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Vegan Street Day 2013 Stuttgart – Die Dritte

Eigentlich wollte ich Euch ja schon gestern den Rest geben, äh, vom Vegan Street Day erzählen, aber ich, hm, ich… ach, ich geb es zu, ich hatte einfach keine Lust.

Aufgehört hatten wir ja nach dem komischen Tiramisu. Erst mal grob gesättigt hatte ich nun auch Augen und Ohren für viele andere Stände, Vorträge und Leute. Zwischendurch probierte ich bei Taifun Tofu. Den Mandel-Sesam Tofu kannte ich ja schon (und finde den von all den angebotenen Sorten immer noch am leckersten), aber man konnte auch Curry oder Basilikum oder Pizza-Geschmack probieren.
Tofu von Taifun
Basilikum sagte mir nicht so zu, aber Curry und Pizza kann ich mir auch in verschiedenen Speisen gut vorstellen
Taifun Tofu
Einkaufsmöglichkeiten gab es auch zu Hauf, zum Beispiel war die Kichererbse mit einem Stand vertreten (veganer Laden aus Stuttgart)
Kichererbse
oder alles-vegetarisch:
alles-vegetarisch
Dies nutzten viele auch aus und luden sich die Einkaufskörbe richtig voll. Da konnte man schon ordentlich Geld lassen, wenn man sich die Preise der veganen Alternativ-Produkte näher anschaut.
Einkauf bei alles-vegetarisch
Aber ich war ja nicht zum Einkaufen hier, also schlenderte ich ein wenig durch die Gegend und überlegte mir, was ich als nächstes probieren wollte. *g* Empfohlen wurde mir der Stand von Coox & Candy, aber da war die Warteschlange (wie bei allen anderen Ständen auch) meterlang. Außerdem gab es noch eine Sache, auf die ich schon seit geraumer Zeit furchtbar neugierig war, aber dazu kommen wir gleich. Vorher fand ich heraus, daß ich Tempeh immer noch nicht mag,
Tempeh
und daß Baobab zu einem der gruseligsten Produkte gehört, die der Mensch verarbeiten kann. Kennt jemand, die Szene, wo Spongebob an Garrys Schneckenfutter mit der Zungenspitze probiert? Genau so müßt Ihr Euch die Szene hier vorstellen.
Baobab Produkte
Zwischendurch hörte ich, wie in Teil 1 schon zu lesen, diversen Leuten auf diversen Bühnen zu. Und dann fiel mir etwas ins Auge, für das ich die längere Anstehzeit gerne in Kauf nahm: Veganes Softeis von Coox & Candy. In Vanille, Nougat oder gemischt für 2,50 € – das mußte ich selbstverständlich probieren. In Vanille, zum besseren Vergleich mit dem „echten“ Produkt. Ich liebe Softeis.
Veganes Softeis Vanille
Und dieses hätte man mir ohne Probleme als normal unterjubeln können. Gut, die Farbe war nicht so strahlend weiß, weil Sojamilch, aber geschmacklich top. Etwas wässriger, aber das hätte ich im Zweifelsfall darauf geschoben, daß es ohne Eispulver, also nur mit Milch (Soja), Zucker, Vanille und Öl hergestellt war. *schleck*

Da das Wetter immer schlechter wurde, beschloß ich, zum Abschluß noch etwas zu probieren, was mich schon ganz lange Zeit interessierte. Manch einer wird jetzt schon wissen, um was es sich handelt: analogen Analogkäse. Das ist kein Schreibfehler, da Analogkäse nicht vegan ist, haben es die Veganer geschafft, dazu ein analoges Produkt zu entwickeln (=das Eiweiß weggelassen), also sozusagen analogen Analogkäse. Und da Wilmersburger einen Pizzastand hatte kam ich gar nicht drumrum, davon auch noch ein Stück (3 €) zu probieren!

Pizza Funghi mit Wilmersburger
Optisch hätte ich zuerst gedacht, die Pizza wäre nicht lange genug im Ofen gewesen (war sie übrigens tatsächlich nicht, der Teig war innen noch etwas glitschig), weil der Käse nicht verlaufen war, und nicht braun wurde. Anscheinend ist das aber bei dieser Art „Käse“ so üblich. Hm, beim essen hat man tatsächlich ein Mundgefühl, daß einem suggeriert: „käsig“. Geschmacklich hätte ich ihn zuerst für eine Art billigen Analogkäse gehalten, abgesehen von einem etwas staubigen Nachgeschmack. Aber so nach der Hälfte des Stücks entwickelte sich langsam ein total penetranter Nachgeschmack. Irgendwie nach mit Scheiblettenkäse überbackenem Plexiglas. Das ist ein Produkt, da kann ich gut drauf verzichten! Nein, Käse machen können sie wirklich nicht. Arme Veganer! *g*

So, das soll es erst mal gewesen sein. Halt, ich wollte Euch die Tombola nicht vorenthalten: Hauptpreis war ein Vitamix, 1 Los hat 1 € gekostet und der Erlös wurde verwendet, um den Vegan Street Day zu finanzieren. Und das habe ich mit meinem Los gewonnen:
Tartex Aufstrich Champignon
Den kenn ich zwar schon, aber jetzt hab ich schon einen Blog-Artikel mehr zum schreiben.

Das war es jetzt aber wirklich erst mal.

Wirsing, Sususi

Zu Teil 1: http://sususi.meinblog.de/2013/05/20/vegan-street-day-2013-stuttgart-die-erste/
Zu Teil 2: http://sususi.meinblog.de/2013/05/20/vegan-street-day-2013-stuttgart-die-zweite/

Vegan Street Day 2013 Stuttgart – Die Zweite

So, heute geht es weiter mit dem Bericht vom Vegan Street Day. Dort ging es nämlich kulinarisch schon mal sehr gut los: ich bekam einen Schoko-Muffin mit Frosting in die Hand gedrückt, von dem ich geschmacklich erstens niemals vermutet hätte, daß es kein „normaler“ Muffin ist und der zweitens so lecker war, daß ich davon das Rezept mal ausspionieren muß. *g* Vor allem fand ich gut, daß er eine sehr angenehme Süße hatte (wer mein Blog kennt, der wird schon gemerkt haben, daß ich bei den meisten Rezepten die Zuckermenge reduziere, weil es mir sonst zu süß wird).

Dann war da natürlich noch sooooo viel anderes leckeres: Vegan Indisch (mach ich selber öfter daheim, muß ich also nicht unbedingt probieren)
Vegan Indisch

Oder Falafel in verschiedenen Varianten… (mach ich auch öfter selber)
Falafel

… oder „Steaks“
"Steaks"

… aber ich wollte ja etwas, was ich sonst so nicht esse. Also entschied ich mich hierfür: Bei „Vegifee“ gab es Bagels mit Bärlauchpesto und Grillgemüse und Räuchertofu für 4 €.
Vegifee Bagels

Hmmm, die Bagels waren gut, das Grillgemüse war auch ok (hat Grillgemüse nicht normalerweise Grillstreifen?) und bestand aus Gelbe Rübe, Paprika, Zucchini und als Salat Tomate, Eisbergsalat und Gurke. Das Bärlauchpesto war auch gut und alles zusammen sah dann so aus:
Bagel mit Räuchertofu + Grillgemüse
Alles alleine eher unspektakulär, aber die Kombination zusammen war richtig lecker und wird für später vorgemerkt!

Dann sollte zum Nachtisch mal wieder etwas Süßes her, also ließ ich mich von veganem Tiramisu vom „Allgäuer Vegie-Projekt“ für 2,50 € locken; hier mit Erdbeersauce:
veganes Tiramisu
Sieht lecker aus, oder nicht? Tja, Aussehen ist leider manchmal alles. Bis zu diesem Tiramisu war mir nicht klar, daß man Zutaten miteinander so kombinieren kann, daß sie sich komplett gegenseitig aufheben. Ehrlich, geschmacklich ein schwarzes Loch! Erstaunlich! Die Erdbeersauce war toll, richtig schön nach Erdbeeren, aber das Tiramisu… Konsistenz war tatsächlich wie etwas festeres Tiramisu, aber total geschmacklos. Wobei ich dabei eher vermute, daß das daran liegt, daß nicht alle Veganer auch kochen können. Es muß doch möglich sein, veganes Tiramisu mit Geschmack zu produzieren?!?

So, und morgen erfahrt Ihr dann, ob ich doch noch einen gscheiten Nachtisch bekommen habe und was ich in der Tombola gewonnen habe.

Wirsing, Sususi

 

Zu Teil 1: http://sususi.meinblog.de/?p=855

Vegan Street Day 2013 Stuttgart – Die Erste

Am 19.05 (Pfingstsonntag) fand in Stuttgart der Vegan Street Day statt. Wie man hier sehen kann, ließen sich die Leute durch den Wetterbericht nicht von einem Besuch dort abhalten. Es war voll. Richtig voll. So viele Vegetarier/Veganer auf einem Haufen *staun*
Vegan Street Day
Und nein, ich habe mich nicht über Nacht in einen von denen verwandelt. Aber dort gab es was leckeres zum Essen, und so dachte ich, „schau ich halt mal vorbei, wird mich schon keiner fressen“. *g*

Abgesehen von den ganzen Essen-Möglichkeiten gab es auch noch eine Showbühne auf der fleißig gekocht wurde und eine Info-Bühne mit verschiedenen Vorträgen. Und natürlich waren auch Organisationen wie die „Soko Tierschutz“, „Sea Shepherd“ oder „Ärzte gegen Tierversuche“ dort vertreten ebenso wie diverse „faire“ Textil-Hersteller und (wer´s mag) Lush und diverse andere Kosmetikfirmen.

Vorher allerdings noch ein paar kleine Worte: Liebe Veganer/Vegetarier. Wir haben nichts gegen Euch. Aber versucht doch nicht dauernd, die Leute für dumm zu verkaufen. Wenn ich etwas gar nicht leiden kann, dann die Behauptung, Fleisch hätte keinen Eigengeschmack, Geschmack käme nur von den Gewürzen. (O-Ton Björn Moschinski beim Kochen auf der Showbühne). Ich gebe zu, das mag auf Discounter-Pute und tot gekochtes/gebratenes Fleisch tatsächlich mal zutreffen. Fleisch hat allerdings sehr wohl einen Eigengeschmack. Leicht süßlich, ein bißchen metallisch (logisch, Eisen im Blut), wenn man Glück hat, ein wenig nach dem, mit dem es gefüttert wurde. Wenn ein gutes Steak gut gebraten ist (Roh. Ich liebe rohes Fleisch. Punkt) dann brauch ich dafür nicht einmal Salz.
Ebenfalls nicht einverstanden bin ich mit Karl Ess: Tiere sind fit und schlank, weil sie sich natürlich ernähren (nicht genau die gleichen Worte, aber der Grundtenor). Ähm, so ein Elefant ist nicht grade ein Elfchen und Flußpferde wohl auch nicht. Und beides sind Pflanzenfresser. Auch Schoßhunde sind, wenn sie vernünftig gefüttert werden, normalerweise nicht übergewichtig, auch nicht mit Fertigfutter. Fleisch essen heißt nicht gleich jeden Tag zu McDonalds zu rennen oder dauernd Döner zu kauen. Auch mit Fleisch kann ich mich gesund und fit halten.
Das Argument der fitten Affen mit ihrer Ernährung würde ich auch noch mal überdenken und im nächsten Vortrag weglassen: grade Schimpansen fressen (und jagen) nämlich durchaus auch kleine Wirbeltiere; Mäuse, Vögel ect. Wer jemals in Karlsruher Zoo gesehen hat, was mit unvorsichtigen Spatzen passiert, wenn sie dem Außenkäfig zu nahe kommen – der kann sich den Beweis live anschauen.

Also, sagt doch einfach, „ich bin Vegetarier/Veganer, weil ich es so will und ich mich damit besser fühle“ aber hört auf, uns Omnivoren als die von Natur aus Ungesünderen hinzustellen. Es kommt immer drauf an, was man aus der Nahrung macht, man kann sich so oder so gesund ernähren und Fit halten.
Oh, und die Dame an dem einen Stand, die so etwas sagte wie „…das war eins der wenigen Male, wo ich jemanden, der Pelz getragen hat, nicht bespuckt habe“  – das trägt nicht gerade zu einem friedlichen Miteinander bei und sorgt bei Leuten wie mir für eine erst mal eher mißtrauische Grundeinstellung!

So, das war´s jetzt erstmal zur Einleitung, den Rest gibt es morgen, da erfahrt Ihr dann, was es zu Essen gab.

Wirsing, Sususi

Albrecht-Dürer-Stube Nürnberg

Am Wochenende stand mal wieder ein Ausflug nach Nürnberg auf der Speisekarte…äh…Ihr wisst schon…
Jedenfalls besuchten wir diesmal die Albrecht-Dürer-Stube; ein kleines, schnuckeliges Speiselokal angesiedelt in einem historischen Fachwerkhaus in der Altstadt von Nürnberg.

Albrecht-Dürer-Stuben

Dürer-Stuben

Da Fachwerkhäuser die Angewohnheit haben, nicht gerade ausladend gebaut zu sein, hat das Lokal auch nur knapp 60 Sitzplätze – das heißt, unbedingt einen Tisch reservieren, sonst geht hier gar nichts!

Albrecht Dürer Stuben Gastraum

Im Inneren der Gaststube findet man keinen einzigen Flecken Wand ohne Bilder, Zeichnungen, Drucken oder Stickereien. Hier läuft im übrigen keine Hintergrund-Musik beim Essen. Sehr angenehm!

Speisekarte Albrecht Dürer Stuben
Die Speisekarte ist auf den ersten Blick sehr übersichtlich, fränkische Spezialitäten und regionale Produkte finden sich hier natürlich auch drauf wieder. Zudem hat die Albrecht-Dürer-Stube eine sehr gute Auswahl an fränkischen Weinen zu bieten.

Auf das Essen muß man hier ein wenig warten – dafür hat man aber auch super frische Produkte und Gerichte, die ohne Fertigprodukte auskommen.

Diesmal habe ich mir das Lammrückenfilet mit Saisongemüse und Backers (fränkische Kartoffelpuffer) herausgesucht. Das war definitiv eine sehr gute Wahl! Das Filet war perfekt rosa gebraten und hatte eine schöne und gut gewürzte Kruste. Das Gemüse bestand aus Gelbe Rüben, Lauch, Sellerie, Brokkoli und Romanescu. Hundert prozentig keine fertige Gemüse-Mischung sondern selber gemacht! Bissfest und lecker gegart, dachte ich am Anfang, es wäre etwas schwach gewürzt. Aber die Sauce, das Fleisch und die Backers selber waren so gut gewürzt, daß es das Gemüse prima ergänzt hat.
Lammrückenfilet

Die Backers waren möglicherweise (vermutlich; zu regelmäßig und kreisrund für selbst gemachte) nicht selbst gemacht, aber da bin ich mir überhaupt nicht sicher, denn eigentlich waren sie dünner als normale fertig gekaufte. Und fertig gekaufte haben auch eher die Neigung, zäh zu sein, und das waren diese hier überhaupt nicht. Also vielleicht doch selbst gemacht? Egal, sie waren aber schön knusprig gebraten und überhaupt nicht fettig – lecker! Und die Sauce erst – mnjamnjam.

A propos Sauce: hier ist der Sauerbraten. Zum Sauerbraten wurde ungefragt und von alleine (!) extra Sauerbraten-Sauce in einer Sauciere serviert. Diese habe ich auch probiert – wenn es wert wäre, in einer Sauce zu ertrinken, diese wäre mein absoluter Favorit. Genau so muß eine Sauerbraten-Sauce schmecken.
Sauerbraten

Vom Hirschragout habe ich auch ein Stückchen versucht. Ebenfalls sehr lecker. Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich zu dem Essen sonst noch sagen soll, ohne den Bildschirm vollzusabbern, weil das Essen wirklich dermaßen gut war, daß ich einen Besuch hier uneingeschränkt empfehlen würde.

Die Portionen waren übrigens so, daß man davon satt wurde, also, sie hatten eine Vorspeise bzw. Nachspeise nicht nötig, machten sie aber möglich.

Ein besonderes Lob möchte ich noch dem Service aussprechen. Ich bin schon lange nicht mehr so nett und zuvorkommend bedient worden. Und, wie gesagt, extra Sauerbraten-Sauce ohne fragen zu müssen; zum Hirschragout eine gute Portion Preiselbeeren im extra Schälchen; schnell, höflich, freundlich.

Oh, wir haben Cola bestellt – normalerweise bekommt man die 0,2 oder 0,3 Variante, wenn man nichts dazu sagt, hier bekamen wir gleich die große Variante.

Hier kann man getrost wieder hingehen!

Wirsing, Sususi

Bierbörse Pforzheim 2013

Dieses Jahr sollte in Pforzheim zum ersten Mal eine Bierbörse stattfinden. Ja, ich weiß, ich bin verwöhnt. Ich bin das Nürnberger Bierfest im Burggraben gewöhnt, oder die Erlanger Bergkirchweih. Ich bin auch gewöhnt, wie Pforzheim sonstige festliche Aktivitäten begeht. Ich schraubte also meine Erwartungen gaaaaaanz weit runter. Stückchen tiefer noch. Noch etwas. Halt, ja, genau so. Und trotzdem hat Pforzheim es geschafft, diese Erwartungen sogar noch zu unterbieten!

Zum einen fand die ganze Geschichte nicht, wie groß angekündigt, in der Pforzheimer Fußgängerzone statt, sondern quetschte sich mit ein paar Ständen und der Bühne allesamt auf dem Markplatz vor dem Rathaus zusammen.Bierbörse 1

Zum anderen ist für mich eine Bierbörse ein Ort, wo man viele verschiedene Biere/Sorten probieren kann, und damit meine ich verschiedenartig gebraute Biere, nicht Biere mit möglichst viel unterschiedlichen Aroma-Zustätzen. Tut mir leid, aber ich bin der Meinung, kein Mensch braucht Erdbeerbier. Oder Bananenbier. Oder Kirschbier. Oder Erdbeersekt. Schon gar nicht auf einer Bierbörse. Da möchte ich Schwarzbier, Rotbier, Weizen, Ale, Stout, Lager, Rauchbier, Porter, Malz,….

Bierbörse 2

Des weiteren möchte ich auch einer Bierbörse nicht von acht Seiten zwischen Besoffenen (ok, ok, comes with the territory..) eingeklemmt sein. Auf jedem anderen Fest dehnt es sich ein bißchen so aus, daß man Rückzugsmöglichkeiten zum Beispiel am Rand hat. Hier drängen sich auf ca. 250 qm alle Festbesucher, das ist, äh, eng. Leider auf Grund des Veranstaltungortes und der Minderzahl der Buden nicht anders zu machen, als daß alle auf einem Fleck stehen müssen.Bierbörse 3

Geht noch weiter: die Musik. Ja, auf einem Fest ist Musik völlig ok. Aber dann doch bitte so, daß man sich eventuell (wenn auch mit etwas lauteren Stimmen) mit seinem Gegenüber noch unterhalten kann. Das funktioniert überall doch auch wunderbar. Wenn einem auf einem anderen Bierfest die Musik nicht mehr gefällt, dann zieht man etwas weiter und kriegt andere Musik geboten. Auch hier; die Veranstaltung ist logischerweise für mehrere Gruppen zu klein. Aber man kann die Lautstärke ein bisserle dämpfen und es würde dem Fest nicht schaden. Hier gab man jeden Unterhaltungsversuch nach spätestens drei krampfhaften „Häh“-Nachfragen wieder auf.

Bierbörse 4

Ja, natürlich gab es auch etwas zu essen. Das ist in Pforzheim, wie immer und auf jeder Veranstaltung, meistens Langos, Crepes und völlig überteuerter Flammkuchen. Mit Glück findet man irgendwo auch noch Wurst oder Pommes.Bierbörse 5

Nein, Feste veranstalten kann Pforzheim wirklich nicht. Glücklicherweise nehmen das die Pforzheimer nicht allzu schwer und machen wenigstens das Beste draus. Wer es selber ausprobieren will, vom 09.-12. Mai 2013 hat man noch Gelegenheit dazu.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 62

Heute gibt es, von 2010 und wieder aus dem Bassermann-Verlag, „500 Aufläufe & Co“. Es stammt aus der selben Reihe, wie die „Partycakes“ (siehe hier: http://sususi.meinblog.de/?p=601)

500 Aufläufe & Co

Deshalb auch gleich der selbe Kritikpunkt wie bei den Kuchen: auch hier stehen die Abwandlungen nicht direkt bei dem jeweiligen Rezept sondern immer ein paar Seiten davon weg. Das ist lästig!

Ansonsten gibt es an dem 288 Seiten starken Werk nur Kleinigkeiten auszusetzen, die schon wie verzweifeltes Gemecker klingen, weil man sonst nichts Negatives gefunden hat. Zum Beispiel gefallen mir diesmal die Fotos nicht so besonders gut. Ok, Aufläufe sind jetzt natürlich nicht das optimale Fotomotiv, und selber könnte ich es nicht mal annähernd so gut, aber irgendwie kommen sie diesmal ziemlich lieblos und aus einer merkwürdigen Perspektive daher. Das haben wir von Ian Garlick aber schon mal besser gesehen. Nur bei „Qiunoa mit Gemüse“…da ist er entschuldigt, Quinoa ist nun wirklich nicht gerade fotogen. *g*

Tut aber dem Geschmack ja keinen Abbruch, und hier gibt es nun wirklich nichts zu meckern: Kaninchen in Weißwein, Spinatauflauf mit Champignons oder Kürbis-Lasagne…jetzt nichts übermäßig Originelles, wenig Spannendes, aber eine umfangreiche Sammlung ohne große technische Herausforderungen.

Wirsing, Sususi

Pferdefleisch

Ok, in letzter Zeit war das Thema Pferdefleisch buchstäblich in aller Munde. Fragt sich bloß, warum. Viele der regionalen Spezialitäten wurden ursprünglich aus Pferdefleisch hergestellt – Sauerbraten, Pferdesalami, ect. Urlaubsreisende aus Spanien oder Italien erinnern sich vielleicht an eine besonders quietsch-rosa aussehende Variante der Salami – Esel.
Jemand, der jemals ein derart lecker schmeckendes Baguette mit Pferde-o. Eselssalami gegessen hat, wird sich gerne wieder an den Geschmack erinnern und sich fragen…“Was haben sie bloß alle“? Vielleicht ist es einfach, daß man für Rindfleisch bezahlt hat und dafür nicht geprüftes Pferdefleisch bekommen hat…Oder, daß Pferd doch eher als „Haustier“ gesehen wird. Egal, Pfedefleisch schmeckt richtig gut. Karlsruhe und Stuttgart haben jeweils Pferdemetzger; wer diese Glück nicht hat, der kann ja noch auf das Internet zurückgreifen. Das habe ich diesmal auch getan:
Pferdefleisch

Diesmal sollte es nicht einfach nur Schinken oder Salami oder Sauerbraten sein. Ich bestellte Schinkenknacker (zur Häflte Schwein, zur Hälfte Pferd), Rossfleisch-Schmaus (ähnlich wie Sülze, nur ohne die ganze Gelatine) und Gulasch.

Was soll ich sagen? Alles war genau so, wie erwartet. Die Schinkenwürstchen waren lecker; nicht überwürzt sondern knackig-fleischig. Ein sehr guter Snack zu Bauerbrot. Der Rossfleisch-Schmaus war wie eingemachtes Hackfleisch mit dem gewissen Etwas an zusätzlichem Geschmack. Pferd ist etwas schwer zu beschreiben; irgendwie herzhafter als Schwein, ein wenig „dunkler“ im Geschmack. Von Rind jedenfalls gut zu unterscheiden; ein bißchen wie festes, mildes Wild. *lecker*

Ein guter Pferdemetzger liefert excellent geprüftes Fleisch, es ist eben wie mit allem anderem Fleisch: man muß dem Metzger vertrauen. Pferdefleisch ist für mich nicht anders als Schweinefleisch oder Hirsch oder Rind…. Wer einmal die psychologische Schranke überwunden hat, der kann den Geschmack auch schätzen. Was nicht heißt, daß man nicht auf art-gerechte Haltung und Schlachtung Wert legen kann…Aber dies ist ein völlig anders Thema. Ich finde die entstandene Diskussion jedenfalls in so fern schade, als daß man jetzt Pferdefleisch noch weniger Chance als zu vor gibt.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 61

Ok, das heutige Werk ist kein reines Kochbuch. Es hat zwar auch Rezepte drin, aber ansonsten beschäftigt es sich auf 288 Seiten damit, wie man richtig ordentlich Partys feiert. Es heißt dementsprechend auch: „Prima Partys, frohe Feste“ und stammt von 1977 aus dem Hoffmann und Campe Verlag.
Prima Partys, frohe Feste

Der Eine oder Andere mag den Namen des Autors schon mal gehört haben: Gerd Käfer, ein Münchner Feinkostspezialist und Gastronom, der irgendwann auch in die Party-Branche eingestiegen ist.

Jetzt kann man sich ja denken, daß man 1977 Feste und Partys etwas anders gefeiert hat als heute. Tanzabende wird wohl kaum mehr jemand veranstalten und wer auf der nächsten Teenagerparty seines Nachwuchses Hackbraten aufs Buffet stellt, kann sich auf was gefasst machen! Trotzdem, Bottlepartys, Wohnungseinweihungen oder Küchenpartys… das sind Klassiker, die machen einfach Spaß. Auch wenn sie heutzutage unter anderem Namen laufen, Anregungen kann man sich hier schon holen.

Kirschstrudel, Club-Sandwiches oder Zwiebelsuppe – die Rezepte sind schon da, die Party dazu muß man sich halt noch ausdenken.

Nicht unbedingt nötig, nicht unbedingt hilfreich, aber schön zu lesen. Und Kartoffelparty haben wir auch schon gefeiert…

Wirsing, Sususi

 

Slow Food Messe 2013 Stuttgart

Ich habe es getan. Am Samstag hab ich mich getraut: Ich habe eine Auster gegessen!
Und zwar beim „Markt des guten Geschmacks“ auch bekannt als „Slow Food Messe“ in Stuttgart. Da mußte ich natürlich hin, und ich hab es nicht bereut. Also, weder den Messebesuch noch das Austernprobieren. Für 12 € Eintritt auch gar keine Frage. Die Auster hat diesmal 2,50 € gekostet, aber das war sie mir mal wert.

Austern

Eine Auster schmeckt ganz anders, als man auf Grund des Aussehens vermuten könnte: gar nicht glitschig oder schlabberig; eher festes Fleisch wie eine kalte dicke Miesmuschel. Und vom Geschmack her…stellt Euch einfach vor, wie Meer schmeckt, wenn man das Salz abzieht.

Das war natürlich nicht das einzige kulinarische Highlight:

Pepper Deluxe

Oben zu sehen ist der „Pepper Deluxe“: fermentierter Hochland-Pfeffer aus Sri Lanka mit Meersalz.  Vom Geschmack her pfeffrig-salzig-würzig und kaum scharf, alleine schon pur mit Tomaten richtig toll.

Oder dies hier: Schwäbischer Thunfisch:

Schwäbischer Thunfisch

Der Trick dabei ist, das ist gar kein echter Thunfisch. Es ist Schweinefleisch in Öl und Weißwein eingelegt, so daß es tatsächlich ein klein wenig Ähnlichkeit mit eingelegtem Thunfisch bekommt. Das hat mir sehr, sehr gut geschmeckt.

Auch toll: von il mercato fine foods habe ich nicht nur die Caponata probiert sondern auch Gemüsekapern: normalerweise ja fürchterlich säuerlich mit ekeligem Nachgeschmack. Diese waren jedoch in Olivenöl, Knoblauch und Weißwein mariniert und eingelegt. Dadurch waren sie wunderbar knackig und würzig, jedoch ohne den säuerlichen Nachgeschmack. *lecker*
Gemüsekapern

Eine weitere interessante Sache war die „Höri Bülle“ – eine Gemüsezwiebel so wunderbar mild im Geschmack, daß man glatt roh reinbeißen könnte. Leider wird diese Zwiebel nur in einer sehr kleinen Region um den Bodensee angebaut. Wenn die Ernte aufgebraucht ist, gibt es halt für dieses Jahr keine mehr. Leider sind sie grade aufgebraucht und erst wieder im September lieferbar. Wenn man schnell genug ist.

Es gab natürlich noch viel mehr tolle Sachen, z. B. habe ich noch Olivenöl mit Lorbeer mitgenommen und noch viel mehr tolle Sachen probiert. Aber es gab auch wieder Sachen, die ich nicht so toll fand.

Zum Beispiel Trüffel. Jedes Jahr probiere ich wieder Trüffelbutter, Trüffelöl oder Trüffelaufstrich. Jedes Mal habe ich den Eindruck, Trüffel schmecken nach alten warmen Sportsocken. Wenn auch noch Knoblauch mit dran ist, schmeckt es nach alten warmen Sportsocken mit Knoblauch. Und jedes Jahr frage ich mich, ob nun meine Geschmacksknospen verbogen sind, oder ob alle anderen die Dinger heimlich genau so widerlich finden wie ich und es nur nicht zugeben wollen, weil es so exklusiv teuer ist.

Dann waren da noch die eingelegten Lilienknospen, die mich nicht überzeugen konnten.
Lilienknospen

Der ein oder andere kennt die Lilienknospen vielleicht getrocknet aus dem Asia-Laden. Diese hier waren im Grunde genau so geschmacklos. Nur waren sie in dermaßen unabgeschmecktem Essig eingelegt, daß da nicht mal ein netter Gag für den nächsten Brunch drauß wurde – so passen sie nämlich zu gar nichts.

Auch kein Kracher: von Frische Bio Suppe gibt es jetzt eine vegetarische Bolognese mit Dinkel. An sich ja keine schlechte Idee, aber sogar wenn man salzlose Nudel nehmen würde war sie mir viel zu überwürzt. *durst*

Noch schlimmer als die Trüffel war allerdings die Baobab Mayonnaise ohne Ei! *würgs* Da kann man gar keinen Geschmack beschreiben, den hat mein Hirn sofort nach dem Verkosten wieder verdrängt. Ebenfalls kein Knaller war das Camelinaöl.

Besser, allerdings mir persönlich etwas zu säuerlich war der Käse aus Stutenmilch hier
Stutenmilch
und die Sanddorn-Guave Marmelade von Christine Berger.

So viel, wie ich probiert habe und am liebsten mitgenommen hätte, kann man hier gar nicht alles aufschreiben – Kohler Bergamotte Schnaps oder Hraska (Erbsmehl für Ausbackteig) oder die Pfiffikus Streuwürze. Eine Sache werde ich aber beim nächsten Mal bestimmt mitnehmen, da schleich´ ich jetzt schon länger drum rum:

Spiralschneider

Nicht das Messer ist interessant sondern der Spiralausstecher/schneider. Den gönn ich mir auf jeden Fall, vielleicht schon auf der nächsten Lust auf Genuß Messe. Bis dahin…

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 60

Bevor ich etwas über die Slow Food Messe dieses Jahr schreiben kann, muß ich erst mal die Fotos sichten, alles verdauen (buchstäblich) und mich etwas erholen. Deshalb heute etwas, was von der SPAR Handeslgesellschaft 1989 im Glöss Verlag publiziert wurde und genau das richtige ist, um wieder fit zu werden: „Gesund & Fit – Milch“

Milch

Das nun wirklich sehr dünne Buch hat auf 64 Seiten trotzdem allerhand zu bieten: als Einstieg natürlich alle Informationen rund um Milch, Butter, Käse und Co.

Dann geht es richtig zur Sache, Rezepte für diverse Milchshakes wie den Bananen-Kaffe-Shake oder die Mandel-Honig-Buttermilch sind genauso leicht umzusetzen wie die herzhafteren Gerichte: Gurkenkaltschale, Nuß-Stangen oder die Frischkäse-Phantasie… ein Paradies für alle Milchspeisefreunde.

Ein unscheinbares Werk mit tollen Rezepten – mißlungen ist mir hier raus noch keines. Viele Rezepte kann man auch sehr gut abwandeln, grade die Drinks oder die Müslis – da muß man sich sicher nicht sklavisch an die Vorgaben halten, schadet aber ja auch nicht, dies zu tun.

Wer natürlich eine Lactose-Intoleranz hat, der muß leider drauf verzichten…und verpaßt was. *g*

Wirsing, Sususi