Archiv der Kategorie: Allgemein

Meine Kochbücher… Nr. 145

Kennt jemand von Euch Whirlpool? NIcht den zum plantschen sondern die Hauselektrogerätefirma? Nein? Na, dann vielleicht eher Bauknecht oder Privileg? Schon eher, gell? Gehört aber beides (und noch viel mehr) zur Whirlpool Corporation. Wer sich vor unbekannter Zeit mal einen neuen Whirpool Philips Multifunktions-Herd angeschafft hat, der hat vielleicht auch so etwas hier bekommen:
Kochen nach internationalen Rezepten
Von Whirlpool herausgegeben sind hier 120 Rezepte aus verschiedenen europöischen Ländern drin, mit denen der neue Herd das „i-Tüpfelchen Ihres Kochtalents“ werden sollte…

Gegrillte Lammkotelett in Ingwermarmelade (England), weiße Bohnen im Römertopf (Italien) oder Egerländer Quarkschnecken (Deutschland)… die ausgewählten Rezepte hören sich wirklich fast außnahmslos sehr lecker an. Zutatenlisten und Beschreibung sind alle ziemlich kurz und setzen allerdings schon etwas Kocherfahrung voraus. Für jemanden, der keinen Whirlpool Herd hat, läßt sich hier übrigens sehr leicht erkennen, was eventuell geändert werden muß – die Einschubhöhen, Temperaturen ect sind nämlich kursiv im Rezept untergebracht. Da fällt das Auge sofort drauf und man muß nicht lange suchen.

Der Großteil der Rezepte bewegt sich im Bereich Hauptgerichte für 4 Personen und Kuchen – wobei ich auch mit den Kuchenrezepten hier gut klargekommen bin. Tipps und Tricks oder sonstige Erläuterungen wie man sie in anderen Werken öfter findet fehlen hier allergings völlig. Ist von einem Elektrogerätehersteller auch etwas viel verlangt… Bilder gibt es auch nicht.

Alles in allem nichts, worüber man in Jubelrufe ausbrechen muß – aber schmackhaft und sicher auch mit anderen Herden lohnenswert.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher… Nr. 144

Heute mal wat os Oma freher kochde…
Vielleicht hat es der ein oder andere schon erkannt, wir sind in NRW im Kreis Siegen-Wittgenstein, genauer in Wilnsdorf. Dort erschien 1993 von der ev. Frauenhilfe und der Kath. Frauengemeinschaft herausgegeben ein Kochbuch, dessen Verkaufserlöse karitativen Zwecken zuflossen.
Wilnsdorfer Kochbuch
Wie schon beim Thiersheimer Kochbuch (hiersollteeigentlicheinlinkstehenaberderartikelistbeimumzugverlorengegangen…)
ist hier drin auf 310 Seiten eine riesige Sammlung an regionalen und weniger regionalen (aber an den Hausgebrauch angepassten) Rezepten zu finden. Da alle Rezepte von Privatpersonen stammen sind natürlich auch die Anleitungen mal mehr oder weniger ausführlich oder gut erklärt. Das trifft ebenso auf die Zutatenangaben zu, die manchmal etwas wage werden, denn wenn man selber kocht, weiß man, wie groß das „Glas Sellerie“ immer ist. Das es das in verschiedenen Einwaagegrößen gibt, wird eben als Privatperson oft vergessen… aber mit etwas Nachdenken kann man die Lösung meistens selber finden (und sich denken, daß zwei mal 720 ml auf 6 Pellkartoffeln doch etwas viel Sellerie wäre).  Grießmealkliase, Irish Stew nach Wilnsdorfer Art oder Kiwi-Torte… eben eine bunte Mischung von allem, was man so kochen könnte.

Gerade bei Desserts und Kuchnrezepte findet man in solchen Sammlungen immer noch den ein oder anderen „Geheimtipp“. Viel mehr gibt es eigentlich dazu gar nicht zu sagen, denn solche Bücher lohnen sich immer. Dabei darf man natürlich nichts Hochtrabendes erwarten sondern eben einfach Alltagstaugliches bis Partytaugliches in erprobten Gerichten.

Wirsing, Sususi

Minze

Schokominze, Orangenminze, Erdbeerminze… obwohl es inzwischen so viele verschiedene Minz-Arten gibt (die sich daheim übrigens hervorragend im Blumentopf ziehen lassen…), sind die bekannstesten wohl immer noch Pfefferminze, Nana-Minze und die Marokkanische Minze.  Hier auf dem Bild ist marokkanische Minze zu sehen, leider gekauft, da mir Blattläuse letztes Jahr meine komplett zerfressen haben *grummel*

Wer Minze-Tee sehr häufig als Erfrischungsgetränk zu sich nimmt (kann man keinem verübeln, ist ja auch lecker und durstlöschend), der kann eigentlich aufhören zu lesen, denn der Körper gewöhnt sich schon nach drei bis vier Wochen so daran, daß eine Heilwirkung danach ausbleibt.
Marokkanische Minze
Wer das nicht tut, der hat mit Minze in jeder Art eine sehr gute Ergänzung zum Erkältungstee. Das in allen Minz-Arten in mehr oder weniger hohen Konzentration (marokkanische Minze z. B. hat bloß einen geringen Anteil) enthaltene Menthol macht die Atemwege bei verstopfter Nase wunderbar frei. Zusätzlich wirkt auch Minze leich schmerzstillend und entspannend auf die Atemwege. Zusätzlich hilft es natürlich, wenn man die heißen Tee-Dämpfe auch gut einatmet – dadurch werden die Schleimhäute nicht nur gut befeuchtet sondern zusätzlich befreit.

Obwohl ich nicht der große Freund von Minz-Öl bin (ein Alkoholauszug ist mir hier lieber – meine Haut reagiert da nicht so empfindlich drauf: einfach in Korn mit mind. 45 % im Verhältnis 10:1 mit Minze mischen, zwei bis drei Wochen stehen lassen, abfiltrieren und dunkel aufbewahren), wirkt Minz-Öl (und die Tinktur) bei Spannungskopfschmerzen lindernd: das Menthol bewirkt über einen TRP-Nerven-Kanal zwar ein Kühlungsgefühl (was bei der Tinktur noch durch das Verdunsten des Alkohols verstäkt wird), erweitert aber die Blutgefäße und steigert somit die Durchblutung und Entspannung der Nackenmuskulatur. Auch auf die Stirn und die Schläfen gestrichen, ergibt sich ein ähnlicher Effekt. Durch diese Durchblutungsförderung kann es auch bei müden Muskeln und rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden.

Als Tee wirkt Pfefferminze ebenfalls gegen Übelkeit, also eine Alternative für alle, die keinen Ingwer mögen/vertragen. Stillende Frauen sollten wissen, daß Pfefferminztee den Milchfluß hemmt.

Aber, wie überall: Nebenwirkungsfrei ist Minze nicht. Zum einen können empfindliche Menschen nicht nur hautmäßig auf das Öl allergisch reagieren sondern auch auf das Kraut direkt. Insbesondere bei hohen Dosen oder bei Kindern kann dann der sogenannte Menthol-Krampf auftreten, der besonders bei Kindern unter 6 Jahren zu Atemstillstand führen kann. Hier sollte man auf Minzöl ganz verzichten und Pfefferminztee auch nur sehr vorsichtig geben. Bei einigen Menschen kommt es auf Grund des Menthols zu Magenbeschwerden, obwohl Minze andererseits grade bei Gastritis als Heilkraut empfohlen wird. Bei Gallensteinen aber bitte auf Minze verzichten.

Auch hier gilt: Im Zweifelsfall lieber den Arzt fragen – der kennt nämlich auch die jeweilige persönliche Situation und kann deshalb etwas mehr als allgemein beraten.

Wirsing, Sususi

Fertig… und Fix!

Gerade habe ich meine letzte Prüfung bestanden – und bin somit fertige Fachkraft für Arbeitssicherheit. Aus diesem Grund müßt ihr jetzt noch dieses Wochenende auf Beiträge verzichten bevor es dann endlich weitergeht. Erst mal ist nämlich feiern angesagt!

Wirsing, Sususi

Burhans Murrhardter Hof Stuttgart

Da ich bei meinem letzten Besuch in Stuttgart Abends den Rüssel voll hatte vor lauter Schweinen, war ich froh, daß wir ein Restaurant besuchten, welches auch andere Speisen auf der Karte hatte: nämlich den „Murrhardter Hof“. Ein Blick online auf die Speiekarte brachte zwei Erkenntnisse: erstens, die Speisekarte ist nicht ganz aktuell, was Preise und Speisen betrifft. Da ich sie heute aber nicht erreichen konnte, wird sie vielleicht grade überarbeitet. Und zweitens, alle kennzeichnungspflichtigen Zusatzstoffe waren brav aufgelistet. Dabei fiehl mir ins Auge, daß z. B. bei dem Gericht „Leberwurst mit Bratkartoffeln“ E220-228 angegeben war (geschwefelt.). Autsch, das kann eigentlich nur eines heißen: Fertigkartoffeln! Jetzt gibt es aber auch hier verschiedene Möglichkeiten, von Kartoffeln aus dem Glas (geht als Restaurant gar nicht) bis hin zur Variante nur geschält und vorgeschnitten (geht, wenn man einen guten Lieferanten hat, und damit ordentlich umgehen kann). Ich war also gespannt. Und wurde tatsächlich etwas überrascht.

Betritt man den Gastraum, dann hat man den Eindruck, daß das hier herrschende Ambiente unter die Kategorie „schlicht und edel“ zu fallen versucht. Unterstützt wird das ganze durch den Parkettboden, die dunklen Holzmöbel und die ansonsten schlichte weiße Wand ohne viel Deko. Hier rutscht das Ganze aber, bedingt durch die Höhe der Decke fast schon in die Kategorie „Wartehalle“ ab. Unterstützt wird das noch durch die Deckenstrahler, die allerdings so weit unten angebracht sind, daß Licht schon sehr gedämpft am Teller ankommt.

Trotzdem nicht ungemütlich. Leider wird der Platz hier gnadenlos ausgenutzt – wie man hier sehen kann, werden die Tische sehr eng eingedeckt. Wir haben an unserer langen Tafel im Nebenraum sogar ein Gedeck übersprungen und saßen immer noch sehr eng.
Murrhardter Hof Stuttgart
Bedient wurden wir freundlich (wenn auch nicht herzlich-überschwenglich) von einer Dame aus Österreich (?) und einem älteren Herren mit erstaunlichem Gedächtnis (er konnte sich beim Rechnung schreiben an fast alle Gerichte und Personen noch ohne Hilfe erinnern…). Bestellen konnte man allerlei Schwäbisches. Und, da man es sonst auf keiner Karte mehr so einfach findet und es nicht ganz einfach ist, es lecker zuzubereiten, mußte ich natürlich die „Rieslingkutteln mit Bratkartoffeln“ bestellen!

Alle Gerichte, die als Beilage einen Salat hatten, bekamen diesen vor dem Hauptgericht. Dazu wurden für den Tisch jeweils eine große Schüssel mit Kartoffelsalat gebracht. Dieser war wirklich sehr gut. (Wer mich kennt, der weiß, daß mir ein Kartoffelsalat-Lob gar nicht so einfach aus den Rippen zu leiern ist). Selbstgemacht, noch lauwarm, gut abgeschmeckt (nachsalzen und pfeffern steht jedem frei). Dann kamen auch schon recht schnell die Hauptgerichte (auch fast alle zusammen bzw. so viel, wie ein Ober eben tragen kann).

Und jetzt war ich sogar doppelt überrascht. Zunächst einmal die Kuttel. Rieslingkutteln sollten es ja sein. Ich bezweifle jedoch, daß diese Sauce jemals viel Riesling gesehen hat. Es war mehr eine Knoblauch-Sahne-Sauce. Ein leicht säuerlicher Einschlag, wie von sauren Kutteln oder Rieslingkutteln bekannt, fehlte völlig. Die Kutteln hätten teilweise auch etwas feiner geschnitten sein können. Außerdem waren sie von der Konsistenz her gut hingekriegt (also ohne den „Gummibandfaktor“). Geschmacklich war es zwar nicht das Erwartete, aber es war auch ok. Und dann die Bratkartoffeln. Diese waren wohl tatsächlich aus bloß vorgeschälten Kartoffeln gemacht: schön knusprig, nicht in Öl schwimmend, gut abgeschmeckt und noch angenehm bißfest. Darüber hinaus alles schön angerichtet.
Teller Rieslingkutteln
Ich gebe zu, das hätte ich nicht erwartet aber ich war tatsächlich mit meinem Hauptgericht zufrieden. Preislich gibt es hier übrigens alles zwischen 10 € (wie der Teller Kutteln) und 30 Euro. Bei den Hauptgerichten bis 15 Euro kann ich guten Gewissens sagen, hier kann man nichts verkehrt machen. Ob die Gerichte mit den höheren Preisen diese rechtfertigen – das kann ich noch nicht sagen. Es würde mich aber schon interessieren, denn auch was einige andere am Teller hatten, sah ziemlich lecker aus. Ich werde es bei Zeiten mal ausprobieren.

Bei der Rechnung wurde übrigens nicht wie oft üblich alles auf einen Bon geschrieben und dann auseinanderdividiert sondern jeder bekam seinen eigenen Bon fertig gemacht. Fand ich persönlich jetzt viel besser. Die ganze Sache schreit förmlich nach einem Revisited denn so ganz sicher bin ich noch nicht, was ich von dem Restaurant halten soll. Hintergrundgedudel gab es erfreulicherweise auch nicht…

Wirsing, Sususi

Schweinemuseum Stuttgart

Große Schweine, kleine Schweine, Seifenschweine, Spardosenschweine, PlüschschweineKinderbücherPorzellanfigürchenschweinevornehintenobenrechtslinksüberallschweine….“Aaaaargh“

So oder so ähnlich könnte man sich fühlen, wenn man durch die inzwischen fast 50.000 Ausstellungsstücke im Schweinemuseum in Stuttgart durch ist. Passenderweise im alten Schlachthof-Verwaltungsgebäude untergebracht, beherrbergt das Museum seit 2010 Schweine in alle Formen, Farben, Größen und Materialien.
Trämli Bahn
Zwar erfährt der Besucher in drei Stockwerken ein paar Fakten zur Herkunft des Schweines und der verschiedenen Rassen, der Hauptaugenmerk der in 25 Themenzimmer gegliederten Ausstellung ist aber dennoch das Schwein in all seinen Dekorations-Formen.
China Schwein
Exotisches…
Chinesisches Porzellanschwein
…bis Erotisches…
Sexy Schweine
..verteilt sich auf knapp 1000 Quadratmetern – und es ist nicht immer hilfreich, daß man zumindest bis in den ersten Stock immer den Duft der anschließenden Gaststätte in der Nase hat (und die Schweine vor der Nase…).
Kinderreime
Allerdings muß ich zugeben, daß man sich relativ schnell ob der ganzen schweinischen Masse etwas erschlagen fühlt… spätestens im Raum mit den ganzen Setzkästen stellt sich so eine Art Schweine-Overkill-Gefühl ein:
Setzkästen Schweine
In verschiedenen Räumen hat man als Erwachsener allergings Schwierigkeiten mit den ganz untersten Ausstellungskästen, während andere sogar als Giraffenmensch ebenfalls schwer einzusehen wären… aber es gibt hier so viel zu sehen, daß es darauf letztendlich nicht wirklich ankommt. Wer kann schon sagen, er hätte alle 50.000 Exponate ausgiebig betrachtet…

Am Ende kann man nur sagen, Schwein gehabt! Es geht nämlich auch wieder raus, eventuell noch an einer Sonderausstellung vorbei (diesmal Nußknacker aus dem Erzgebirge…sogar da waren vier Schweine dabei!)
Spardose Schwein 2
Bereut habe ich den Besuch hier definitiv nicht, es ist ein wirklich humorvolles Museum. Und wer den Besuch gleich mit einem Essen im Restaurant nebenan abschließen möchte, der hat sicher einen schönen Ausflug gemacht.

Der Eintritt kostet für den normalen Erwachsenen 5,90 € (ist eine Sonderausstellung, dann einen Euro mehr) und man sollte so etwa eine Stunde einplanen. Das Museum ist übrigens bequem mit der U9 (Richtung Hedelfingen) Haltestelle Schlachthof zu erreichen.

Na, denn Prost! So viel Schwein muß man erst mal verdauen…
Rüssel-Putzer

Wirsing, Sususi

PS: Ach ja, wer sich fragt, ob man dort mit seinen Kinder hingehen soll:
Eine Mutter mit ihren zwei Kindern ist vielleicht ein gutes Beispiel. Nach dem zweiten Raum fragte das Mädchen (so um die 6 Jahre geschätzt): „Mama, was kann man denn hier machen?“ Leider antwortete die Mutter strategisch ungeschickt mit „Nichts, hier kann man nur schauen…“ Den Rest der Ausstellung verbrachte das Mädchen damit, mit seinem Bruder zwischen den Schaukästen fangen zu spielen, während die Mutter verzweifelt versuchte, die beiden für Spardose Nummer 819 zu begeistern…
Ich find Dich Saustark

Meine Kochbücher…Nr. 142

Im kulinarischen Weihnachtsgeschenk meiner Schwester war auch ein Glas Ghee dabei. Das erinnerte mich an ein kleines Kochbuch von 1993 aus dem Asfahani-Verlag: „Indische Küche – Südostasiatische Kochrezepte vom Himalaya bis zum indischen Ozean“.
Indische Küche
Es ist leider auch ohne Bilder und nur 122 Seiten stark. Bei der Auswahl der Rezepte wurde darauf geachtet, daß alle darin vorkommenden Zutaten auch in Deutschland erhältlich sind. Die meisten davon findet man sogar in jedem größeren Supermarkt. Nichtsdestotrotz sind die Rezepte nicht „eingedeutscht“ sondern noch im Original. Nur eben übersetzt.

Ein wenig schade ist, daß die Herstellung von Panir (Paneer) und Rezepte damit hierin nicht enthalten sind. Dafür sind viele andere bekanntere indische Gerichte vertreten: Pakoras, Samosas mit verschiedenen Füllungen oder Kurma Tamata Kari ( Lamm-Tomaten-Curry). Es ist übrigens immer der deutsche und der indische Name zum Rezept mit angegeben.

Wem die indische Küche geschmacklich vertraut ist, der dürfte weder mit den Rezepten noch mit der Anleitung Probleme kriegen – die anderen sollten sich mit den vielen Gewürzen wie Garam Masala, Kurkuma, Piment oder Koriander erst langsam rantasten – das kann für den europäischen Gaumen auf den ersten Bissen etwas heftig erscheinen (insbesondere, wenn man keine Ahnung hat, wie es schmecken sollte). Dazu muß man allerdings auch sagen, daß die Rezepte hier sehr einfach umzusetzen sind und keinen riesen Aufwand erfordern.

Wer an authentischen Rezepten interessiert ist, der sollte hier definitiv zugreifen, sollte er es sehen. Wer mit „exotischen“ Rezepten nichts anfangen kann, der sollte darum einen großen Bogen machen.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 141

Boah, was habt Ihr denn mit dem Goldpreis gemacht? Plötzlich wieder nach oben geschossen, werden wir gerade so mit Proben zugeschmissen, daß wir gar nicht mehr nachkommen! Soooooo viel Arbeit! Bei so viel Arbeit bin ich dann leider auch nicht mehr dazu gekommen, die Salami-Pepperoni-Muffins zu machen, auf die mein Auge letzte Woche gefallen ist. Das Rezept stammt aus diesem Werk hier (und kommt bestimmt irgendwann auch noch):
„Kleine Muffins ganz groß“ von 2000 aus dem Weltbild-Verlag.
Kleine Muffins ganz groß
Es ist ein sehr schlichtes Buch, etwas größer als A5; mit 120 Seiten ganz ohne Bild. Was hier schon wirklich schade ist, denn, was sieht denn appetitlicher aus, als Pfirsich-Melba-Muffins, Tiramisu-Muffins oder Bananen-Walnuss-Muffins? Und, wie ja oben schon gesagt, hier sind auch ein paar schöne herzhafte Varianten vertreten.

Eigentlich kann man bei Muffins jetzt nicht soooo viel falsch machen, daß die Zubereitungsanleitungen mega-genau sein müssen. Aber wenn ich in einem Rezept Butter unter die verquirlten Eier dazurühren soll – was soll ich sagen, es gibt Leute, die kommen einfach nicht von selber auf die Idee, hierzu ein Rührgerät zu nehmen – und dann wird die Sache etwas unschön. Oder wenn in der Zutatenliste „Butter“ steht und im Rezept dann die Rede von „Fett“ ist (für mich logisch, man kann ja statt Butter auch Margarine nehmen, also egal, mit welchem „Fett“ man weitermacht…), dann bringt das Anfänger manchmal zum stolpern.

Sollten diese Kleinigkeiten aber keine Probleme bereiten, dann sind die Rezepte fast alle lecker. Nicht ganz zufrieden bin ich mit den Trauben-Muffins, da finde ich die ganzen Weintrauben (obwohl kernlos) einfach irgendwie nicht ganz optimal zu verarbeiten (zu verteilen) und hinterher haben sie eine seltsame Konstistenz. Die herzhaften Rezepte muß man einfach ausprobieren und dann eventuell geschmacklich bezüglich Salz oder sonstiger Würze anpassen, da ist halt viel Geschmackssache dabei.

Wirsing, Sususi

Meine Kochbücher…Nr. 140

Tja, hier haben wir so einen traurigen Fall: Mein Exemplar von „Die Küche der Britischen Inseln“ von 1977 aus dem Time Life Verlag hat keinen kleinen Begleiter… So sind mir nur die 208 Seiten des Hauptwerks in die Hände gefallen und ich hoffe darauf, daß das dazugehörige Spiralbuch irgendwann einmal vor mir auftaucht.
Die Küche der Britischen Inseln

Bis dahin muß ich mich halt leider mit Brandy Snaps, Oxtail Stew oder Finnan Haddie zufrieden geben. Diese Rezepte sind nämlich hier auch drin. Zugegeben, Plum Pudding ist nicht wirklich meins und die englische Küche hat ihren merkwürdigen Ruf nicht ganz zu unrecht – Inselvölkchen sind halt etwas eigen.

Sollte es jemanden geben, der die britische Küche nicht nur zum Frühstück schätzt, dann ist er hiermit gut beraten. Ausführliche Zubereitungsanweisungen (siehe Frankreich) sind hier ebenfalls wieder zu finden und sie führen zu einem sehr authentischen Ergebnis. Für alle anderen ist aber auch schon der ganze Rest des Buches, sprich Land und Leute mit ihren Eigenheiten, interessant.

Wirklich gut hier drin sind alle Süßspeisen und Rezepte, die irgendwie auf irgend eine Art gebacken werden: Cornish Pasty, Irish Soda Bread oder Crumpets (oh, yummy!). Die kann sogar der herkömmliche Nicht-Insulaner getrost seiner Familie vorsetzen.

Ich würde es jetzt nicht wirklich als kulinarischen Höhenflug anpreisen wollen – dazu ist die britische Küche auch außerhalb Englands schon seltsam genug. Aber wer sich damit arrangieren kann, oder sich einfach nur für einen kleinen Rundgang über die Insel interessiert, der kann hier getrost zugreifen.

Wirsing, Sususi

Kamille

Also, nach den paar Wochen Vorweihnachtszeit/Weihnachten/Silvester bin ich sooooo vollgefuttert, daß ich Essen grade nicht mehr so wirklich sehen kann…. folglich hatte ich auch keine Lust auf ein Kochbuch und dachte, wir Kräutern noch ein wenig. Heute hätte ich da Kamillenblüten anzubieten:
Kamillenblüten
Sollte man Kamille selber sammeln wollen, dann muß man aufpassen, daß man sie nicht mit der Hundskamille verwechselt – sieht fast gleich aus, hat aber keinen Wirkstoff. Das geht aber ganz einfach: die echte Kamille duftet nach Kamille und hat einen hohlen Kopf – die Hundskamille nicht.

Das zweite Wissenswerte über die Kamille ist folgendes: sie ist tückischer, als man glaubt! Immer wieder werden Empfehlungen ausgesprochen, Kamillensud bei juckenden Augen anzuwenden oder bei Erkältungen als Tee zu trinken. Dabei ist genau das eigentlich verkehrt. Die feinen Härchen der Kamille wirken nämlich äußerst reizend auf die Schleimhäute und können so sogar Bindehautentzündungen auslösen (abfiltrieren hilft nichts – Blauband vielleicht, aber schon bei Schwarzband sitzt ihr drei Tage dran, bis ihr ein paar Tassen durch habt…). Zudem wirkt Kamille auch noch austrocknend auf Schleimhäute und die Haut. Diese Wirkung ist manchmal durchaus gewünscht, z. B. bei Ekzemen, aber bei Halsschmerzen macht sie die Sache manchmal noch schlimmer…

Was macht man denn dann überhaupt mit Kamille? Zum einen wirkt sie beruhigend auf den Magen. Eine Tasse Kamillentee bei Magenschmerzen, Krämpfen, Durchfall oder Gastritis wirkt schön lindernd. Zum anderen wirkt sie entzündungshemmend. Dafür ist unter anderem das alpha-Bisabolol verantwortlich, welches oft als entzündungshemmender Wirkstoff in Kosmetikas eingesetzt wird. Bei Ekzemen, Schuppenflechte oder sonstigen Hautproblemen kann man die betroffenen Stellen mit Kamillen-Tee betupfen, bis die Probleme verschwinden.

Warum habe ich Kamille jetzt trotzdem im Erkältungstee? Also erstens, sie wirkt schon antibakteriell und entspannend. Zweitens, sie schmeckt gut. Manche Kräuter sind nicht gerade ein kulinarischer Hochgenuß und deshalb können sie ein wenig Geschmack schon vertragen. Nur, wie gesagt, aufpassen bei Halsschmerzen, dann lieber weglassen.

Wirsing, Sususi