich, außer Di und Do, da ist Nachmittags Babyschwimmen. Wer die Sauna oder den Whirlpool nutzen möchte, das kostet extra, man hat dafür aber seine Privatsphäre und bekommt noch einen Cocktail dazu.
Schwimmbad Hotel Lafonte
Wen es interessiert, das Wasser war schön warm…

Der Speisesaal bestand aus zwei annähernd gleich großen Räumen. Frühstück findet dort von 7 Uhr bis 9:30 Uhr statt, Abendessen ab 18 Uhr bis 20 Uhr. Jeden Tag hatte man seinen zugewiesenen Platz, der leicht anhand der Zimmernummer zu finden war. Auch hier war das gesamte Personal wieder sehr freundlich und der deutschen Sprache mächtig. Jeden Abend gab es ein dreigängiges Menü, bei dem man sich am Abend zuvor zwischen drei Hauptgängen entscheiden konnte. Getränke wurden separat abgerechnet.
Speisesaal Hotel Lafonte
Das Frühstück gab es in Buffet-Form. 4-6 Sorten Wurst, 6-8 Sorten Käse, Eier (gerührt oder gespiegelt und hart), Müsli/Cerealien, Marmeladen, Butter, Schokocreme, Obst, Kuchen, diverse Sorten Brot und Semmeln (bitte nicht den Fehler machen und diese mit den deutschen Semmeln vergleichen…. sie sind nicht knusprig). Klein, aber absolut ausreichend.
Frühstück Hotel Lafonte
Ich habe den Aufenthalt hier sehr genossen. Alle waren sehr freundlich und hilfsbereit, alle Sonderwünsche der Gäste wurden erfüllt (ein paar mal mochte jemand die Vorspeise nicht oder wollte lieber eine kleine Portion oder noch ein zusätzliches Kissen oder den Anwendungstermin ändern…). Die Sauberkeit war gut, mal abgesehen von ein paar Kleinigkeiten, aber ich krieche halt auch so selten im Bad um die Duschumrandung und suche nach Kalkablagerungen… Alles, womit ich in Kontakt kommen konnte, war augenscheinlich sauber, und das reicht mir.

Das Abendessen war sowohl von der Portionsgröße als auch vom Geschmack einfach nur der Hammer! Typisch landestypische Küche. Also nicht beschweren über viel Fleisch und wenig Salat! Alles sehr heiß, schnell serviert, hübsch angerichtet und geschmacklich top. Bitte nicht über die Verwendung von Sahne und Speck beschweren, lieber mal vorher erkundigen, was in der böhmischen Küche so alles drinsteckt…
Hier ein kleiner Vorgeschmack:
Hähnchen mit Speckbohnen Hotel LafonteForelle Hotel LafonteEisbecher Hotel LafontePilze im Blätterteig Hotel LafontePanna Cotta Hotel LafonteGulasch mit Semmelknödel Hotel Lafontegefüllter Palatschinken Hotel LafonteBlätterteigschnecken Hotel LafonteRindfleisch mit Kartoffeln Hotel Lafonte

Ja, wichtig wäre jetzt noch, wie kommt man in die Stadt? Ganz einfach, entweder den Bus nehmen (Hauptstraße ca. 300 Meter) oder laufen. Der Bus fährt alle 20 Minuten, zu Fuß ist man in 10-15 min. am Becherplatz. Busfahrkarten gibt es im Hotel, Stadtpläne auch (15 Kronen). Im Hotel werden Kronen und Euros akzeptiert (wie fast überall anders auch), ebenso diverse Kreditkarten. Eine Wechselstube ist neben an, Geldautomaten, wie gesagt, ein paar hundert Meter weiter. Ein Parkhaus gibt es am Hotel auch (kostenpflichtig) und vom Hbf ist es ungefähr eine viertel Stunde zu Fuß.

Hier lohnt sich ein Kuraufenthalt und hier lohnt es sich auch, wenn man einfach einen ruhigen Ausgangsort für Ausflüge haben möchte. Kann ich jedenfalls nur empfehlen.

Wirsing, Sususi

Museum der Brotkultur Ulm

Durch einen zufälligen Zufall war ich vor kurzem in Illertissen. Und wenn man in Illertissen ist, dann ist man nicht so weit von Ulm weg. Und in Ulm befindet sich das Museum der Brotkultur. Dieses Museum stand bei mir auf der „Bei Gelegenheit mal besuchen“-Liste, da es von Pforzheim ja doch etwas weiter ist. So ergriff ich allerdings die Gelegenheit und da das Parkhaus in der Salzstadelgasse auch nur ca. 30 Meter vom Eingang des Museums weg war, musste ich noch nicht mal weit laufen. (Das Parkhaus ist auch ein guter Startpunkt für weitere Ausflüge in Ulm, zum Beispiel zum Münster)
„Museum für Brotkultur? Davon hab ich ja noch nie gehört“ Tja, geht bestimmt vielen so. Dabei ist es nicht verwunderlich, dass ausgerechnet ein Land mit ca. 300 verschiedenen Brotsorten dazu eine Ausstellung beherbergt. Wenn man mal nachdenkt, dann ist Brot ein universeller und untrennbarer Bestandteil der menschlichen Kultur, Religion, Politik und Entwicklung.
Das Museum kostet für Erwachsene 4 € Eintritt und ist barrierefrei zugänglich. Es gibt dort eine Dauerausstellung und Sonderausstellungen, aktuell beschäftigt sich diese mit der Tradition und Moderne der Bäckerei. Wer also schon immer mal wissen wollte, wie man Kaisersemmeln backt, was in alten Lehrverträgen von Lehrlingen alles gefordert war oder welche Fehler sich im fertigen Brot zeigen können, der sollte unbedingt vorbeischauen.
Untitled
Auch ein Blick auf mögliche Schädlinge ist geboten:
Schädlinge Bäckerei
Die Geschichte des Brotes beginnt natürlich mit dem Getreide: Nahezu alles, was zu Mehl vermahlen werden konnte,
Mahlgrade Getreide
wurde dies im Laufe der Geschichte auch schon mal um daraus Brot herzustellen und es verwundert nicht, dass Brot bereits im alten Ägypten einen so hohen Stellenwert hatte, dass man den Verstorbenen als Grabbeigabe kleine Statuen und Dioramen von Bäckern oder Getreide-Mahlern beilegte, um sie im Jenseits mit Nahrung zu versorgen.
Bäckerei Grabbeigabe
Für den Ausstellungsteil im zweiten Stockwerk gibt es übrigens einen Audioguide, der die Exponate näher erklärt.
Nachdem die Menschheit herausgefunden hat, was sich alles zu Brot verarbeiten läßt und wie, war der Schritt bis zur religiösen Verwendung nicht mehr weit. Man denke nur an Berches (jiddisch) oder Challot (hebräisch), also die Sabbatbrote, Matze und nicht zuletzt die christliche Hostie.
Sabbabtbrotteller
Natürlich spielte Brot im Laufe der Menschheit noch eine viel entscheidendere Rolle: nämlich wenn es ums nackte Überleben ging. Immerhin hat Brot, beziehungsweise der Mangel an selbigem einen nicht unerheblichen Beitrag zur französischen Revolution geleistet. Nicht umsonst heißt es „Brot für die Welt“. Die letzten Hungersnöte in Europa sind noch gar nicht so lange her und die Älteren unter uns dürften sich noch an Brotmarken und Plakate wie dieses hier erinnern:
Plakat Don´t waste Bread
Was beim Kaffee mit Muckefuck funktionierte, wurde auch beim Brot versucht: man versuchte, das nicht vorhandene Mehl mit Füllstoffen wie Sägemehl, Quecken oder anderen kreativen Mitteln zu strecken, die allerdings keinerlei oder nur sehr geringen Nährwert aufwiesen, bzw. gar nicht erst verdaulich waren.
Aus Zeiten, in denen Brot keine Mangelware war, sind diverse Zunftgegenstände erhalten geblieben; angefangen bei der Zunfttruhe, Zunftkrügen und Prozessionstangenaufsätzen
Prozessionsstangenaufsatz
Natürlich findet sich das Thema auch in der Kunst auf vielfältige Weise betrachtet wieder:
Une Boulangére
wie am Beispiel dieser Bäckerin zu sehen ist.
Alles in allem gibt es also ganz viel zu entdecken. Man sollte mindestens eine Stunde veranschlagen, besser sind eher 1 ½ mit Audioguide bzw. wenn man jemanden zum diskutieren hat. Denn das angestoßene Thema ist natürlich viel umfangreicher als es ein Museum darstellen kann.

Wirsing, Sususi

Vegan Street Day Stuttgart 2014

etzten Sonntag war es wieder einmal soweit: der Vegan Street Day 2014 fand wieder in Stuttgart statt. Drängten sich letztes Jahr alles unter den Schirmen und an den Häusern um nicht naß zu werden, flüchteten dieses Jahr wieder alle an die selben Stellen. Naß werden ließ sich aber diesmal gar nicht vermeiden, denn die Sonne brutzelte uns alle bei strahlend blauem Himmel. Es war so warm, daß es schon fast zu heiß zum essen war!
Aber wozu gibt es denn auch bei Veganern so was wie Eis? Zum Beispiel dieses hier: Booja Booja Coconut Hullabaloo und Hunky Punky Chocolate (allein für diese Namen muß man es einfach lieben…)
Booja Booja Eis
Das ist Eis mit absolut nix drin, will sagen: milcheiweißfrei, glutenfrei, gentechnikfrei, raw, soyafrei und, äh, ja. Das Kokosnußeis ist mit Cashew und dies schmeckt man auch ganz deutlich. Kokosnuß war geschmacklich nur sehr dezent vorhanden, aber das hat mich jetzt nicht gestört. Es war schön cremig und nicht zu süß und vor allem kalt! Das Hunky Punky Chocolate war wirklich sehr schokoladig und sehr zu empfehlen. Leider gab es das mit Ingwer nicht mehr, das hätte ich gerne noch probiert. Praktisch ist auch, daß hier der „Löffel“ sozusagen im Deckel eingebaut ist.

Es gab aber noch mehr Eis (es gab soviel Eis, das hätten wir gar nicht alles probieren können): Bruna lockte mit spannenden Sorten wie: Orange-Avocado, Erdbeer-Rhabarber, Schoko-Buchweizen oder, hier, Zitrone-Minze:
Zitronen-Minze-Eis Bruna
Und das war mal wirklich gut! Schön zitronig, aber ohne die übliche sehr zuckerige Süße und durch die Minze wurde alles sehr erfrischend. Es wurde übrigens keine Pfefferminze verwendet (Darf ich sagen, welche Minze? Ich habe mir meinen deutlichen geschmacklichen Eindruck noch mal bestätigen lassen… Ach, nö, probiert doch selber… *g*). Mit 1,20 € pro Kugel liegen wir hier auch nicht teuerer als wo anders.

Aber, man kann ja von nur Eis auch nicht satt werden, egal, wie warm es ist. Bei der ganzen Auswahl an Wraps, Burgern, Taco-Salaten, Indischen Gerichten ect. entschieden wir uns für: Hot Dogs. Diesmal von der Heißen Möhre in verschiedenen Ausführungen angeboten. Hier ist der All American Style Hot Dog mit Gurken-Relish und Senf.
Heiße Möhre All American Hot Dog
Ich muß leider sagen, diese vegane Hot Dog Variante war leckerer als so manche mit „echten“ Würstchen drin. Groß, mit viel Belag, würzig und vor allem mit wirklich scharfen Senf, nicht mit so Blembl wie sonst oft. Das Gurken-Relish war süß-säuerlich (mehr süß als säuerlich) und passte gut dazu. Damit konnte man zufrieden sein.

Es gab natürlich auch außer was zum Essen auch noch viele andere Sachen zum Probieren und Entdecken: Mixer, Kleidung, Lush, Kosmetik, Kokosnußwasser, Raw-Angebote, grüne Smoothies ect.
Bianco-Mixer

An eine Sache habe ich mich aber nicht herangetraut:
Baola
Baola, ein Fruchtgetränk auf Baobab-Basis. Mit Grausen erinnere ich mich noch an das letzte Mal, als meine Geschmacksknospen Kontakt mit Baobab hatten… *grusel* 3 € waren mir für dieses Experiment einfach zu riskant.

Myrten-Beeren

Also, es hat sich dieses Jahr auch wieder gelohnt, vorbeizuschauen. Man findet immer Spannendes und Neues und hat viele leckere Sachen zum probieren zur Auswahl. Und beim Losen gab es diesmal Heiße Schokolade von Alnatura…

Wirsing, Sususi