Archiv der Kategorie: Allgemein

Meine Kochbücher…Nr. 128

Tja, eigentlich war es so gedacht, daß ich tatsächlich erst mal ein Gericht aus diesem Werk vorstelle, bevor ich zum Buch selbst komme. Das Wetter ist da leider anderer Meinung und ließ es regnen. Dabei ist das Rezept gar nicht soooo scheußlich…
Nun ja, dann gibt es „Leckeres vom Grill“ von 2003 aus der Teubner Jahreszeitenküche halt erst mal so:
Leckeres vom Grill
Es ist ein Grill-Buch, wie man dem Titel vielleicht schon entnehmen kann und liefert auf 79 Seiten nicht nur Grill-Rezepte sondern auch die passenden Beilagen und Nachspeisen. Nicht für jedes Rezept wird ein Grill benötigt, viele Vorschläge begleiten nur das üblichen Grillgut. So könnte man zum Beispiel als Vorspeise die marinierten Zucchini servieren, oder die Tomaten mit Knoblauch, während die Rotbarben im Weinblatt vor sich hin grillen. Dreierlei Melonen in Maracujasauce ergibt dann den Abschluß.

So weit alles ganz lecker, aber wie gesagt: bei einem Titel wie „Leckeres vom GRILL“ habe ich mir viel mehr tatsächliche Grillarbeit gewünscht. Etwa die Hälfte des Buches hat mit „grillen“ an sich erst mal nichts zu tun. Wobei die anfänglichen Marinaden und Tipps für´s Grillen ziemlich nützlich sind. Besonders schön finde ich, daß zum Grillen mit Holzkohle eine schöne Anleitung dabei ist. Die tatsächlichen Grillrezepte lassen sich auch ohne Smoker oder Hochleistungs-Weber-Grill gut umsetzen. Alle sind sowohl von der Zutatenauswahl als auch von der Umsetzung her eigentlich wirklich für jedermann gut zu händeln.

Bei einer derart geringen Seitenanzahl für ein so umfangreiches Thema ist die Zusammenstellung allgemein nicht so schlecht. Wie gesagt, etwas mehr Fokus aufs tatsächliche Grillen und es wäre perfekt gewesen. So kann man es sich durchaus besorgen, besonders, wenn man über die üblichen Nürnberger vom Grill mal etwas hinauskommen will, aber so gar keine Ahnung hat, was man sonst so machen könnte. Fazit: ganz ok.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 127

Bald. Bald ist Urlaub. Nicht mehr lange. Was tun bis dahin? Schon mal einstimmen. Die Teubner Jahreszeitenküche hat dazu ein passendes Werk, welches Sommer, Sonne und Urlaub heraufbeschwört und schon mal darauf einstimmt bzw. die Nachwehen etwas ausdehnt: „Urlaubsgerichte für zu Hause“ von 2003.
Urlaubsgerichte für zu Hause
Ziemlich dünn mit nur 79 Seiten sammeln sich hier typische Gerichte aus typischen Urlaubsgegenden: da hätten wir zum Beispiel die herzhaften Crostini mit Olivencreme. Oder Gazpacho. Oder Paella valenciana.
Nicht zu vergessen Pizza, Churros oder Crema catalana.

An den Rezepten und der Rezeptauswahl ist erst mal nicht auszusetzen. Ein wenig schade vielleicht, daß man sich doch auf südländische Speisen beschränkt, da auch andere beliebte Urlaubsregionen leckere Gerichte haben. Aber das ist hier halt so gewollt.

Für mich sind die Bücher aus der Teubner Jahreszeitenküche mitunter sehr hochtrabend, was Zutaten und Zubereitung betrifft. Dies ist hier ausnahmsweise jedoch nicht der Fall. Die Zutaten sind den Gerichten angemessen, d. h. man kreiert nicht durch merkwürdige Abwandlungen eigentlich andere Sachen als der Rezeptname suggeriert. Mit diesen Rezepte liegt man gar nicht so weit vom „Original“ entfernt (so weit man „Original“ überhaupt sagen kann, die verschiedenen Minestrone-Varianten kann man vermutlich gar nicht erst zählen…).
Die Anleitungen sind ausführlich und enthalten, neben dem großen Bild des fertigen Gerichts, zwischendurch mal immer ein paar kleine Bildchen, die bei der Zubereitung der etwas „komplizierteren“ Sachen wie Fischfond oder Gnocchi sehr hilfreich sind.

Alles in allem ist dies der Band, der mir aus der Serie am Besten gefällt, weil man diese Rezepte sehr gut ohne größere Verrenkungen in einen normalen Tagesablauf mit integrieren kann. Und weil das, was dabei rauskommt, tatsächlich gut schmeckt.

Wirsing, Sususi

Russischer Apfelkuchen

Tja, warum der Kuchen so heißt? Wer weiß. Jedenfalls hat das Rezept diesen Namen und ich finde es erstens sehr lecker und zweitens genau passend zum Wetter. Eigentlich ist es eher ein winterliches Rezept mit Zimt und Schokolade.

Bevor ihr anfangt, solltet ihr euch gut überlegen, ob ihr folgende Zutaten mögt, denn beide schmecken deutlich im Kuchen durch: Zimt und Kaffee. Man benötigt 4 gr. Zimt und 6 gr. lösliches Kaffeepulver, also doch schon ganz schön viel. Welches ihr da nehmt, ist egal, aber man kann dem Kuchen jedesmal eine leicht andere Note geben, wenn man z. B. mal Cappuccino nimmt oder Latte.

Und ihr solltet euch überlegen, ob ihr drei Tage Zeit habt. Ihr braucht einen Tag, um die Äpfel einzulegen, die sollten schon mindestens über Nacht durchziehen. Am anderen Tag backt ihr den Kuchen und am dritten Tag schmeckt er besser, als wenn man ihn frisch isst.

Ihr braucht also zusätzlich zu den 4 gr. Zimt, 6 gr. lösliches Kaffeepulver noch: 500 gr. Apfelwürfel, 30 gr. Rum, 30 gr. Weinbrand, 200 gr. Margarine, 240 gr. Zucker (200 gr. für den Teig, 40 gr. für die Äpfel), 4 Eigelb und 6 Eiweiß (do the Math!), 200 gr. Mehl, 10 gr. Backpulver (1 ganzes Päckchen ist aber auch ok), 125 gr. Haselnüsse gemahlen, 125 gr. Kuvertüre und eventuell nach Belieben Kuchenglasur.
Russischer Apfelkuchen Zutaten

Also, es geht damit los, daß ihr 500 gr. Apfelwürfel (die Größe der Würfel ist schnurz – kleiner finde ich aber besser) in 40 gr. Zucker, 30 gr. Rum und 30 gr. Weinbrand einlegt und über Nacht durchziehen lasst. Nehmt wirklich Rum und Weinbrand, der Geschmack ist anders als bloß mit einem. Als nächstes raspelt ihr 125 gr. Kuvertüre. Dann geht ihr ins Bett und schlaft euch aus.
Russischer Apfelkuchen Äpfel
Am nächsten Tag fangt ihr am Besten damit an, die 6 Eiweiß zu Eischnee zu schlagen. Wenn der fertig ist, einfach im Kühlschrank zwischenlagern. Damit fangt ihr an, da das Eiweiß nicht steif wird, wenn an der Schüssel oder am Rührer noch irgendwo Fettspuren sind. So könnt ihr nach dem Eischnee schlagen gleich mit dem Teig weitermachen ohne das Rührgerät erst richtig sauber spülen zu müssen.
Eine Springform könnt ihr auch gleich einfetten und mehlen und beiseite stellen.
Dann rührt ihr 200 gr. Margarine mit 200 gr. Zucker schön schaumig. Da kann gar nichts passieren, wenn ihr zu lange rührt, also lieber etwas länger rühren. Die 4 Eigelb dazugeben und weiter schaumig rühren. Wenn das ganze ungefähr so aussieht, ist das ok.
Russischer Apfelkuchen Margarine
Dann siebt ihr 200 gr. Mehl und das Backpulver in eure Schüssel. Die Haselnüsse, die Kuvertüre, den Zimt und das Kaffeepulver dazugeben. Und alles möglichst gleichmäßig vermanschen (schon wieder dieses Wort…). Das ist der Punkt, an dem ihr mich verfluchen wollt, denn was ihr jetzt in der Schüssel haben dürftet, hat Ähnlichkeit mit etwas, das in seinem früheren Leben benutzt wurde, um Schlaglöcher auszuspachteln. Auch wenn ihr es nicht glaubt, aus dieser zähen, störrischen Pampe wird tatsächlich später ein Kuchen! Nehmt eventuell die Knethaken zu Hilfe, wenn ihr per Hand nicht weiterkommt.
Russischer Apfelkuchen trockener Teig
Jetzt hebt ihr das steif geschlagene Eiweiß unter den Teig und schon sieht die Sache etwas vielversprechender aus. Jetzt kommen noch die Apfelwürfel komplett mit der ganzen Einlegeflüssigkeit mit rein. Wenn ihr die jetzt unterrührt, dann sieht der Teig schon eher nach Kuchen aus, oder?
Russischer Apfelkuchen Teig fertig
Den Teig in die vorher gefettete und bemehlte Springform geben und glattstreichen. Welche Größe die Form hat, ob 24 cm oder 26 oder 28 ist völlig egal. Bei der einen wird der Kuchen halt etwas höher, bei der anderen etwas niedriger. Hängt euch da dran nicht auf. Ihr müßt vielleicht bloß an der Backzeit etwas probieren. Original Rezeptangabe möchte den Kuchen bei 150 °C Umluft 60 min. gebacken haben. Da ich Gasherd habe, blieb er bei mir auf Stufe 5 ca. 75 min. im Ofen. Stäbchenprobe klappt hier wieder gut um zu prüfen, ob der Kuchen fertig ist.
Russischer Apfelkuchen
Der Kuchen sieht pur etwas unspektakulär aus, deshalb kann man ihn noch mit Glasur überziehen. Wie man hier sieht, wurde er allerdings schon angeknabbert, bevor ich dazu gekommen bin. Warmer Kuchen ist halt auch mal lecker. Normalerweise aber lieber bis zum nächsten Tag warten, dann schmeckt er noch besser. Im Winter noch eine heiße Schokolade dazu…. oder jetzt einfach hoffen, daß das Wetter wieder sommerlicher wird!

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 126

Sooo, heute kommt wieder eines meiner Lieblingskochbücher. Leider hat dieses (wie alle dieser Reihe) die Angewohnheit, am Rücken brüchig zu werden und sich zu verziehen, deshalb sieht es nicht mehr so ganz so schön aus wie 1980 als es vom GU Verlag wieder aufgelegt wurde. Das Original stammt von 1976, aber vor ein paar Jahren wurde es erneut aufgelegt, man hat also die Auswahl. Verändert hat sich seitdem nichts.
Kochvergnügen wie noch nie
Auch wenn auf den 338 Seiten so manch ein Rezept etwas veraltet und „aus der Mode gekommen“ wirkt (wer serviert denn heute noch Charleston-Klößchen oder Sardinentoast Albufera – äh, übrigens, ausprobieren, schmeckt super-lecker!) findet man in Kategorien wie „Wenn Gäste kommen“, „Festliche Koch-Ideen“ oder „Gutes für jeden Tag“ richtig tolle Rezepte.
Leider aber gilt auch hier: die Mengenangaben sind Glückssache! Bei der Lasagne kommt man für vier Personen mit 125 gr. Rindfleisch halt nicht sehr weit, oder? Wie klein der Weißkohl für die flämischen Kohlköpchen sein soll… wer weiß, ich hatte jedenfalls am Ende der Füllung noch einen halben Kohl übrig! Also, ausprobieren, da muß man durch, aber glücklicherweise lohnt es sich wirklich. Es kommen nämlich teilweise ungewöhnliche bzw so nicht mehr servierte alltagstaugliche Gerichte heraus, die der ganzen Familie schmecken.
Hat man rausgefunden, wie ein Rezept funktioniert, dann lassen sich alle hier drin sehr einfach, schnell und problemlos umsetzen, denn die Zutaten sind absolut überschaubar und Klein-Supermarkt-tauglich.

Es lohnt sich auf alle Fälle, einen Blick reinzuwerfen, und das nicht nur wegen der schönen Bildchen. (Die sind aber auch wirklich zu appetitlich!) Oh, und das Rezept für Schwarzwälder Kirschtorte hier drin? Super, schmeckt fast wie vom Konditor – wenn man zur angegebenen Sahnemenge noch mal die Hälfte dazuaddiert….

Wirsing, Sususi

Frosta Wildlachs im Blätterteig

Ich durfte kürzlich ein paar Produkte von Frosta testen und diese will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Also kommt jetzt immer mal wieder zwischendurch was fischiges… Heute gab es Wildlachs in Blätterteig & Rahm-Blattspinat. Ich finde die Frosta-Verpackungen immer sehr ansprechend gestaltet, und sowohl vorne…
Wildlachs im Blätterteig Frosta
…wie auch hinten sind eigentlich alle Informationen drauf, die ich mir zu einem Produkt so wünsche. Bei Frosta sogar gut lesbar! Wobei mir immer wieder ein paar Diskrepanzen zwischen den Zutatenangaben auf der Verpackung und auf der Homepage der Firma auffallen! Hier sind sie fast identisch, die Verpackung weißt allerdings 1 % mehr Fisch auf und zusätzlich zur Reisstärke auch noch Reismehl. Enthalten sind zwei Portionen Lachs im Blätterteig, die natürlich auch einzeln entnommen werden können.
Frosta Wildlachs Blätterteig
Folgt man den auf der Packung angegebenen Zubereitungsanweisungen, dann klappt das bei meinem Gasherd problemlos, Temperatur und Zeitangabe haben gestimmt. Der Blätterteig hätte etwas mehr Farbe haben können, aber das schreibe ich jetzt mal meinem Ofen zu. Ansonsten war er nämlich schön aufgegangen und richtig splittrig-knusprig. Sehr schön war auch, daß keine Flüssigkeit ausgelaufen ist – die Füllung war also noch sehr saftig und heiß…*autsch, meine-tschunge*
Frosta Wildlachs Blätterteig 2
Die Füllung aus cremigen Blattspinat und Lachs war lecker. Allerdings war der Bärlauchgeschmack sehr ausgeprägt, wer also keinen Knoblauch mag, für den ist das nichts. Ich fand es perfekt. Zumal der Lachs auch nicht ausgetrocknet war und durch den Spinat war die ganze Sache saftig und nicht zu trocken. Auch das Verhältnis von Spinat und Fisch zu Blätterteig fand ich ziemlich gut. Zuerst dachte ich auch, daß die Portion ein wenig klein aussieht…. aber mit Beilage (bei mir war es Salat und geschmorte Ofentomaten) war ich hinterher wirklich gut gesättigt.
Frosta Wildlachs Blätterteig halbiert
Wer schnell eine unkomplizierte Mahlzeit mit Fisch zubereiten möchte, die auch noch schön aussieht… der kann hier bedenkenlos zugreifen, ich glaube hier kann man nichts falsch machen.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 125

Um mich herum mutieren plötzlich alle zum Vegetarier – oder, noch schlimmer einen Schritt weiter, zum Veganer. Tja, diese Ernährungsform ist zwar momentan „in“, aber keineswegs neu. So hat GU 1996 sein Kochbuch „Kochvergnügen vegetarisch“ herausgegeben.
Kochvergnügen vegetarisch
Wie bei allen Kochvergnügen-Büchern gibt es auch hier eine ausführliche Einleitung mit Erklärungen, einem Saisonkalender und, sehr hilfreich, einem „Was koche ich, wenn…“-Teil. Dieser gibt geeignete Rezepte des Buches an, wenn Gäste kommen, es ein kaltes Buffet geben soll oder der Winter kommt.

Ein Kochbuch ohne Fleisch und Fisch und dann 240 Seiten voll? Joa, das geht. Und zwar so, daß keine Nahrungsmittelgruppe übermäßig repräsentiert wäre (also, zum Beispiel fast nur Rezepte mit Nudeln drin wären). Man bekommt beispielsweise Rote-Bete-Taler mit Dip, Apfel-Kartoffel-Gratin oder, Getränke sind hier nämlich auch gut vertreten, einen Rhabarber-Cooler.

Interessante Rezepte wechseln sich hier mit den Klassikern ab und hier ist ausnahmsweise auch das Problem mit den merkwürdigen Mengenangaben der Kochvergnügen-Reihe fast gar nicht vorhanden wie bei den anderen Werken. Zu dem hat man hier nicht den Eindruck, daß es sich einfach um Rezepte handelt, wo der Fleischteil einfach weggelassen wurde. Einzig bei den Büromahlzeiten zum Mitnehmen fand ich einige Rezepte sehr unglücklich gewählt, wie die gefüllten Paprikascheiben, die sich sehr nett auf einem kalten Buffet machen, für die Vesperbox jedoch eher ungeeignet sind, genau wie die Käse-Pastete.

Alle anderen Rezepte sind wirklich auch alltagstauglich und schmackhaft und der Gebrauch seltsamer Zutaten aus dem Reformhaus hält sich in sehr, sehr, sehr sehr geringen Grenzen (Hirsemehl gibt es aber auch im Kaufland bei uns…). Anfänger sollten hiermit eigentlich auch zurecht kommen, sooo viel kann man bei Gemüse ja auch nicht falsch machen… *g*

Schönes Buch, schöne Rezepte; wer Vegetarisch mal ausprobieren will, der kann hiermit einsteigen, da die Rezepte doch schon sehr „normal“ sind und ohne Leute-Schreck wie Tofu auskommen (na ja, bis auf 1 Rezept… aber nur ein winziges).

Wirsing, Sususi

Museum der Brotkultur Ulm

Durch einen zufälligen Zufall war ich vor kurzem in Illertissen. Und wenn man in Illertissen ist, dann ist man nicht so weit von Ulm weg. Und in Ulm befindet sich das Museum der Brotkultur. Dieses Museum stand bei mir auf der „Bei Gelegenheit mal besuchen“-Liste, da es von Pforzheim ja doch etwas weiter ist. So ergriff ich allerdings die Gelegenheit und da das Parkhaus in der Salzstadelgasse auch nur ca. 30 Meter vom Eingang des Museums weg war, musste ich noch nicht mal weit laufen. (Das Parkhaus ist auch ein guter Startpunkt für weitere Ausflüge in Ulm, zum Beispiel zum Münster)
„Museum für Brotkultur? Davon hab ich ja noch nie gehört“ Tja, geht bestimmt vielen so. Dabei ist es nicht verwunderlich, dass ausgerechnet ein Land mit ca. 300 verschiedenen Brotsorten dazu eine Ausstellung beherbergt. Wenn man mal nachdenkt, dann ist Brot ein universeller und untrennbarer Bestandteil der menschlichen Kultur, Religion, Politik und Entwicklung.
Das Museum kostet für Erwachsene 4 € Eintritt und ist barrierefrei zugänglich. Es gibt dort eine Dauerausstellung und Sonderausstellungen, aktuell beschäftigt sich diese mit der Tradition und Moderne der Bäckerei. Wer also schon immer mal wissen wollte, wie man Kaisersemmeln backt, was in alten Lehrverträgen von Lehrlingen alles gefordert war oder welche Fehler sich im fertigen Brot zeigen können, der sollte unbedingt vorbeischauen.
Untitled
Auch ein Blick auf mögliche Schädlinge ist geboten:
Schädlinge Bäckerei
Die Geschichte des Brotes beginnt natürlich mit dem Getreide: Nahezu alles, was zu Mehl vermahlen werden konnte,
Mahlgrade Getreide
wurde dies im Laufe der Geschichte auch schon mal um daraus Brot herzustellen und es verwundert nicht, dass Brot bereits im alten Ägypten einen so hohen Stellenwert hatte, dass man den Verstorbenen als Grabbeigabe kleine Statuen und Dioramen von Bäckern oder Getreide-Mahlern beilegte, um sie im Jenseits mit Nahrung zu versorgen.
Bäckerei Grabbeigabe
Für den Ausstellungsteil im zweiten Stockwerk gibt es übrigens einen Audioguide, der die Exponate näher erklärt.
Nachdem die Menschheit herausgefunden hat, was sich alles zu Brot verarbeiten läßt und wie, war der Schritt bis zur religiösen Verwendung nicht mehr weit. Man denke nur an Berches (jiddisch) oder Challot (hebräisch), also die Sabbatbrote, Matze und nicht zuletzt die christliche Hostie.
Sabbabtbrotteller
Natürlich spielte Brot im Laufe der Menschheit noch eine viel entscheidendere Rolle: nämlich wenn es ums nackte Überleben ging. Immerhin hat Brot, beziehungsweise der Mangel an selbigem einen nicht unerheblichen Beitrag zur französischen Revolution geleistet. Nicht umsonst heißt es „Brot für die Welt“. Die letzten Hungersnöte in Europa sind noch gar nicht so lange her und die Älteren unter uns dürften sich noch an Brotmarken und Plakate wie dieses hier erinnern:
Plakat Don´t waste Bread
Was beim Kaffee mit Muckefuck funktionierte, wurde auch beim Brot versucht: man versuchte, das nicht vorhandene Mehl mit Füllstoffen wie Sägemehl, Quecken oder anderen kreativen Mitteln zu strecken, die allerdings keinerlei oder nur sehr geringen Nährwert aufwiesen, bzw. gar nicht erst verdaulich waren.
Aus Zeiten, in denen Brot keine Mangelware war, sind diverse Zunftgegenstände erhalten geblieben; angefangen bei der Zunfttruhe, Zunftkrügen und Prozessionstangenaufsätzen
Prozessionsstangenaufsatz
Natürlich findet sich das Thema auch in der Kunst auf vielfältige Weise betrachtet wieder:
Une Boulangére
wie am Beispiel dieser Bäckerin zu sehen ist.
Alles in allem gibt es also ganz viel zu entdecken. Man sollte mindestens eine Stunde veranschlagen, besser sind eher 1 ½ mit Audioguide bzw. wenn man jemanden zum diskutieren hat. Denn das angestoßene Thema ist natürlich viel umfangreicher als es ein Museum darstellen kann.

Wirsing, Sususi

KoRo Drogerie Vollwaschmittel

„Wie viel Wäsche kann denn in einem Ein-Personen-Haushalt schon anfallen?“ Diese Frage kriege ich immer von Bekannten zu hören, wenn ich erzähle, daß schon wieder die ganze Wäscheleine voll hängt. Tja, es kann eine ganze Menge anfallen. Vor allem, wenn man wie ich in einem Labor mit Metallstaub, Öl, Rost, sonstigem Dreck und viiieeel Schweiß (1300 °C heiße Schmelzöfen) zu tun hat. Da ist jeden Tag wechseln angesagt! Und, da Laborkittel auch noch weiß sind… Nun ja, man kann es sich vorstellen.
Für weiße Wäsche nimmt man, außer man greift zu Spezialmitteln, ein sogenanntes Vollwaschmittel. Dieses enthält, entgegen den Colorwaschmitteln, Bleichmittel und Stoffe, die den gefürchteten Grauschleier verhindern. Deshalb sollte man mit Vollwaschmitteln auch keine Buntwäsche waschen, die kann nämlich dadurch ausbleichen.
Herkömmlicherweise gehe ich zu Müller oder DM und hole mein Waschmittel, und da sich der Weg sonst nicht lohnen würde, kaufe ich auch gleich alles andere noch mit ein. Geht aber auch einfacher. Glaubt Ihr nicht? KoRo-Drogerie machts möglich: www.korodrogerie.de
Wenn Ihr jetzt sagt, „Häh?“, dann reagiert ihr genau wie ich, als ich auf www.produkttest-online.de von einem Waschmitteltest für diese Drogerie gelesen habe.
Getestet wurde das Vollwaschmittel der KoRo-Drogerie; es kommt im 10 kg Sack für schlappe 6,90 € und reicht für 167 Waschladungen. Damit schlägt es preislich alle anderen mir bekannten Hersteller!
Koro Vollwaschmittel Sack
Allerdings sollte man sich im Klaren sein, daß 10 kg halt auch 10 kg sind und das ist eine ganze Menge. Trocken aufzubewahren ist hier etwas schwierig, denn der Sack läßt sich nicht wieder verschließen. Man braucht also eine Box. Diese hat KoRo leider nicht mit im Angebot, ebensowenig wie einen Dosierlöffel. Vielleicht könnte man eine Art Starterpaket machen für einen Euro mehr, da gibt es dann beides mit dazu. Wäre praktisch.

Dafür sind auf dem Sack alle Angaben, die man braucht, von Inhaltsstoffen bis zur Dosieranleitung.
Koro Vollwaschmittel
Dosieren lässt es sich seht gut, denn das Pulver ist schön fein, aber ohne Klumpgefahr. Hier mal kurz der Lösetest: links das Vollwaschmittel von KoRo, rechts ein herkömmliches. Beide wurden in 250 ml Wasser gelöst.(Und nein, das rechte ist kein Latte Macchiato, es ist tatsächlich Waschpulver!) Man sieht, daß sich bei KoRo auch bei dieser geringen Wassermenge fast alles schon gelöst hat und daß die Schaumbildung fast nicht vorhanden ist. Das heißt, man braucht später auch nicht so viel Wasser, um das Waschmittel aus der Kleidung rauszuspülen und für die Kläranlage ist weniger Schaum auch besser.
Koro Vollwaschmittel Schaum
Aber wie wäscht es denn nun? Also, ich bin zufrieden. Bei allen Mischgeweben hatte ich gute Ergebnisse, bei Polyester und Polyelastan die besten Ergebnisse, da haben die Fasern fast schon geleuchtet. Wovon ich nicht so überzeugt war, war die Leistung bei reiner Baumwolle. Da bildet sich meiner Ansicht nach ein leichter grauer Schleier mit der Zeit. Allerdings muß man zugeben, daß die vorhandenen Flecken alle rausgegangen sind.

Was mir sehr gut gefallen hat, war der Duft. Das Pulver selber riecht sehr intensiv „sauber“ und waschmittelig, aber das verfliegt sofort beim waschen. Nach dem Waschen roch ich – gar nichts! Absolut porentief rein sozusagen, keine Rückstände von irgendwas mehr in der Wäsche. Das ist toll!
Jedenfalls werde ich bei diesem Preis ernsthaft drüber nachdenken, nicht auch mal die anderen Produkte auszuprobieren: Weichspüler oder Oxireiniger oder so.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 124

So, hat also die Schafskälte doch noch zugeschlagen! Es ist zwar nicht richtig kalt, aber doch schon kühler. Und nasser. Und so fällt der geplante Ausflug aus. Nur, was sonst tun? Ich könnte mal wieder einen Kuchen backen… und schon war ich mitten in einem meiner Lieblings-Backbücher verschwunden: “Backvergnügen wie noch nie” aus dem Gräfe und Unzer Verlag. Das Original stammt von 1984, aber es wird alle paar Jahre mal wieder neu aufgelegt, genau wie die anderen aus dieser Serie (bis auf das grüne “Kalte Köstlichkeiten wie noch nie”… aber genau das fehlt mir noch!)
Backvergnügen wie noch nie
238 Seiten beschäftigen sich hier nicht nur mit den Rezepten (die alle mit Bild sind) sondern auch mit Theorie und Tipps z. B. für Blätterteig, Brandteig, Backzutaten und Backgeräten.
Ansonsten ist hier alles vom süßen oder herzhaften Kleingebäck bis hin zur mehrstöckigen Hochzeitstorte wirklich alles drin. Also, die Auswahl ist wirklich groß und lecker, aber: irgendwie sind die Mengenangaben hier (und in den anderen der Serie) eher als freundliche Empfehlung zu sehen.
Entweder stimmen die Mengenangaben so wenig, daß damit nicht das gewünschte Endprodukt rauskommen würde oder die Personen/Stückangabe weicht erheblich ab. Jedenfalls würde ich niemandem ohne Erfahrung dieses Buch ans Herz legen. Das geht schief. Rückschläge sind hier also sozusagen vorprogrammiert. Zumal zwar durch die Eingangstheorie viel vermittelt wird, aber die Rezeptbeschreibungen sehr spärlich sind. Hat man es aber einmal raus, was man ändern muß, dann kommen wirklich tolle Geschichten dabei raus.

Jemand, der aber backen kann und weiß, wenn ein Teig zu flüssig/fest/komisch ist und wie man dem Abhilfe schafft oder der nicht so einfach das Handtuch schmeißt, der findet hier viele wirklich schöne Rezepte. Sei es der Himbeer-Baiserkuchen, die kleinen Schoko-Igel oder Anchovishappen… prima Ideen, prima Geschmack (wenn´s klappt!). Brot, Pizza, Gesundheitskuchen, Torten, Früchtekuchen, jahreszeitliche Spezialitäten, alleine schon hier durchzublättern macht Appetit auf das kleine Kaffeegedeck am Nachmittag (für mich wahlweise natürlich mit Tee).

Und da das Apfelmus eh weg muß und in der Hoffnung auf besseres Wetter versuche ich mich jetzt mal an den schwedischen Apfeltörtchen… die kann man nämlich auch zum Picknick mitnehmen, sollte das Wetter morgen wieder schöner sein.

Wirsing, Sususi

Bofrost Dessert

Passend zum Sommer hatte ich Gelegenheit mich mit Kollgeninnenunterstützung mal durch verschiedene bofrost*-Sachen durchzufuttern. Während das Lava-Dessert Schoko-Minze und die Himbeer-Joghurt-Törtchen bei allen gut ankamen, schieden sich bei anderen Sachen die Geister. Das Schoko-Minze Dessert hat in der Mitte zwischen dem Schokoladen-Eis ein Schokominzsaucenreservoir, welches man beim Löffeln sozusagen ausgräbt. Der Becher war ganz schön groß, trotzdem war unserer Meinung nach genug Sauce dazu drin. Die Sauce selber war nur sehr dezent minzig, sozusagen nur ein Hauch von. Das fand ich sehr gut, so harmonierte es gut zum Eis. Die Himbeer-Joghurt-Törtchen waren fein, wenn auch ein wenig zu klein. Der Keksboden hat dazu besonders gut geschmeckt.
bofrost Desserts
Weiter ging es mit diesem hier: den Quark-Marillen-Palatschinken. Fangen wir damit an, daß die Zubereitung genau so funktioniert, wie sie auf der Packung steht. Macht man sie in der Mikrowelle heiß, sind sie gleichmäßig aufgetaut und durch und werden auch nicht matschig. Die Füllung ist schön cremig, ausreichend mit Marillenstückchen und erfreulich richtig gesüßt. Ein wenig blöd ist hier allerdings die Packungsmenge: 5 Stück waren in der Packung; das ist für 4 Personen doof, weil einer dann zwei kriegt oder man einen übrig hat. Ungerade Anzahlen sind eh nicht so geschickt, finde ich. Noch einen mehr rein und die Sache ließe sich schon ganz anders aufteilen.
bofrost Quark-Marillen Palatschinken
Etwas unglücklich waren wir auch mit der Botinchen-Torte. Jeder kennt bestimmt das Stiel-Eis mit der Kaugummi-Nase. Dieses gibt es jetzt in größer als Eistorte. Geschmacklich läßt sich hier nichts negatives finden, die Qualität ist gut. Aber, erstens ist die Torte sehr klein, also grade mal so für 4 Personen. Und dann gibt es das Problem der Aufteilung. Wer zwei oder mehr Kinder hat, der weiß, daß Dinge, die man nicht in gleiche Stücke teilen kann, ein Spiel mit dem Feuer sind! Dazu noch, wo hier auch nur eine Nase zu verteilen ist! Scheiben sind ungünstig, Viertel sind ungleich, Hälften sind zu groß. Und jetzt? Alleine essen? Also doch wieder am Stiel…
bofrost Botinchen-Torte
Das Erdbeer-Pannacotta-Eis war geschmacklich genau meins. Richtig schön sahnig, das Erdbeermark ausreichend vorhanden und richtig fruchtig. Bloß, wie essen? Um das Problem mal kurz zu beleuchten: eingefrorenes Eis lässt sich mit dem Löffel abstechen. Gefroren, aber nicht hart. Eingefrorene Sahne lässt sich nicht mal mit der Säge bearbeiten. Steinhart. Beides in Kombination und ich habe hartes Eis. Jedesmal, wenn ich dem Eis mit dem Löffel zu nahe kam, flüchtete es (rutschte es weg), legte sich quer oder versuchte, sich umzudrehen. Der Papieruntersetzer war auch nicht hilfreich, darin hatte das Eis keinen Halt. Aß man es frisch aus dem Tiefkühler, war es unmöglich nur mit Löffel zu essen. Messer und Gabel brachten hier das beste Resultat. Ließ man es kurz antauen, war es außen rum schon sehr weich und auch nicht mehr optimal. Vielleicht könnte man das ganze ja auch in einen Becher geben?
bofrost Erdbeer-Pannacotta Eis
Bis auf diese Kleinigkeiten waren wir aber zufrieden. Nur, bei den Törtchen und dem Pannacotta-Eis hätte die Portion ruhig auch größer sein können.

Ignoriert die Schafskälte und gönnt Euch ein Eis!

Wirsing, Sususi