Archiv der Kategorie: Allgemein

Almighurt Karibik

Beim Einkaufen heute bin ich über eine wiedergekehrte Saison-Sorte von Ehrmann Almighurt gestolpert: Karibik Typ Caipirinha! Das hatte ich bisher noch nicht probiert. Ich hing also an der Angel. Hm. Mitnehmen oder nicht? Klingt komisch, Caipirinha-Geschmack im Joghurt. Ich bin jetzt kein riesiger Fan von Caipis, aber ich mag sie schon. Und es klang besser, als die anderen Sorten: es gab noch “Asien” mit Drachenfrucht und “Afrika” mit Rooibos (im Joghurt? Ehrlich??)
Almighurt Karibik
Daheim besah ich mir die Sache mal näher: 150 g für 0,55 €. “Ohne Alkohol” steht auf dem Deckel. Aha. Beim Aufmachen bin ich aber erst mal erschrocken: Grün. Sehr, äh, grün! Meine erste Assoziation war: “Das sieht ja aus wie…” na ja, etwas sehr Unappetitliches halt. Oder wie Grünspan (damit lag ich gar nicht soooo falsch – wird gleich erklärt..). Dann erst fiel mir ein, daß es ja auch leckerere Assoziationen gibt: wie Pistazieneis. Leider kommt die Farbe auf dem Foto nicht so schön rüber.
Almighurt Karibik offen
Ok, was macht es denn nun so grün? Das ist der enthaltene Farbstoff E141. Dieser wird hergestellt, indem durch den Zusatz von Kupfersalz zum Chlorophyll dessen Zentralion durch Kupfer ersetzt wird. Resultat: haltbares Grün. Darüber hinaus ist noch Joghurt drin, Rohrzucker, Wasser, Zitronen, Zucker, Fruktosesirup, mod. Stärke, Limettensaftkonzentrat und natürliches Limetten-Minzaroma.

Geschmacklich…eh…. Für meine Begriffe sehr süß. Zu süß. *kleb* Ein wenig Säure. Gut, schmeckt wie Joghurt mit Zucker und Zitrone. Auf die Caipirinha-Assoziation wäre ich nicht gekommen. Muß ich nicht noch mal haben. Obwohl es kein fettreduziertes Joghurt war, war es aber auch nicht besonders cremig. Vielleicht hätte Almighurt hier doch lieber mit Alkohol arbeiten sollen….

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 106

So, nun will ich Euch mal zeigen, wo das Rezept für den gekochten Kuchen herstammt:
Dr. Oetker Schul-Kochbuch
Auch hier gilt wieder: Nicht überall, wo Sütterlin draufsteht ist auch Sütterlin drin. So ist auch das Dr. Oetker Schul-Kochbuch aus dem Gundlach Verlag von 1937 ganz normal lesbar (in Fraktur halt).

Und es enthält natürlich nicht nur den gekochten Kuchen sondern auf 224 Seiten alles von panierten Steinpilzen über Apfelsinenreis bis zu gefüllten Zwiebeln.

Das ist für mich ein absolutes Grundlagenwerk, wie es (eventuell natürlich dann auch in der neueren Auflage) in jede Küche gehört. Wobei man sagen muß: jemand, der absolut nicht kochen kann, der wird hiermit Schwierigkeiten kriegen, denn die Anleitungen sind sehr knapp gehalten. So findet man zum Beispiel nichts über das Vorbereiten von Nieren vor der Verwendung im Rezept und auch die Angabe “gute Mittelhitze” beim Backen läßt viel Spielraum. Alle anderen haben hier eine Rezeptauswahl, die das ganze Jahr hindurch Abwechslung bietet und auch heute noch aktuell ist. Darüber hinaus findet man sogar das ein oder andere aus der Mode gekommene Rezept und hat seinen Spaß damit.

Wer zufällig drüber stolpert: ruhig mal reinschauen, auch wenn Bilder fehlen.

Wirsing, Sususi

Gekochter Kuchen

… der eigentlich ein Pudding ist. Verwirrt? Ist doch ganz klar: was wir heute Pudding nennen, war früher ein Flammeri. Und damals war ein Pudding etwas, was in einer Puddingform im Wasserbad gekocht wurde und zwar sowohl herzhaft wie auch süß. Aus meinem nächsten Kochbuch, daß ich Euch vorstellen werde stammt das heutige Rezept von 1937 für “gekochten Kuchen”. Er sieht zwar aus wie ein Napfkuchen, (der Teig könnte auch gebacken werden) ist aber ein Pudding.
Beginnen wir einfach mit den Zutaten: 250 gr. Mehl, 150 gr. Zucker, 125 gr. geriebene Nüsse, 1/2 Tütchen Backpulver, 4 Tropfen Bittermandelaroma, 1 Ei, 1/8 l. Milch und etwas Margarine und Semmelbrösel für die Puddingform.
Zutaten gekochter Kuchen
Am besten gleich mal einen großen Topf mit Wasser aufsetzten und während des Teigvorbereitens zum Kochen bringen.

Den Zucker mit dem Aroma und dem Ei schaumig schlagen.
Ei mit Zucker aufschlagen

Dann das Mehl dazusieben (Achtung, bitte langsamer rühren, sonst verteilt sich eine Mehlstaubwolke über die Küche!), die Milch und die Nüsse dazurühren. Das Resultat sollte dann in etwa so aussehen. Der Teig ist ziemlich fest.
fertiger Teig

Eine Puddingform mit Margarine (oder weicher Butter) gut einschmieren. Wirklich, manscht da ruhig mit vollem Einsatz der Finger (Nägel schön kurz schneiden…) da drin rum, die Schicht sollte wirklich nicht zu dünn sein! Mit einem Backpinsel kommt man hier nicht weit, das wird, zumindest bei meiner Form, zu dünn. Gut mit Semmelbröseln ausstreuen. Dann den Teig einfüllen, möglichst gleichmäßig um die Mitte herum verteilt, sonst geht er später auf einer Seite stärker hoch.
Teig in der Puddingform

Jetzt die Form verschließen und in den Topf mit heißem Wasser stellen. Das Wasser sollte ca. 3 cm unter dem Rand aufhören, sonst könnte es beim Blubbern reinlaufen. Sollte der Pudding/Kuchen doch mal schief hochgehen, kriegt die Form leicht Schlagseite. Dann einfach einen Kochlöffel quer über die Form und den Topf legen und mit dem Topfdeckel festklemmen. Deckel drauf und 1 1/2 Stunden kochen lassen. Nicht auf voller Pulle kochen lassen, sondern mehr so grade am sprudeln. Immer wieder mal nachschauen, ob man Wasser nachgießen muß (so alle 30 min sollte reichen).
Form im Wasserbad

Nach der Kochzeit aus dem Wasserbad nehmen, Deckel aufmachen und ein nasses Handtuch um oder unter die Form legen. So löst sich der Pudding/Kuchen dann leichter.
fertiger Pudding

Ca. 10 Minuten abkühlen lassen, dann auf einen Teller stürzen. Jetzt noch mit Schokoladenglasur oder Zuckerguß überziehen, oder mit Puderzucker bestäuben; was Euch so gefällt.
gestürzter Pudding

Bei mir wurde es diesmal gelber Zuckerguß.
Puddingstück

Und? Sieht essbar aus, oder? Schmeckt sogar. Wer hätte das gedacht? Also, auf dem nächsten Flohmarkt mal schnell nach einer Puddingform suchen, jetzt wisst Ihr ja, was man damit machen kann…

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 105

Kennt noch jemand die Knorr Gretchen-Suppenwürfel? Ich kenne sie jedenfalls nicht und deshalb war leider jeder Versuch zum Scheitern verurteilt, herauszufinden, von wann dieses Kochbuch stammt: direkt von Mondamin herausgegeben und 48 Seiten dünn. Da zwischendurch noch Passagen in Sütterlin drin stehen und das ganze Werk in Fraktur gedruckt wurde, kann man jedoch vermuten, daß wir von einem Erscheinungsdatum zwischen 1920 und 1945 reden. Zwar wurden auch nach 1945 noch Bücher in Fraktur gedruckt, aber doch eher seltener.
Mondamin Kochbuch

Zum Verstehen der Rezepte ist es natürlich nicht nötig, Sütterlin lesen zu können, und Fraktur sollte eigentlich jeder entziffern können. Zumal ein Rezept für “Streufelkuchen” weniger Sinn macht als für “Streuselkuchen”; eventuell ungeübten Leser sollte dies auch auffallen.

Was jetzt die Rezepte angeht: viele davon sind einfach nicht mehr aktuell. Keine Mutter wird ihrem Kind heute noch Zweidrittel-Flaschenbrei aus 30 g Mondamin mit 1/3 Liter Wasser, Milch und Zucker füttern. Allerdings spannend, zu sehen, womit man früher groß und stark geworden ist…

Die enthaltenen Kuchenrezepte allerdings sind prima umsetzbar, schmecken und verwenden Zutaten, die jeder hat bzw. leicht beschaffen kann. Das Selbe gilt für die herzhaften Sachen und die Süßspeisen wie den roten Igel (Fruchtgrütze mit Johannisbeeren in Igelform mit Mandelstiften als Stacheln), den Apfelauflauf oder den Zwiebackpudding.

Absolut nicht geeignet für jemanden, der gerne bunte Bildchen anschaut, nicht geeignet für jemanden, der nur nach tollen Rezepten sucht; aber für jemanden wie mich, der immer wissen will, wie es früher so zuging immer wieder spannend, wenn man so ein Werk in die Finger kriegt.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 104

Auf Platz eins der umstrittensten Küchengeräte steht ganz sicher der Thermomix. Direkt dahinter kommt dann auch schon der Römertopf. Für die einen nur ein unnützer Platzverschwender, von dem man auch noch mehrere Ausführungen braucht (einen für Fisch, einen für Süßes, einen für den Rest) – für die anderen ein unverzichtbares Utensil auf dem Weg zum lukullischen Mahl. Kein Wunder, daß ich auch einen habe. Da ein Römertopf allerdings ohne Rezepte auf buchstäblich sehr tönernen Füßen steht, gab es 1970 zum original Bay Römertopf auch das passende Rezeptwerk von Bay: “Braten und Schmoren im Römertopf”
Braten und Schmoren im Römertopf
Es beginnt mit einer kleinen Einführung zum Benutzen des Römertopfs (wer einen hat, der weiß, das man dabei allerhand falsch machen kann), deshalb ist es gut, daß es hier noch mal erwähnt wird.

Was dann folgt ist auf 160 Seiten eine der besten Rezeptsammlungen für den Römertopf. Zwar zu 90 % unbebildert bis auf ein paar Farbtafeln, aber egal, ob Fleisch, Gemüse, Suppen, Aufläufe oder Süßspeisen – wer hätte schon gedacht, daß man im Römertopf auch Marmelade kochen kann – hier ist wirklich alles abgedeckt, was man mit einem solchen Topf machen kann.

Klar, man kann die Poularde “Tokio” oder die gefüllte Kalbsbrust oder die Pfirsich-Melonen-Marmelade auch auf herkömmliche Art und Weise zubereiten – wer allerdings einmal einen Römertopf ausprobiert hat, der kommt nur leider oft nicht mehr davon weg. Die Einfachkeit der Zubereitung und die fast garantierte Gelingsicherheit machen es nicht nur Anfängern extrem einfach, ein schmackhaftes Essen auf den Tisch zu bringen.

Zusätzlich zu den Rezepten sind immer auch Abwandlungen der Gerichte angegeben und empfohlene Beilagen. Sofern man einen Römertopf besitzt und ihn zu benutzen weiß, ist dies hier eines der einfachsten Kochbücher, die in meinem Besitz sind und absolut uneingeschränkt zu empfehlen.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 103

“Backe, backe, Kuchen; der Bäcker hat gerufen…” *sing* “…wer will guten Kuchen backen, der muß haben sieben Sachen….” Eigentlich ja acht, denn ohne gutes Rezept wird der Kuchen auch mit doppelt soviel Safran nix. 1988 erschien dazu im Gräfe und Unzer Verlag dies: “Backen nach Großmutters Art”
Backen nach Großmutters Art

Freilich, es gibt umfangreichere Werke als dieses mit 55 Seiten. Die meisten davon sind auch noch ansprechender gestaltet und haben zu jedem Rezept ein Bild. Nun ja. Äußerlichkeiten. Zwar gibt es hier nicht soooo viele Rezepte, aber die haben es in sich: Marillenringe, Bernerischer Zuckerbrodkuchen oder Cognac-Sahne-Torte – wem läuft da nicht schon das Wasser im Mund zusammen?

Wer dem Rezept folgt, der landet auch da, wo er hin will, obwohl man schon ein wenig Übung im Backen haben sollte. Vielleicht wäre es praktischer gewesen, die Zutaten nicht als kursiven Fließtext sondern als Liste zu präsentieren – auch die Trennpunkte machen das nicht mehr wett. Das war´s aber auch schon mit der Kritik. Alles andere paßt, und obwohl es ja heißt: “nach Großmutters Art”, sind die Ei-mengen wohl schon den modernen Hühnern angepaßt und verzeihen auch mal das ein oder andere kleinere Gaggerl. Die Zuckermenge ist hier auch erfreulich: definitiv nicht zu süß und wie das mit den Gasherdangaben halt so ist: mein Herd hat wohl seinen eigenen Kopf (spirch: danach würde ich nicht unbedingt gehen beim nachbacken).

Wirsing, Sususi

Schon wieder Sennfeld…

Tja, was soll ich sagen? Ich hatte ja versprochen, wieder etwas mehr Zeit mit Euch zu verbringen, weil doch jetzt die erste Prüfung vorbei ist. Geht bloß grad schlecht, ich bin nämlich schon wieder nicht zu Hause sondern in Sennfeld. Wunderschönes äh, Örtchen, mit vielen Wiesen und Kühen und BG´lern aber sonst nicht viel. Deshalb gibt es von hier auch leider nicht so all zu viel zu erzählen, außer, daß die Linzer Torte heute nachmittag etwas trocken war….

Na ja, ich bin ja am Wochenende dann wieder daheim und so lange haltet Ihr es bestimmt noch aus.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 102

Ich glaube es gibt nichts, was ein Gericht so sehr verhunzen kann, wie eine schlechte Sauce. (Erinnert mich daran, daß ich noch ein Wort zu einer besonders schlechten Currywurst verlieren muß…) Ich will jetzt nicht gegen Fertigsaucen wettern, aaaaaber eine gute selbstgemachte Sauce schmeckt halt leider mal um Klassen besser. Und zwar egal, ob zu Salat, Fondue, Grillen oder Braten. Leider ist es nicht ganz einfach, eine gute Sauce zu machen, wenn man keine Ahnung hat, was man da tut. Hilfreich könnte hierbei dieses sein: “Köstliche Saucen selbst gemacht” aus dem GU Verlag von 1989.
Köstliche Saucen selbst gemacht
54 Seiten mögen sich dünn anhören, aber für Saucen bietet das ganz schön viel Platz. Dazu gibt es noch eine Übersicht, welche Sauce zu welchem Gericht paßt, denn während Fondue-Senfsauce die Verwendung ja geradezu im Namen trägt, steht man bei Istanbul-Sauce oder Sauce Bastard auf den ersten Blick schon etwas verloren da.

Wer also bisher nicht über Ketchup hinauskam – ruhig mal etwas ausprobieren, hier sind zwar die Rezeptanleitungen recht knapp gehalten, aber wie man eine Schalotte schält und würfelt oder wie man eine Paprikaschote enthäutet sollte etwas geübteren Kochern schon vertraut sein. Kleine Tipps zur Zubereitung erleichtern das Gelingen noch zusätzlich.

Ich finde, Saucen kann man immer mal brauchen, so auch dieses Buch. Oh, und die englische Orangensauce ist hier drin mein unbestrittener Favorit…

Wirsing, Sususi

Milka TUC

Wenn es etwas gibt, auf das ich in meinem Leben gut verzichten kann, dann sind das Süßigkeiten. Brauch ich nicht, will ich nicht und sowohl mein Magen als auch mein Gehirn sind da mit mir einer Meinung… zumindest, wenn es sich nicht um Schokolade handelt. Obwohl ich nicht sehr oft den Drang verspüre, Schokolade zu kaufen, hat sie, wenn sie sich einmal bei mir in der Wohnung befindet, keine großen Überlebenschancen. Wenn es sich dann auch noch um die Variante Vollmilchschokolade + Keks handelt, dann beträgt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer einer Tafel ungefähr 7,9 Sekunden. Als ich deshalb gesten im Kaufland war, konnte ich deshalb nicht hier dran vorbeigehen: Milka + TUC!
Milka Tuc Verpackung
Haha! Hat man also endlich eine Verwendung für diese merkwürdigen Cracker-Dinger gefunden, mit denen seit dem Ende der Cocktail-Parties niemand mehr so richtig was anfangen kann. Denn, mal ehrlich, geschmacklich sind die nicht grade der Renner. Gut, sie helfen bei Reiseübelkeit und Bauchschmerzen, aber so eine salzige, krümelige Platte, die beim Kauen auch noch fürchterlich in den Zahnzwischenräumen hängen bleibt, nein, nicht für mich. (Sagt jemand, der Reiswaffeln mag, oy vey!)

Jedenfalls, Milka. Und Keks. Vollmilchschoko und Keks. Vollmilchschokolade und salziger Keks. Wer kann da schon dran vorbeigehen? 87 gr. für 89 cent. So weit, so gut. Sah lecker auf der Verpackung aus. Hörte sich lecker beim auseinanderbrechen an. War lecker beim reinbeißen und…war leider viel zu schnell alle!
Milka Tuc innen
Durch den salzigen Cracker bekam die Schokolade einen schönen Kontrapunkt. Leider war es bloß oben und unten auf der Schokolade ein sehr dünnes Cracker-Blättchen, welches gerne hätte größer sein dürfen. So halb Schoko, halb Cracker, das wäre perfekt gewesen. Und da die Cracker auch bloß drauf lagen, fielen sie beim Durchbeißen der Stücke einem schon entgegen. Trotzdem eine Sorte, die wohl mit zu meinen neuen Lieblingssorten gehören wird. Hoffentlich ist das keine Saison-Sache.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 101

Glaubt man den Umfragen, dann steht die “asiatische” Küche mit auf den vordersten Plätzen. Dabei ist allerdings zu beachten, daß “asiatische Küche” für viele einfach der China-Schnellimbiß um die Ecke ist. Wobei ich zugeben muß, daß ich dort auch ab und an mal anzutreffen bin, obwohl das dort servierte Essen nicht unbedingt tatsächlich mit chinesischem Essen zu tun hat. (Ausnahmen gibt es natürlich auch hier). Noch dazu, wo es gerade in China so viele unterschiedliche Regionalküchen gibt, daß man eigentlich von “dem chinesischen Essen an sich” gar nicht reden kann. Für jeden, der der chinesischen Schriftzeichen nicht mächtig ist, dem bleibt bloß ein Buch wie “Chinesisch kochen” aus dem Gräfe und Unzer Verlag von 1994 um sich an originalen Rezepten zu versuchen.
Chinesisch kochen
Schon mal frittierte Milch gegessen? Oder gebratene Tintenfische in Bohnensauce oder gedämpftes Senfgrün mit Sojabohnen-Sauce? Nicht? Kein Problem, hier sind auf 64 Seiten die originalen Rezepte dazu zu finden. Man sieht, mit dem gewohnten Imbiß-Essen hat dies hier nichts zu tun.

Wer allerdings noch nie mit asiatischer Küche zu tun hatte, der wird hier über Zutaten stolpern, die zwar in einem kleinen Glossar erklärt werden, die aber nicht im normalen Supermarkt zu finden sein werden. Trotzdem sind diese Zutaten für die Gerichte essentiell und leider meistens bloß in geringen Mengen pro Gericht verarbeitet. Wer also nicht weiß, was er mit Hoisin-Sauce, Misopaste oder Lilienknospen sonst noch so anfangen kann, der sollte besser hier drauf verzichten und sich lieber an der italienischen Küche versuchen. Jeder, der sich allerdings rantraut, der wird erleben, wie sich teilweise ungewohnte Geschmäcker auf dem Teller entfalten; einerseits durch viele bekannte Grundzutaten dem Gaumen etwas vertraut, andererseits exotisch durch die unbekannte Würze.

Die Anleitungen sind zwar nicht besonders ausführliche, aber man kommt damit zurecht und immerhin gibt es ein Bild, mit dem man hinterher vergleichen kann, was rauskommen hätte sollen. Das klappt aber erst nach viel Übung.

Wirsing, Sususi

P.S.: Dies war übrigens mein allererstes eigenes Kochbuch; ich habe es mal zum Geburtstag bekommen.